Zeugenaufruf nach Schüssen auf Potsdamer Spätis: Wissen zwei Radfahrer mehr?
Nach nächtlichen Schüssen auf zwei Potsdamer Spätkauf-Geschäfte innerhalb weniger Tage bittet die Polizei nun die Öffentlichkeit um Hinweise. Das teilte sie am Mittwoch mit.
Insbesondere von zwei Radfahrern, die sich nach dem ersten Vorfall am 13. Juli gegen 3.15 Uhr unweit des Spätis in der Geschwister-Scholl-Straße 87 aufgehalten haben sollen, erhofft sich die Polizei wichtige Beobachtungen: „Die beiden Radfahrer werden ausdrücklich als mögliche Zeugen gesucht und werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden“, heißt es in der Mitteilung.
Der zweite Vorfall hatte sich am 16. Juli gegen 3.30 Uhr vor einem Geschäft gleichen Namens in der Georg-Hermann-Allee 9 ereignet. In beiden Fällen waren Fensterscheiben zu Bruch gegangen, Verletzte gab es nicht.
Die Polizei bittet Zeugen, die zu den besagten Zeitpunkten oder auch anderweitig im Bereich der Tatorte Beobachtungen gemacht haben, um sachdienliche Hinweise. Melden könne man sich telefonisch unter der Nummer (0331) 56 86 400, per Mail an [email protected] oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.
Wie berichtet war im Zusammenhang mit den Potsdamer Vorfällen am 17. Juli in Berlin ein 24 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen worden. Die Ermittlungsgruppe Titan des Landeskriminalamtes Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen.
Es geht um den Verdacht, dass Geld von Geschäftsleuten erpresst werden sollte. Die Ermittlungen im Bereich der Organisierten Kriminalität sollen auch im Zusammenhang mit Schussabgaben in Berlin stehen.
„Wir gehen davon aus, dass er nicht allein, sondern im Auftrag gehandelt hat“, hatte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums nach der Festnahme des Verdächtigen gesagt. Das Landeskriminalamt steht bei den Ermittlungen im engen Austausch mit der Berliner Polizei.
Für die Landeshauptstadt Potsdam ist das Phänomen neu, dass Kriminelle im Auftrag von Drahtziehern auf Geschäfte schießen. So soll unter anderem Druck ausgeübt werden, um eingeschüchterte Geschädigte zur Zahlung von Geld zu bewegen. In Berlin hatten sich zuletzt Angriffe auf Geschäfte gehäuft. Aus Polizeikreisen heißt es, die Methoden krimineller Netzwerke schwappten auf Brandenburg über.