Zeitstrafe nach vier Jahren wieder abgeschafft – acht Regeländerungen

Stand: 12.07.2026, 13:57 Uhr

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Lukas Riglewski (SV Heimstetten, 22) gestikuliert, dirigiert seine Mitspieler vor einem Einwurf, Einzelbild, Aktion, Action

Countdown läuft: Wenn’s zu lang dauert beim Einwurf, bekommt der Gegner den Ball. © Sven Leifer

Der Bayerische Fußball-Verband streicht die Zehn-Minuten-Zeitstrafe zur Saison 2026/27. Wer beim Auswechseln trödelt, muss künftig eine Minute draußen bleiben.

Landkreis – Gerade mal vier Jahre nach ihrer Einführung verschwindet die Zeitstrafe wieder aus dem bayerischen Amateurfußball. Darüber hinaus gibt es noch sieben weitere Regeländerungen, die ab der neuen Saison im Erwachsenen- und Jugendbereich gelten. Das Ziel der Anpassungen ist es laut dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV), „den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern mehr Handlungsspielraum zu geben, die Netto-Spielzeit zu erhöhen und Spielverzögerungen zu reduzieren – ohne dabei persönliche Strafen aussprechen zu müssen“. Hier ein Überblick, was sich zur Saison 2026/27 ändert.

Zeitstrafen sind Geschichte

Zur Spielzeit 2022/23 wurde sie eingeführt, nun ist die Zehn-Minuten-Zeitstrafe schon wieder Geschichte. Hintergrund sind laut BFV auch geänderte Vorgaben des International Football Association Board, wonach die Sanktion nur noch bei Unsportlichkeiten hätte verhängt werden können. Infolgedessen beschloss der Verbandstag die Abschaffung der Zeitstrafe sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendbereich.

Schmuck und Accessoires

Armbänder, Ringe und andere Accessoires sind künftig erlaubt – sofern sie nicht oder nur schwer abnehmbar, harmlos und sicher abgedeckt sind. Anders sieht es bei Schmuck und ähnlichen Zierden aus, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. Sie müssen abgelegt werden; ein bloßes Abkleben genügt nicht. Die Entscheidung über eine potenzielle Gefahr obliegt dem Schiedsrichter.

10-Sekunden-Limit bei Wechseln

Ab kommender Saison tickt bei Auswechslungen die Uhr: Zehn Sekunden hat der abgelöste Spieler demnach Zeit, das Feld zu verlassen. Wird dieses Limit überschritten, darf der einwechselbereite Kicker erst nach Ablauf von einer Minute und nur während einer Spielunterbrechung auf den Rasen.

Zwangspause bei Verletzungen

Wird ein Spiel für einen verletzten Fußballer unterbrochen, so muss dieser das Feld verlassen und nach Wiederanpfiff mindestens eine Minute draußenbleiben. Ausnahmen gelten laut Alexander Schkarlat, dem BFV-Verbands-Lehrwart, „für Torhüter, beim Zusammenstoß zweier Spieler derselben Mannschaft, bei schweren Verletzungen oder Verletzungen nach einem verwarnungs- oder feldverweiswürdigen Foul“.

Vorteil bei Regelverstößen

Im Falle einer falschen Spielfortsetzung – beispielsweise ein Einwurf oder Freistoß, die fernab des korrekten Orts ausgeführt werden – kann der Schiedsrichter künftig auf Vorteil entscheiden, wenn das gegnerische Team in Ballbesitz kommt. „Diese Änderung betrifft vor allem unabsichtlich fehlerhafte Ausführungen, bei denen Spieler davon ausgehen, korrekt zu handeln – etwa um das Spiel schnell fortzusetzen“, erklärt Verbands-Lehrwart Schkarlat.

Countdown bei Einwurf und Abstoß

Lässt sich ein Torwart beim Abstoß oder ein Spieler beim Einwurf allzu viel Zeit, zeigt der Schiedsrichter einen Fünf-Sekunden-Countdown an. Wird dieses Limit überschritten, erhält die gegnerische Mannschaft den Einwurf beziehungsweise eine Ecke.

Keine Strafen bei Vorteil-Tor

Beim Vereiteln einer Chance verzichtet der Schiedsrichter künftig auf eine Verwarnung, wenn er auf Vorteil entschieden hat und in der Folge ein Tor erzielt wurde. Schkarlat zufolge greift diese Regeländerung vor allem bei klassischen Notbremsen. „Lässt der Schiedsrichter Vorteil laufen und fällt anschließend ein Tor, entfällt die persönliche Strafe. Gleiches gilt, wenn ein Spieler erfolglos versucht, durch ein Handspiel ein Tor zu verhindern.“

Gelb- und Gelb-Rot-Sperren

Sieht ein Spieler die Ampelkarte, ist er automatisch für die folgende Partie gesperrt. Gleiches gilt nach der fünften Gelben Karte im Saisonverlauf. Diese Regelungen gelten bereits in der Regionalliga und werden nun auf Verbandsebene ausgeweitet, also in den Bayern- und Landesligen eingeführt – aber nur im Erwachsenenbereich.