XXXL-WM ist nicht nur für Gianni Infantino sexy

Stand: 12.07.2026, 14:00 Uhr

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Kein Wunder, dass der Fifa-Präsident die nächste Ausweitung plant. Denn sehr viel spricht für künftig 64 Teilnehmer.

ARCHIV - 12.06.2026, USA, Inglewood: Fußball, Männer: WM, Vorrunde, Gruppe D, 1. Spieltag, USA - Paraguay. FIFA-Präsident Gianni Infantino hebt vor dem Spiel den Daumen. (zu dpa: „Infantino schließt WM-Erweiterung auf 64 Teams nicht aus“) Foto: Bai Xuefei/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Freunde, wo er auch hinschaut: Gianni Infantino. © Bai Xuefei/dpa

Es darf uns alle miteinander keineswegs überraschen: Gianni Infantino plant ziemlich konkret eine Ausweitung der Fußball-Weltmeisterschaft von derzeit 48 auf 64 Teilnehmernationen. Man muss den zur Selbstverliebtheit neigenden Fifa-Präsidenten nicht mögen, um zu konstatieren: Das ist nicht nur aus seiner Sicht eine gute Idee. Denn die Krake Fußball hat ihre gigantischen Vermarktungsmöglichkeiten noch lange nicht ausgereizt. Warum sollte jemand, der für diesen Sport in seiner globalen Ausrichtung hauptverantwortlich ist, auf eine solche Chance verzichten?

Dafür spricht erstens: Die beiden mit Abstand größten Länder der Welt, Indien und China mit insgesamt fast drei Milliarden Menschen, dazu sechs weitere Nationen aus den Top Ten der einwohnerstärksten Nationen, fehlen bei der derzeit stattfindenden WM.

Also sollte man, zweitens, unter Verzicht auf einen eurozentristischen Blickwinkel erkennen: Die Begeisterung in jedem Teilnehmerland ist kolossal. Es wäre lohnenswert, wenn noch viel mehr Menschen diese Begeisterung teilen dürften.

Drittens: Ein Turnier mit 64 Teams bedeutet, dass keine acht besten Dritten sich ins Achtelfinale schleichen. Es gibt saubere 16 Gruppen, von denen aus sich der Gruppenerste und -zweite fürs Sechzehntelfinale qualifizieren.

Viertens: Das aktuelle Turnier zeigt, dass sich das fußballerische Niveau weltweit zunehmend angleicht (siehe Abschneiden Deutschland). Ein spannender Wettbewerb wäre keineswegs ausgesetzt.

Fünftens: Die Fifa würde noch erklecklich mehr als die derzeit avisierten 14 Milliarden Dollar kassieren.

Sechstens: Die WM-Ausrichter 2030, vornehmlich Spanien, Portugal und Marokko, wären organisatorisch recht problemlos in der Lage, eine solche Veranstaltung zu organisieren.

Siebtens: Infantino dürfte so seine im März 2017 in Rabat/Marokko geplante Wiederwahl versuchen zu zementieren.

Denn nach dem Dammbruch um die skandalöse Rücknahme einer Sperre für den US-Profi Folarin Balogun, für den er und US-Präsident Trump als Hauptverantwortliche identifiziert worden sind, könnte der Gegenwind größer werden, als ihm genehm ist. Europa hat immerhin kurz mal aufgemuckt. Es dürfte allerdings bei einem Stoßseufzer bleiben. Oder kommt da noch mehr?

Frankfurt am Main | 16 February 2017FR Frankfurter Rundschau Kommentatorenfotos 2017.Hier: Jan Christian Müller.photo © peter-juelich.comFür FR: TAGESSATZ

Frankfurt am Main | 16 February 2017FR Frankfurter Rundschau Kommentatorenfotos 2017.Hier: Jan Christian Müller.photo © peter-juelich.comFür FR: TAGESSATZ © Peter-juelich.com/peter-juelich.com

MIAMI GARDENS, FLORIDA - JULY 11: FIFA President Gianni Infantino takes a selfie while Crown Prince Haakon of Norway watches before the FIFA World Cup 2026 Quarter Final match between Norway and England at Miami Stadium on July 11, 2026 in Miami Gardens, Florida.   Justin Setterfield/Getty Images/AFP (Photo by Justin Setterfield / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP)

Mittendrin statt nur dabei: Gianni Infantino, hier gerade in Miami. © Justin Setterfield/AFP