Wohnen für 345 Euro im Monat – neues Azubi-Wohnheim setzt auf ungewöhnliche Finanzierung
Stand: 20.07.2026, 06:00 Uhr
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Die halbstädtische KEG schafft im Nordwesten Frankfurts ein Wohnheim mit sieben Azubi-WGs. Wohnraum für Auszubildende wird in Frankfurt dringend benötigt. Helfen soll auch ein Azubiwerk.
Bei kaum einem Thema sind sich Politik und Wirtschaftsverbände in Frankfurt so einig: Für Auszubildende gibt es zu wenig bezahlbare Zimmer. Nach einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie für den Bau von Azubiwohnheimen aus dem Jahr 2023 fehlten Angebote für etwa 1900 Menschen. Trotzdem passiert seit Jahren kaum etwas. Dabei bietet die Stadt Investoren, die solchen Wohnraum schaffen, finanzielle Förderung an. Doch nun will die halbstädtische Entwicklungsgesellschaft KEG in Niederursel, ganz im Nordwesten von Frankfurt, ein Wohnheim mit immerhin 22 Plätzen für Auszubildende schaffen, das schon im kommenden Jahr bezogen werden könnte.
Möblierte Zimmer für 345 Euro Kaltmiete
Das frühere Wohnheim der Praunheimer Werkstätten, Hohemarkstraße 17, soll so umgebaut werden, dass auf vier Etagen sieben eigenständige Wohngemeinschaften mit Küchen und Badezimmern für jeweils zwei bis vier Menschen entstehen. Die vollmöblierten Zimmer im Wohnheim „Zur Ursel“ sollen für Kaltmieten von 345 Euro zu haben sein, was für Frankfurt sehr günstig wäre. Die Auszubildenden sollen Gemeinschaftsräume und den großen Garten nutzen können. Eine Hausleitung soll sie und die Liegenschaft betreuen.
Um die günstigen Mieten finanzieren zu können, setzt die KEG auf ein Modell, das nach ihren Angaben erstmals in Frankfurt angewendet wird. Sie will Belegrechte für Wohnheimplätze an Unternehmen verkaufen. Diese erwerben je nach Menge der gewünschten Plätze für 50.000 bis 59.000 Euro für 30 Jahre das Recht, dass ihre Auszubildenden im Haus wohnen können.
Ein noch größeres Projekt plant die KEG im Neubaugebiet Hilgenfeld nördlich des Frankfurter Bergs, das die städtische ABG entwickelt. Dort sollen auf vier Etagen sieben Wohngemeinschaften mit 42 Plätzen entstehen.
Die neue Koalition von CDU, Grünen und SPD im Römer hat sich zum Ziel gesetzt, mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende, aber auch für Auszubildende zu schaffen. Dazu soll etwa nach Münchner Vorbild ein Azubiwerk entstehen.
Die KEG lädt interessierte Unternehmen für den 30. Juli, 10 Uhr, zu einer Onlineveranstaltung zu ihrem Projekt ein. Mehr dazu ist unter https://azubiwohnenfrankfurt.de/infoveranstaltung/ zu finden.