WM-Halbfinale: Déjà-vu-Alarm - scheitert England an Messi wie einst an Maradona?
WM-Halbfinale gegen Argentinien Déjà-vu-Alarm - scheitert England wieder an einer "One Man Show"?
Stand: 13.07.2026 • 19:54 Uhr
1986 wurde England bei der WM von Ausnahmespieler Diego Maradona eliminiert. 40 Jahre später droht den "Three Lions" ein ähnliches Schicksal. Der Maradona von einst heißt heute Lionel Messi.
Von Nicolas Herold
Fußball ist ein Mannschaftssport, soweit die Definition, auf die sich alle einigen können. Elf gegen elf, der Bessere möge gewinnen. Manchmal, in besonderen Momenten, wird diese Definition aber außer Kraft gesetzt. Dann mutiert diese schöne Sportart zu einem Einzelsport - im besten Sinne.
Zu bewundern gibt es das bei dieser Fußball-WM aktuell, wenn die argentinische Nationalmannschaft auf dem Rasen steht. Eigentlich sehen die Zuschauerinnen und Zuschauer dann elf Männer in weiß-blauen Jerseys gekleidet. Aber eigentlich gilt der Blick nur einem: Lionel Andrés Messi. Dem Ausnahmespieler, dem Alles-Überstrahler, dem Spiele-Alleine-Entscheider.
Argentinien ohne Messi? Unvorstellbar
17 Tore hat die "Albiceleste" schon erzielt, alleine acht davon gehen auf das Konto des Kapitäns der Südamerikaner. Der zweit-"beste" Angreifer nach Messi? Lautaro Martinez mit zwei Treffern. Fußball als Einzelsport, Messi macht es möglich.
Lange nicht mehr hat ein Spieler eine Mannschaft so durch ein Turnier getragen wie der mittlerweile schon 39 Jahre alte Superstar. Argentinien ohne Messi? Unvorstellbar. Was Erinnerungen weckt an eine andere, ganz besondere WM eines anderen, ganz besonderen Spielers.
Maradona überragt bei der WM 1986
Denn schon 1986 wurde die "Albiceleste" von dem Mann mit der Rückennummer 10 durch das Turnier getragen. Sein Name: Diego Armando Maradona. Wohl noch nie zuvor und nie wieder danach war ein Spieler so ausschlaggebend für den Erfolg eines Teams. Es war die WM des Maradona.
Fünf Treffer erzielte der Ausnahmekönner dereinst, dazu kamen noch fünf Vorlagen. Die letzte davon ist aus deutscher Sicht die bekannteste (und schmerzlichste) - vollendet wurde sie von Jorge Burruchaga. "Halt ihn, Toni, halt ihn" - Harald "Toni" Schumacher hielt ihn nicht. Argentinien war zum zweiten Mal Weltmeister, Maradona sei Dank.
Diego Maradona mit WM-Pokal bei der WM 1986
Argentinien ist wieder eine "One-Man-Show"
Messi tritt bei dieser WM in die Fußstapfen des großen Maradona. Klar, schon beim WM-Titel 2022 war Messi in überragender Form, sein Team um ihn herum unterstützte ihn aber mehr als bei dieser Endrunde. 2026 ist Argentinien noch mehr eine "One-Man-Show". Gibt es dafür wie 1986 den WM-Titel?
Im Weg steht am Mittwoch im Halbfinale (ab 21 Uhr live im Ersten) dazu erst einmal England, das nach dem ersten WM-Titel seit 1966 lechzt. England? Die "Three Lions" wissen ganz genau, wie es ist, gegen einen Einzelkönner auszuscheiden.
"Hand Gottes" und WM-Jahrhunderttor
1986 trafen sie im Viertelfinale auf Argentinien. Es folgten die "Hand Gottes" und das WM-Tor des Jahrhunderts, als sich Maradona in der eigenen Hälfte den Ball schnappte und ihn bis zum englischen Tor nicht mehr abgab. Wer an die WM 1986 denkt, denkt vor allem an dieses Spiel und diese beiden Treffer. Spätestens da war der "Mythos Maradona" geboren.
England musste die Heimreise antreten, geschlagen von einem einzigen Spieler. Im Halbfinale am Mittwoch droht den "Three Lions" nun das Déja-vu. Messi gegen England, wie einst Maradona gegen England. Jude Bellingham und Co. werden alles daransetzen, dass sich die Geschichte nach 40 Jahren nicht wiederholt. Oder wird am Mittwoch in Atlanta Fußball erneut zum Einzelsport?