WM-Fans sauer: Hat der ZDF-Kommentator die Halbzeit-Show „zugequatscht“?
Stand: 20.07.2026, 12:55 Uhr
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Oliver Schmidt in der Kritik: Einigen Fußballfans hat der ZDF-Kommentator während des Finales zwischen Spanien und Argentinien zu viel - und zu politisch - gesprochen.
Die Fußball-WM ist stets eines der größten Events des Jahres. Nicht nur die Spieler auf dem Feld stehen dabei im Fokus. Auch Fernsehschaffende, die an der Übertragung des Turniers beteiligt sind, leisten Arbeit, die von Millionen von Fußballfans verfolgt wird. Deren Urteil ist nicht selten vernichtend - und das ist auch beim Finalspiel der soeben zu Ende gegangenen WM in Mexiko, Kanada und den USA nicht anders.

Für das ZDF wurde die Partie zwischen dem späteren Weltmeister Spanien und Argentinien von Oliver Schmidt als Kommentator begleitet. Dessen Einlassungen stoßen in den sozialen Medien auf ein überwältigend negatives Echo - sowohl aufgrund ihrer Frequenz als auch wegen ihres Inhalts.
„Kann der Kommentator sich mal bitte etwas zurückhalten und nicht den Moment zuquatschen?“, fragt ein User in der Kommentarspalte eines Bildes, mit dem das ZDF die Übertragung des Spiels bei Facebook beworben hat. „Der Kommentator Oliver Schmidt quatsch zu viel und zu viel Unnötiges. Hoffentlich quatscht er nicht noch das ganze Spiel tot.“
Kulturkampf in der Kommentarspalte
Neben der Häufigkeit von vermeintlich unnötigen Kommentaren wird Schmidt zum Vorwurf gemacht, auch das Rahmenprogramm des Spiels mit zu vielen Redebeiträgen seinerseits „zerredet“ zu haben. „Sehr nervig, dass eurer Sportreporter permanent in der Halbzeitshow dazwischen quatscht“, schreibt eine frustrierte Zuschauerin. Auch eine Rede, die Tom Cruise im Stadion hielt, sei durch dieses Verhalten in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wie respektlos ist das bitte, über Tom Cruise hinweg zu quatschen anstatt zu übersetzen oder wenigstens den O-Ton hörbar zu lassen?“, brüskiert sich eine weitere Facebook-Userin.
Zusätzlich hat die Kritik an dem Kommentator zumindest teilweise eine politische Dimension. Dass Schmidt während des Spiels wiederholt Bezug auf politische Randbegebenheiten nahm, wird ihm von einzelnen als „vorlaut“ und „belehrend“ ausgelegt. „Könnte der Kommentator bitte aufhören, seine politischen Ansichten mitzuteilen und sich stattdessen rein auf das Finale fokussieren?“, fordert ein Fan. An anderer Stelle ist kulturkämpferisch von einer „politisch woken“ Gesinnung die Rede.
WM wurde von Kontroversen begleitet
Die FIFA steht unter anderem dafür in der Kritik, den Fokus auf sportlichen Wettbewerb der WM durch zusätzliche pompöse Inszenierungen wie die erstmals während eines WM-Finales durchgeführte Halbzeitshow zu verwässern. Dazu kommen Vorwürfe der politischen Einflussnahme auf das Sportliche, beim Turnier vor allem befeuert durch die aufgehobene Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun.
Oliver Schmidt hat schon vor seinem Einsatz als Final-Reporter wiederholt deutlich gemacht, dass er diesen Tendenzen kritisch gegenübersteht. Am Sonntag verabschiedete er sich vom ZDF-Publikum mit den Worten: „Meine Liebe zum Fußball ist am Ende größer als die ganze Abscheu und Abneigung gegen das Geschäft mit diesem tollen Sport.“
Dass Schmidt, der seine Kritikpunkte an den jüngsten Entwicklungen rund um die Weltmeisterschaft auch in seiner Funktion als Kommentator äußerte, zumindest inhaltlich nicht allein ist, zeigt ein User, der sich ähnlich wie der Sportreporter äußert. „Die WM fühlt sich zerstückelt, überinszeniert und völlig vom eigentlichen Sport entfremdet an“, schreibt er. „Korruptionsvorwürfe, Politik, Kommerz - der Fußball gerät immer mehr in den Hintergrund. Für mich war das eine riesige Enttäuschung.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)