Beinwil SO: Neugeborenes Esel-Fohlen spurlos verschwunden

Publiziert20. Juli 2026, 17:39

Beinwil SOWenige Stunden nach Geburt: Esel-Fohlen verschwindet spurlos

Ein neugeborenes Esel-Fohlen ist in Beinwil SO spurlos verschwunden. Die Besitzer vermuten, dass jemand das Tier gestohlen hat.

Zoé Stoller

Darum gehts

Seit Monaten freuten sich Ann-Christin Tkaczick und Simon Guggisberg auf die Geburt ihres ersten Esel-Fohlens. In der Nacht auf Samstag war es dann endlich so weit: Die Stute Falbala brachte auf einem Hof in Beinwil SO ein herziges, weisses Fohlen zur Welt. Doch am Sonntagmorgen folgte der Schock: Das neugeborene Tier war wie vom Erdboden verschluckt.

«Zuerst dachte ich, es liege einfach irgendwo hinter einem Hügel und ich sehe es nicht», erzählt Tkaczick. Doch das Fohlen blieb verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Partner durchkämmte sie die Weide, kontrollierte den Zaun und suchte mit einer Wärmebildkamera das umliegende Gelände ab. Sogar den Bach in der Nähe schauten sie sich genau an. «Wir dachten zuerst, vielleicht wurde es von einem Luchs oder einem Wolf gerissen oder ist unter dem Zaun abgehauen.»

Suchhunde aufgeboten

Als die Suche erfolglos blieb, alarmierte das Paar die Kantonspolizei Solothurn. Zusätzlich bot es eine private Hundestaffel auf, die auf vermisste Tiere spezialisiert ist. Zwei Suchteams wurden auf den Geruch des Fohlens angesetzt. «Die Hunde führten unabhängig voneinander bis zur Hauptstrasse», sagt Tkaczick. Für sie ist das ein Hinweis darauf, dass das knapp 24 Stunden alte Fohlen nicht einfach davongelaufen ist.

Die Besitzer vermuten deshalb, dass jemand das Tier gestohlen hat. «Es war erst wenige Stunden alt und wog etwa 15 bis 20 Kilogramm. Man hätte dafür nicht einmal einen Anhänger gebraucht – das Fohlen hätte problemlos auf die Rückbank eines Autos gepasst.» Weshalb jemand so etwas tun sollte, könne sie sich nicht erklären. «Wir hatten uns so auf das Fohlen gefreut. Es war unser erstes eigenes. Zudem war es wunderschön weiss, richtig aussergewöhnlich.»

Esel-Eltern total verstört

Besonders belastend sei auch das Verhalten der beiden Esel-Eltern gewesen. «Falbala und Doro waren völlig durcheinander und haben immer wieder nach dem Fohlen gerufen.» Der sonst zutrauliche Hengst sei ungewöhnlich aggressiv gewesen, habe geschrien und sei sogar auf ihren Partner losgegangen. «So haben wir ihn noch nie erlebt.»

Nun hofft das Paar, dass sich jemand meldet, der etwas gesehen hat. «Ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum jemand ein so kleines Fohlen mitnimmt. Ich hoffe einfach, dass es noch lebt und wir es wiederfinden», sagt Tkaczick. Einen Namen hatte das Jungtier noch nicht. «Wir wollten es am Sonntag taufen», so die Besitzerin.

Tkaczick bittet deshalb Personen, die sachdienliche Hinweise haben, sich unter der Nummer +41 79 317 26 39 oder bei der Kantonspolizei Solothurn zu melden.

Wenig Ermittlungsansätze

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt laufende Ermittlungen zum Fall. Wie ein Sprecher jedoch erklärt, habe man derzeit wenig Ermittlungsansätze. Somit könne aktuell nicht geklärt werden, ob das Fohlen gestohlen oder allenfalls durch ein Tier gerissen wurde.

Zoé Stoller

Zoé Stoller (sto) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten und ist stellvertretende Leiterin des Ressorts Regionen.

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