Laut Bauernregel sollen jetzt am Wochenende „die stärksten Gewitter toben“ – das sagt die moderne Meteorologie
Warum laut Bauernregel am 25. Juli „die stärksten Gewitter toben“ könnten
Stand: 24.07.2026, 13:14 Uhr
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Der 25. Juli kommt traditionell mit zahlreichen Bauernregeln daher. Neben ersten Wintervorhersagen spielen auch Sommergewitter eine Rolle.
Auch am Wochenende bleibt der Hochsommer bestimmend: Sonne, hohe Temperaturen, stabile Wetterlagen in weiten Teilen Deutschlands. Doch traditionell gilt gerade diese Zeit als besonders gewitteranfällig. Zwischen dem Gedenktag der Margareta von Antiochia am 20. Juli und dem Jakobustag am 25. Juli, der 2026 auf einen Samstag fällt, verorten alte Bauernregeln die heftigsten Sommergewitter des Jahres. Ein Blick auf die Regel und die aktuelle Vorhersage zeigt, ob sich dieses Muster nun bestätigt.

Die Regel dazu lautet: „Gegen Margareten und Jakoben, die stärksten Gewitter toben.“ Gemeint ist der Zeitraum von rund fünf Tagen zwischen den beiden Gedenktagen, der laut bäuerlicher Überlieferung besonders anfällig für kräftige Unwetter mit Blitz, Donner und Starkregen sein soll. Hintergrund ist die sommerliche Hitze, die in diesen Tagen häufig auf feuchte Luftmassen trifft und so labile Wetterlagen begünstigt – eine Konstellation, die Gewitter im Hochsommer generell wahrscheinlicher macht.
Bauernregel zum Jakobustag: Stimmt die Gewitter-Prognose 2026?
Meteorologisch ist der Grundgedanke nicht abwegig. Ende Juli erreicht die sommerliche Wärme oft ihren Höhepunkt, gleichzeitig kann feuchtwarme Luft aus südlichen Regionen einströmen. Treffen beide Faktoren aufeinander, entstehen Bedingungen, die klassische Sommergewitter begünstigen. Dass ausgerechnet dieser kurze Zeitraum zwischen Margareta und Jakobus als Höhepunkt gilt, ist historisch aber eher eine grobe Faustregel als ein exaktes Datum. Gewitterlagen können in jedem Sommer früher oder später auftreten.
Die Vorhersage für den 25. Juli selbst zeichnet allerdings ein anderes Bild als das Sprichwort erwarten lässt. Nennenswerte Gewitter traten in den vergangenen Tagen vor allem um den 20. und 21. Juli auf, seither beruhigte sich die Lage spürbar. München zeigt sich am Jakobustag bei rund 30 Grad überwiegend trocken und sonnig, Berlin bleibt bei bis zu 28 Grad meist wolkenlos. Auch Hamburg, Köln und Frankfurt erwartet freundliches, wenn auch leicht bewölktes Wetter mit 25 bis 31 Grad.
Von den prophezeiten „stärksten Gewittern“ ist am Jakobustag 2026 also wenig zu spüren – die eigentliche Unwetteraktivität lag bereits einige Tage zuvor, rund um Margareta. Genau in diesem Punkt zeigt sich die Regel als grober Rahmen statt als exaktes Datum. Stattdessen rückt ein anderer Trend in den Fokus: Bereits ab Mitte der kommenden Woche zeichnet sich vielerorts eine neue Hitzewelle mit erneut steigenden Temperaturen ab, die klassische Sommerhitze bleibt also weiterhin bestimmend.
Wer war Jakobus der Ältere?
Jakobus der Ältere war einer der zwölf Apostel Jesu und Bruder des Evangelisten Johannes. Als Fischer folgte er mit seinem Bruder dem Ruf Jesu und gehörte zum engsten Jüngerkreis. Der Beiname unterscheidet ihn von Jakobus dem Jüngeren. Der Überlieferung nach missionierte er in Spanien, bevor er um 44 n. Chr. als erster Apostel den Märtyrertod erlitt.
Bis heute gilt er als Schutzpatron Spaniens, sein vermutliches Grab in Santiago de Compostela ist Ziel des Jakobswegs. Sein Gedenktag am 25. Juli wurde im bäuerlichen Kalender zum Lostag mit Aussagekraft für das Wetter der Folgemonate.
Wie belastbar solche Regeln generell sind, bleibt umstritten. Sie basieren auf jahrhundertelanger Beobachtung, die durchaus reale klimatische Tendenzen abbildet, etwa die statistische Häufung von Gewittern im Hochsommer. Für ein einzelnes Datum oder einen Ort lassen sich daraus aber keine verlässlichen Prognosen ableiten. Die moderne Meteorologie stützt sich auf Messdaten und Modelle, während Bauernregeln als kulturelles Erfahrungswissen gelten – interessant, aber kein Ersatz für die tagesaktuelle Vorhersage. Der Jakobustag liefert traditionell aber noch weit mehr Bauernregeln – vor allem zum kommenden Winter.