Warnung aus Kiew: Russland plant Angriffe auf NATO – und will sie der Ukraine anhängen
Stand: 23.07.2026, 12:48 Uhr
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Ukraine warnt vor russischen Täuschungsangriffen auf NATO-Staaten.
Kiew – Russland bereitet nach ukrainischen Angaben gezielte Provokationen gegen NATO-Staaten vor. Dabei könnten Angriffe so inszeniert werden, dass sie wie ukrainische Aktionen aussehen. Ziel sei es, Misstrauen innerhalb des Bündnisses zu schüren und die Unterstützung für Kiew zu untergraben.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Nach Darstellung des Leiters des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, könnten Drohnen eingesetzt werden, die als ukrainische Geräte getarnt sind. Diese könnten sowohl gegen baltische Staaten als auch gegen Polen gerichtet werden.

„Russland bereitet Provokationen unter falscher Flagge gegen NATO-Länder vor“, schrieb Kowalenko am Mittwoch (22. Juli) im Nachrichtendienst Telegram. Verantwortlich seien demnach der russische Militärgeheimdienst GRU sowie möglicherweise auch der Auslandsgeheimdienst SWR, erklärte er.
Warnungen vor Angriffen unter falscher Flagge
Kowalenko zufolge zielt das Vorgehen darauf ab, die Beziehungen zwischen der Ukraine und ihren Partnern zu beschädigen. Durch inszenierte Angriffe könne der Eindruck entstehen, Kiew selbst greife NATO-Staaten an. Belege für die Vorwürfe nannte er nicht.
Ähnliche Einschätzungen kommen auch aus Polen. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hatte erklärt, Russland könne Provokationen mit erbeuteten ukrainischen Drohnen vorbereiten, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform unter Verweis auf frühere Aussagen. Solche Szenarien würden darauf abzielen, Verwirrung zu stiften und politische Spannungen innerhalb der Allianz zu verschärfen.
Geheimdienste sehen Risiko hybrider Angriffe
Auch aus dem Baltikum kommen Warnungen. Der litauische Verteidigungsminister erklärte vor kurzem im öffentlich-rechtlichen Radio LRT, Russland suche angesichts ausbleibender militärischer Erfolge in der Ukraine nach neuen Möglichkeiten zur Eskalation. Der baltische Raum und Polen könnten dabei ins Visier geraten.
Der litauische Präsident Gitanas Nausėda bestätigte, dass entsprechende Einschätzungen auf Geheimdienstinformationen basieren. Demnach könnten mögliche Angriffe auf kritische Infrastruktur sowohl mit konventionellen Mitteln als auch in Form hybrider Operationen erfolgen. Konkrete Details nannte er nicht.
Hybride Kriegsführung nimmt zu
Die aktuellen Warnungen passen in ein größeres Muster, das westliche Beobachter seit Längerem sehen. Der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) geht davon aus, dass sich Russland bereits in einer frühen Vorbereitungsphase für einen möglichen Konflikt mit der NATO befindet.
In dieser Phase gehe es vor allem darum, das Umfeld zu beeinflussen und zu destabilisieren. Das ISW nennt beispielweise Luftraumverletzungen, Spionage, Störungen im Seeverkehr sowie Sabotageakte.
Auch die Bundeswehr beschreibt eine ähnliche Entwicklung. Neben der Ukraine seien EU- und NATO-Staaten zunehmend Ziel sogenannter hybrider Maßnahmen aus Russland. Vor allem im Cyber- und Informationsraum hätten diese Aktivitäten im Zuge der westlichen Unterstützung für Kiew spürbar zugenommen – auch in Deutschland. Quellen: Bundeswehr, ISW, Kovalenko auf Telegram, LRT, Ukrinform, nif/red.