Waghalsiges Manöver: Windsurfer kollidiert fast mit Fähre – Behörden warnen
Stand: 23.07.2026, 17:52 Uhr
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Ein Windsurfer entgeht nur knapp einem Zusammenstoß mit einer Fähre. Die Schiffer kennen das Problem, jetzt warnen sogar die Behörden.
Viganj – Im kroatischen Pelješac-Kanal entschied ein Augenblick über Leben und Tod. Ein Windsurfer raste bei strahlendem Sonnenschein direkt vor den Bug eines Schnellkatamarans. Nur durch die schnelle Reaktion der Crew konnte eine Tragödie verhindert werden.

Die Bordkamera des Katamarans „Puntamika“ der Reederei TP Line zeichnete den Vorfall am 23. Juni auf, wie das kroatische Nachrichtenportal morski.hr berichtete. Das Schiff verkehrt auf der Strecke zwischen Split und Dubrovnik und erreicht dabei Geschwindigkeiten von 28 bis 30 Knoten, was etwa 55 Stundenkilometern entspricht. Ein Ausweichmanöver war nahezu unmöglich: Die Sonne blendete die Brücke, von links kam ein weiteres Schiff, und bei dieser Geschwindigkeit ist ein Notstopp eine Herausforderung für die Crew.
Wellen an Schiffen beliebt bei Surfern: Viele Schiffer kennen die Gefahr
Besonders besorgniserregend ist, dass dies kein Einzelfall ist. Ein erfahrener Schiffsoffizier, der anonym bleiben möchte, äußerte gegenüber Jutarnji list: „Ich habe noch nie Polizei oder Kapitänsbehörde auf dieser Strecke gesehen – und ich fahre seit über 13 Jahren Schiffe. Nachmittags sind es Hunderte – Surfer, Kiter und andere. Das ist ein Chaos.“ Einige Surfer sollen sogar absichtlich Katamarane umkreisen, um auf deren Bugwelle zu reiten, was äußerst gefährlich ist.
Das kroatische Ministerium für das Meer hat inzwischen Maßnahmen ergriffen. Siniša Orlić, der Leiter der Behörde, verschickte ein Rundschreiben an alle Reedereien mit der Aufforderung zu erhöhter Wachsamkeit und angepassten Geschwindigkeiten zwischen Viganj und Kućište. Informationsflyer und Hinweistafeln sollen Surfer an der Küste informieren. Zudem plant die Hafenbehörde verstärkte Kontrollen auf dem Wasser und das Setzen von Signalbojen. Laut den geltenden Vorschriften dürfen sich Surfer und Windsurfer nicht weiter als 300 Meter von der Küste entfernen, doch diese Regel wird offenbar kaum durchgesetzt.
Erfahrene Seeleute bezweifeln, dass Aufklärungskampagnen ausreichen werden. Ein Schiffsoffizier sagte gegenüber morski.hr: „Wir können nur zu Gott beten, dass es keine weiteren Todesopfer gibt.“ Wie viele Surfer bisher tatsächlich mit Bußgeldern belegt wurden, ist nicht öffentlich bekannt. Doch auch ohne Schiffe kann die Adria gefährlich werden, erst kürzlich überflutete ein Meteotsunami einen Ort in Kroatien binnen Sekunden. (Quellen: morski.hr, Jutarnji list) (kiba)