Von Hamm nach Hollywood: Markus Fuchs qualifiziert sich für die Club-WM
Stand: 14.07.2026, 18:00 Uhr
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Eigentlich längst im Berufsleben: ASV-Geschäftsführer Markus Fuchs feiert mit Los Angeles die Club-WM-Qualifikation und erlebt ein besonderes Handball-Abenteuer.
Hamm – Seit ein paar Tagen hat der Eintrag zur Karriere von Markus Fuchs im Online-Lexikon Wikipedia zwei Zeilen mehr: „Im Juli 2026 gewann er mit dem Los Angeles Team Handball Club die NACHC Club Championship 2026 und qualifizierte sich für die IHF Club World Championship 2026“, steht da über den Geschäftsführer des ASV Hamm-Westfalen. Ein Eintrag, den sich der 34-Jährige unter anderem mit einem so prominenten Handballer wie dem dänischen Olympiasieger und Weltmeister Michael Damgaard teilt. Und mit seinen ehemaligen ASV-Teamkollegen Joscha Ritterbach und Felix Hertlein.
Hinter dem Kürzel NACHC verbirgt sich nicht weniger als nordamerikanische und karibische Qualifikation für den Super Globe, die Weltmeisterschaft für Club-Mannschaften, die der Weltverband IHF in diesem Jahr Ende September im ägyptischen Kairo austragen wird. Dort trifft das LA-Team dann auf so illustre Handball-Riesen wie den amtierenden Champions-League-Sieger FC Barcelona, KC Veszprem oder die Füchse Berlin.
Dass er in der Qualifikation, die in Mexiko stattfand, Teil des amerikanischen Meisters aus Los Angeles sein würde, ahnte Fuchs noch nicht, als er in der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga und zwei Jahre nach seinem Karriereende aufgrund einer personellen Notsituation noch einmal erfolgreich das Trikot des ASV Hamm-Westfalen übergestreift hatte. „Der Kontakt kam über Joscha Ritterbach, der zuvor schon einmal nationale Turniere für Los Angeles gespielt hat“, erklärt Fuchs. Ritterbach war unter anderem in seiner Karriere von 2014 bis 2017 als Linksaußen für den ASV aktiv und ist mittlerweile Spielerberater. „Joscha hat sich als Berater ein großes Netzwerk aufgebaut, ist Mittelsmann zwischen LA und Europa.“
Bereut hat der ASV-Geschäftsführer seine Zusage keine Sekunde. „Wir hatten da eine richtig gute Zeit – nach zwei Tagen war dieses zusammengewürfelte Team aus Amerikanern und Europäern – Dänen, Slowenen und vier Deutsche – bereits eine super Einheit. So etwas habe ich selten erlebt“, sagt Fuchs. „Wir haben zusammen über Airbnb ein großes Haus gebucht, drei nette Omas haben uns bekocht. Klar hatte das Urlaubscharakter. Aber da war schon Ehrgeiz und ordentlich Druck auf dem Kessel – man hat gemerkt, wie viel diese Qualifikation den Amerikanern bedeutet und dass der Anspruch da war, dass wir das Turnier unbedingt gewinnen.“
Markus Fuchs schafft mit Los Angeles die Club-WM
Mit Tacos, Burritos und Chili con carne im Bauch gelang das souverän. Nach Siegen gegen den New York Athletic Club (29:28), Espartanos HC (31:20) und Juventus (36:25/beide Mexiko) ging es im anschließenden Endspiel erneut gegen New York. „Das war dann eine klare Angelegenheit, nachdem wir zwischenzeitlich schon mit acht, neun Toren vorngelegen hatten“, so Fuchs über den 34:29-Sieg, nach dem er mit den Kollegen die gelungene WM-Quali bejubelte.
Die anfänglichen Sorgen, dass die amerikanischen Spieler die Kollegen aus Übersee nicht akzeptieren würden, weil sie ihnen die Spielzeit nehmen, „war völlig unbegründet“, so Fuchs. „Die hatten vielleicht das Level unserer vierten Liga – und die waren super dankbar, dass wir das mitgemacht haben.“
Nächster Stopp: Kairo
Ihren Amerika-Ausflug hatten die Europäer dem Engagement von LA-Clubpräsident und Bestsellerautor Lewis Howes zu verdanken. Howes träumt als 42-jähriger Kreisläufer den Traum von Olympia mit dem US-Team. „Amerika ist ja im Handball nicht so groß“, erklärt Fuchs. „Und die USA wollen diesen Sport mit Blick auf die Spiele 2028 in Los Angeles voranbringen.“
Ob das auf diese Art gelingt? In Kairo, wenn es gegen die Weltelite geht, werden zumindest die Europäer, die die WM-Quali geschafft haben, eher nicht dabei sein. „Das haben alle direkt gesagt, dass das nicht klappen wird“, so Fuchs Schließlich haben alle ihre aktiven Karrieren beendet und stehen im Berufsleben. „Aber es ging und geht Howes ja in erster Linie darum, in Amerika Aufmerksamkeit für den Sport zu bekommen.“
Fuchs wird das Abenteuer nicht nur sportlich als gelungen abhaken. Auch für den Job nimmt er was mit. „Für mich war es super, Kontakte zu knüpfen, das Netzwerk auszubauen – aus Österreich war zum Beispiel ein Sportlicher Leiter da – oder Morten Olsen als Handball-Legende und Sportdirektor beim dänischen Topclub Ringsted.“ Auch dessen Wikipedia-Eintrag hat nun ein paar Worte mehr: Trainer des Los Angeles Handball Club.