„Verfassungsfeindliche Äußerungen“ an Schule in Oberbayern: Hausdurchsuchungen bei sieben Jugendlichen
Stand: 22.07.2026, 18:30 Uhr
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An einer Schule in Oberbayern sind Jugendliche durch rassistische Beleidigungen und verfassungsfeindliche Gesten aufgefallen. Die Polizei hat nun bei sieben Beschuldigten Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Holzkirchen – An einer privaten Wirtschaftsschule in Holzkirchen sind Jugendliche durch verfassungsfeindliche Äußerungen und rassistische Beleidigungen aufgefallen. Wie Merkur-Reporterin Katrin Hager berichtet, hat die Polizei nun bei sieben Schülern Hausdurchsuchungen durchgeführt – der Staatsschutz ermittelt.
- Sechstklässler beleidigten einen Mitschüler mit einem rassistischen Begriff – die Mutter des Betroffenen erstattete Anfang Juli Anzeige.
- Die Polizei ermittelte eine Kerngruppe von sieben Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, denen das Zeigen des Hitler-Grußes und Beleidigungen gegen Ausländer vorgeworfen werden.
- Am Mittwochmorgen fanden Hausdurchsuchungen im Landkreis Miesbach und im südlichen Landkreis München statt; umfangreiches Material wurde sichergestellt.
Hitler-Gruß und rassistische Beleidigungen: Polizei ermittelt in Holzkirchen
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Vorfall Anfang Juli: Sechstklässler der privaten Wirtschaftsschule Pasold-Weißauer in Holzkirchen titulierten einen Mitschüler mit dem N-Wort. Die Mutter des betroffenen Kindes erstattete daraufhin Anzeige. Die Polizeiinspektion (PI) Holzkirchen identifizierte die jungen Täter – allesamt strafunmündig – rasch. In den anschließenden Anhörungen zeichnete sich jedoch ab, dass ältere Schüler als schlechtes Vorbild gedient hatten. „Einer hat in der Anhörung angegeben, dass er nur kopiert habe, was Schüler aus älteren Jahrgängen vorgemacht hätten“, schildert PI-Leiter Christian Gollwitzer. „Da wurden wir hellhörig.“
Rund zwei Wochen lang ermittelte die Polizei und machte schließlich eine Kerngruppe von sieben Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren aus. Ihnen werden nach Angaben von Gollwitzer „verfassungsfeindliche verbale und tätliche Äußerungen“ vorgeworfen. Nach Informationen unserer Zeitung ging es unter anderem um das Zeigen des Hitler-Grußes und Beleidigungen gegen „Ausländer“.
Am Mittwochmorgen führte die Polizei bei den sieben Beschuldigten Hausdurchsuchungen durch – in Wohnungen im Landkreis Miesbach sowie im südlichen Landkreis München. Dabei wurde umfangreiches Material sichergestellt. Die Ermittlungen hat die Abteilung Staatsschutz bei der Kripo Rosenheim übernommen. Gollwitzer betont jedoch: „Wir reden nicht von organisierten Rechtsextremen, sondern von Jugendlichen.“ Inwiefern die Beschuldigten untereinander verbunden seien, müssten erst noch Ermittlungen zeigen.
Holzkirchen ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Miesbach, rund 30 Kilometer südlich von München.
Prävention und Zivilcourage: Schule und Polizei reagieren auf Vorfälle
Parallel zu den Ermittlungen liefen bereits Präventivmaßnahmen an der Schule an. Am Montag hielt der Münchner „Stolperstein“-Aktivist Terry Swartzberg dort den Vortrag „Democracy Day – Zeit für Zivilcourage“. Auch die Jugendbeamtin der Polizei besuchte die Schule. Für Gollwitzer ist diese Aufarbeitung entscheidend: „Es handelt sich um einen kleinen Teil, sieben Leute an einer Schule – wir sprechen nicht von der ganzen Schule“, betont er. „Es ist wichtig, auch die anderen Schüler zu begleiten und sie zu Zivilcourage aufzurufen.“ Der PI-Chef hofft zudem auf eine abschreckende Wirkung der polizeilichen Maßnahmen: „Solche Äußerungen dürfen nie mehr salonfähig oder ,cool‘ werden. Da müssen wir als Gesellschaft, als Polizei und Rechtsstaat klare Kante zeigen und ein Stoppschild aufstellen.“