Verein mit 43 aktiven Hüttendienstlern: Zu Fuß, mit Skiern oder dem Mountainbike

Verein mit 43 aktiven Hüttendienstlern Zu Fuß, mit Skiern oder dem Mountainbike

Einöd · Die Ski- und Wanderfreunde Einöd arbeiten täglich daran, dass es für den Verein weitergeht. Bei einem gemütlichen Sommerfest wurden Ehrenurkunden für 50 Jahre Mitgliedschaft überreicht.

19.07.2026 , 17:04 Uhr

Die Geehrten der Ski- und Wanderfreunde Einöd, die für ihre 50-jährige Mitgliedschaft vom Vorsitzenden Martin Marx (stehend, 2. von rechts) eine Ehrenurkunde bekamen. Oben links Rudolf Carius, daneben die Hütten-Organisatorin Ursel Wilhelm.

Foto: Michael Haupt

Eines gleich vorweg: Wer in diesem herausfordernden Sommer mit großen Belastungen für Körper und Geist außerhalb seiner vier Wände einen Ort zum Erholen sucht, dem sei die Hütte der Ski- und Wanderfreunde (SuW) Einöd am Pfänderbach empfohlen. Das sahen auch die rund 100 gut gelaunten Menschen so, die der Einladung zum Sommerfest gefolgt waren. Herzstück der liebevoll gestalteten Veranstaltung waren die Ehrungen verdienter Mitglieder.

Der Vorsitzende Martin Marx begrüßte die Gäste mit lobenden und motivierenden Worten: „Mein erster Dank an diesem Nachmittag gilt unseren 43 aktiven Hüttendienstlern. Wir haben zwar nur noch mittwochs und jeden ersten sowie dritten Sonntag im Monat geöffnet. Aber an diesen Tagen geben wir richtig Gas. Manchmal auch bis zum Limit.“ Dass der Verein nun seit rund 55 Jahren so gut funktioniere, sei auch das Verdienst der ehemaligen Hüttendienstler, von denen einige zum Fest gekommen waren. „Ihr habt das alles hier aufgebaut. Von der Baracke bis zur Edelhütte.“

Tief im Gedächtnis des Vereins verankert ist in diesem Zusammenhang der 6. September 2010. Damals stand das Gebäude nach einer Brandstiftung in Flammen. Dank der Versicherung und mit enormer Eigenleistung konnte die Ski- und Wanderhütte neu errichtet und bereits am 20. Mai 2011 neu eingeweiht werden.

Der 87-jährige Rudolf Carius verbindet viele schöne Erlebnisse mit dem Verein. Für 50 Jahre Mitgliedschaft erhält er die Ehrenurkunde.

Foto: Michael Haupt

Dass der aktuelle Vorstand dieses Erbe bewahren und fortführen möchte, daran ließ Martin Marx keine Zweifel: „Wir sind jeden Tag da und arbeiten daran, dass es weitergeht. Aktuell renovieren wir die Sitzgruppen im Außenbereich.“

410 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Die vor 15 Jahren eingeschlafene Ski-Abteilung konnte vor drei Jahren wieder ins Leben gerufen werden. Immer an Ostern fahren die Einöder dann mit rund 25 Leuten in die Alpen. Meist nach Bach im Tiroler Lechtal und in Kooperation mit dem Christian-von-Mannlich-Gymnasium Homburg. Das wurde unter anderem möglich, da Vereinsmitglied und Skilehrer Armin Forsch dort als Lehrer arbeitet – und Martin Marx als Hausmeister. Übrigens wurde dank Armin Forsch auch eine Mountainbike-Abteilung gegründet. „Das tut dem Altersdurchschnitt im Verein gut. So bekommen wir wieder junge Leute“, berichtet der Vorsitzende.

Stellvertretend für die Generation der Mitglieder, die das Gelände des SuW in seiner heutigen Form gestaltet haben, steht Rudolf Carius. Der 87-Jährige war unter anderem 46 Jahre lang Kassierer, jahrzehntelanger Hüttendienstler und der erste Wanderer, der 3000 Kilometer vorweisen konnte. Er organisierte in der Vergangenheit auch viele Ski-Freizeiten. „Das hatten wir kaum ausgeschrieben, da war die Fahrt mit 40, 50 Personen schon ausgebucht. Alpin und Langlauf, zum Beispiel in St. Johann in Österreich.“ Mit zunehmendem Alter wurde dann doch immer mehr gewandert. Die Ski-Ausflüge gehören aber noch immer zu den schönsten Erinnerungen des SuW-Urgesteins. „Für jede Fahrt habe ich einen Ordner und ein Album gemacht.“ Darüber hinaus hat er auch alles gesammelt, was mit den Ski- und Wanderfreunden zu tun hat. „Vom Plakat bis zum Zeitungsausschnitt.“

Rudolf Carius kann noch von anderen, fast vergessenen, Vereinsaktivitäten berichten – zum Beispiel vom Hüttenchor, der Bastel-Gruppe oder den Hallenturnieren der Fußball-Abteilung. Damals hatte das Vereinswesen nach der Gründung 1971 ganz andere Dimensionen. „An Ostern haben 120 Kinder Eier gesucht und für die Weihnachtsfeier haben wir die Saarpfalz-Halle gebraucht.“ Unvergessen ist für Carius auch eine Fahrt mit zahlreichen Mitgliedern in die USA im Jahr 1998.

Bevor am Schluss das leckere Büfett eröffnet wurde, konnten noch einige Mitglieder für 50 Jahre Vereinstreue geehrt werden – unter ihnen auch Brigitte und Rudolf Carius. Ein ganz besonderes und auch emotionales Dankeschön ging dabei von Martin Marx an Hütten-Organisatorin Ursel Wilhelm: „Wenn ich die Ursel nicht hätte, würde ich alt aussehen. Da gibt es kein Nein! Sie ist wirklich außergewöhnlich und regelt alles – von den Blumen bis zum Einkauf.“