Bayern: Streift ein Bär durch das Allgäu? – Verdächtige Spuren gefunden
Im südlichen Oberallgäu könnte erneut ein Bär unterwegs sein. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat nach eigenen Angaben Hinweise auf das Tier erhalten und eine genetische Untersuchung eingeleitet. Auslöser sind gefundene Exkremente, die möglicherweise von einem Bären stammen. Die Proben würden derzeit in einem Eilverfahren ausgewertet, teilte die Behörde mit. Bisher seien dabei keine weiteren eindeutigen Hinweise entdeckt worden, sagte ein Sprecher des Landesamtes.

Bis das Ergebnis der Analyse vorliegt, warnt das LfU Anwohner, Wanderer und Ausflügler vor erhöhter Aufmerksamkeit. Landwirte werden aufgefordert, ihre Tiere nachts in Ställe zu bringen und geeignete Herdenschutzmaßnahmen zu treffen. Wer in der Natur unterwegs ist, sollte zudem keine Lebensmittelreste oder Müll zurücklassen. Damit soll verhindert werden, dass ein möglicherweise umherstreifendes Tier angelockt wird.
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Letzter Bärennachweis in Bayern vor drei Jahren
Der letzte bestätigte Nachweis eines Bären in Bayern liegt drei Jahre zurück. Im Mai 2023 wurde im Landkreis Oberallgäu ein Tier fotografiert. Zuvor hatte es mehrere Hinweise auf einen Bären im Landkreis Berchtesgadener Land gegeben, außerdem im Landkreis Traunstein sowie in den Regionen Miesbach und Rosenheim.
Auch in Österreich gab es zuletzt eine Sichtung nahe der bayerischen Grenze. Im Gemeindegebiet von Thiersee im österreichischen Bundesland Tirol beobachteten Bauern einen Bären. Die Gemeinde rief daraufhin zu besonderer Vorsicht auf und empfahl unter anderem, Hunde im Freien an der Leine zu führen.
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Bären kommen häufig aus Norditalien
Ein möglicher Ursprung der Tiere ist die italienische Provinz Trentino. Von dort wandern Bären immer wieder über die Alpen nach Norden. In der Region läuft seit Jahren ein Wiederansiedlungsprojekt, inzwischen leben dort mehr als 100 Tiere. In dem beliebten Urlaubsgebiet kam es in den vergangenen Jahren mehrfach zu Begegnungen zwischen Menschen und Bären. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte vor allem ein tödlicher Angriff im Frühjahr 2023: Ein 26-jähriger Jogger wurde von einer Bärin angegriffen und getötet. In Trentino weisen inzwischen Schilder entlang von Wanderwegen auf die mögliche Begegnung mit den Tieren hin.
Mit dpa