Uschi Glas trauert um Schauspiel-Kollegen: „Eigentlich wollten wir doch noch zusammen feiern“

Stand: 24.07.2026, 13:17 Uhr

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Schauspiel-Legende Uschi Glas hat einen langjährigen Weggefährten verloren – und verabschiedet sich mit einem offenen Brief, dessen Worte tief berühren.

München – Werner Enke († 85) ist tot. Der Schauspieler starb am 20. Juli nach schwerer Krankheit in München – und hinterlässt eine Lücke, die weit über die deutsche Filmwelt hinausreicht. Besonders schwer wiegt der Verlust für Uschi Glas (82): Die TV-Ikone zählt seit den 1960er-Jahren zu den bekanntesten Fernseh- und Kinogesichtern des Landes.

Filmpremiere "Zur Sache Schätzchen"

May Spils, Werner Enke und Uschi Glas auf dem Königsplatz in München. (Archivfoto) © picture alliance / dpa

Dabei hätte es in zwei Jahren einen echten Grund zum Feiern gegeben: das 60. Jubiläum von „Zur Sache, Schätzchen“. Der Kultfilm machte beide 1968 über Nacht zu Stars. Enke schrieb das Drehbuch und spielte den Taugenichts Martin, Glas eroberte als aufgeweckte Barbara aus gutem Hause die Leinwand. Mit einem derartigen Triumph hatte damals niemand gerechnet: Bei der Münchner Premiere rollte laut dpa eine „Walze des Vergnügens“ durch den Saal – anschließend lief der Hit zwei volle Jahre in den deutschen Kinos.

Berührende Worte von Uschi Glas: „Jetzt bist du im Himmel und schaust auf uns hinab“

„Eigentlich wollten wir doch noch zusammen feiern“, bedauert Uschi Glas in einem offenen Brief, den die Abendzeitung veröffentlicht hat. Doch daraus wird nun nichts mehr: „In zwei Jahren wäre es so weit gewesen: 60 Jahre ‚Zur Sache, Schätzchen‘. Aber jetzt bist du im Himmel und schaust auf uns hinab.“ In bewegenden Zeilen blickt sie auf ihre völlig unterschiedlichen Charaktere zurück: „Wir waren einfach so gegensätzlich. Ich die Bürgerliche, Du der Bürgerschreck. Dennoch (oder gerade deswegen) hast Du mich fasziniert – und, ich glaube, ich Dich auch ein bisserl.“

Hinter dem Erfolg von „Zur Sache, Schätzchen“ stand damals auch Enkes Lebensgefährtin May Spils (84), die als erste erfolgreiche deutsche Regisseurin der Nachkriegsgeneration das Werk inszenierte. Nach weiteren Erfolgen wie „Nicht fummeln, Liebling“ (1970) und „Mit mir nicht, du Knallkopf“ (1983) zog sich das Duo aus der Öffentlichkeit zurück. Das Paar lebte fortan in München-Schwabing, wo Werner Enke malte, Cartoons zeichnete und, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, Ende der 1990er-Jahre ankündigte, die nächsten zehn Jahre mit Nichtstun verbringen zu wollen.

Über 60 Jahre lang gingen Werner Enke und May Spils gemeinsam durchs Leben. Nach einem langen Gespräch mit Spils richtet Uschi Glas, die jüngst einen emotionalen Aufruf geteilt hat, schließlich die letzten Zeilen ihres Briefes im Namen beider Frauen an den verstorbenen Schauspieler: „Wir fühlen Dich, denn wir glauben beide daran, dass die Seele irgendwie, irgendwo weiter existiert. Also, lebe wohl, lieber Werner, und schau uns von da oben zu, und hab eine schöne Zeit, da draußen im Himmel, im Weltall.“ (sk) Verwendete Quellen: abendzeitung-muenchen.de, sueddeutsche.de, dpa