Ulrike Scharf lobt: „Von Fraunberg geht eine Wucht aus"

Stand: 18.07.2026, 12:01 Uhr

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Urkunden für treue Mitglieder (v.l.): Staatsministerin Ulrike Scharf, Bernd Grabert (60 Jahre), Klaus Lanzinger (35), Andreas Scharf (30), Hubert Pfanzelt (15) und Altbürgermeister Hans Wiesmaier. Nicht auf dem Foto: Ursula Anders (20), Alexander Brielmair (10) Günter Vogt (10).

Urkunden für treue Mitglieder (v.l.): Staatsministerin Ulrike Scharf, Bernd Grabert (60 Jahre), Klaus Lanzinger (35), Andreas Scharf (30), Hubert Pfanzelt (15) und CSU-Ortsvorsitzender Hans Wiesmaier. Nicht auf dem Foto: Ursula Anders (20), Alexander Brielmair (10) und Günter Vogt (10). © Patricia Schneider

Die Staatsministerin forderte bei der CSU-Jahreshauptversammlung in Fraunberg eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters.

Fraunberg/Hatting – Langjährige Mitgliedschaften, ein optimistischer Blick in die Zukunft und auf bundespolitische Themen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der CSU Fraunberg im Gasthaus Forsterhof in Hatting. Vorsitzender Hans Wiesmaier sprach in seinem Rückblick von einer Zeit, in der politische Entscheidungen immer schneller getroffen werden. Umso wichtiger sei es, die eigenen Werte nicht aus den Augen zu verlieren. „Wir sind dem Optimismus verpflichtet“, betonte er. Zukunft dürfe nicht verhindert oder schlechtgeredet werden, man müsse sie viel mehr selbst mitgestalten.

Urkunden für treue Mitglieder

In seinem Kassenbericht informierte Albert Schön über die Finanzen des Ortsverbands. Einnahmen von rund 5300 Euro standen Ausgaben von etwa 4600 Euro gegenüber. Somit verfügt man aktuell über rund 11.000 Euro.

Ein Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen treuer Mitglieder. Seit 60 Jahren gehört Bernd Grabert der CSU an. Wiesmaier würdigte ihn als jemanden, der sich über Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement eingebracht habe: „Du hast nicht nur geredet, sondern immer angepackt.“ Geehrt wurden außerdem Klaus Lanzinger (35 Jahre), Andreas Scharf (30), Ursula Anders (20), Hubert Pfanzelt (15), Alexander Brielmair (10) und Günter Vogt (10).

Einen Ausblick auf die aktuellen politischen Herausforderungen gab Staatsministerin Ulrike Scharf. Sie lobte zunächst den starken Zusammenhalt in ihrer Heimatgemeinde. Die Jubiläen des FC Fraunberg und der SG Reichenkirchen zeigten eindrucksvoll, welche Bedeutung vor allem das Ehrenamt habe, ohne das solche Feste nicht möglich seien: „Von Fraunberg geht eine Wucht aus“, lobte Scharf.

Mit Blick auf die Bundespolitik warb sie für mehr Mut zu Reformen. Deutschland müsse wirtschaftlich wieder stärker werden, Bürokratie abbauen und Investitionen erleichtern. Auch bei der Grundsicherung gelte künftig stärker das Prinzip „Fördern und Fordern“. Arbeit sei weit mehr als reine Existenzsicherung und verdiene wieder mehr Wertschätzung.

Als große Herausforderung bezeichnete Scharf den demografischen Wandel. Jedes Jahr gingen rund eine Million Menschen in Ruhestand, gleichzeitig rückten nur etwa 680.000 Erwerbstätige nach. Deshalb seien Reformen bei der Rente unausweichlich. Während Menschen früher im Durchschnitt rund zehn Jahre Rente bezogen hätten, seien es heute oft mehr als 20 Jahre. Gleichzeitig steige die Lebenserwartung weiter.

Aus diesem Grund sprach sich Scharf für eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters aus. Nach dem geplanten Auslaufen der Anhebung auf 67 Jahre im Jahr 2031 müsse langfristig auch ein Renteneintritt mit 68 Jahren – bis etwa 2051 – diskutiert werden.

Keine Angst vor Veränderungen

Für Menschen in besonders belastenden Berufen müsse es aber weiterhin besondere Lösungen geben, etwa durch einen leichteren Zugang zur Erwerbsminderungsrente. Auch flexiblere Arbeitszeiten seien notwendig. Während in vielen europäischen Ländern längst Wochenarbeitszeiten gelten, halte Deutschland weiter am Acht-Stunden-Tag fest. Arbeitgeber und Beschäftigte sollten künftig mehr Gestaltungsspielraum erhalten, so die bayerische Arbeits- und Sozialministerin.

Große Chancen sieht Scharf in Zukunftstechnologien wie der Künstlichen Intelligenz und in der Raumfahrt. Entscheidend sei, diese Entwicklungen nicht nur zu begleiten, sondern aktiv mitzugestalten. „Veränderungen hat es schon immer gegeben, aber mit diesen Veränderungen wurden auch immer neue Arbeitsplätze geschaffen“, betonte sie. Wichtig sei es, die Menschen zu qualifizieren.

Zum Abschluss appellierte Scharf an alle, auch künftig Verantwortung zu übernehmen, sei es im Ehrenamt oder in der Politik. „Nie aufhören, neu anzufangen“, gab sie den Mitgliedern mit auf den Weg.