Ukraine: Raketenangriff auf Treffen der Rüstungsbranche – zehn Tote
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Raketenangriff auf Treffen der Rüstungsbranche – zehn Tote
Aktualisiert am 24.07.2026 - 17:58 UhrLesedauer: 17 Min.
Im Weißen Haus steht ein hochkarätiges Treffen an. In Kiew sind mindestens zehn Menschen bei einer Rüstungsveranstaltung gestorben. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 24. Juli
US-Beamter: Trump will Selenskyj am Dienstag empfangen
US-Präsident Donald Trump will kommenden Dienstag Regierungskreisen zufolge den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus empfangen. Ein entsprechender Besuch sei geplant, teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Selenskyj hatte in einer Mitteilung eine anstehende Reise in die USA bestätigt.
Zuletzt waren die US-Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs infolge des Konfliktes mit dem Iran in den Hintergrund geraten. Am Donnerstag hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, bei einem Treffen in Manila über Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen.
Rubio betonte danach gegenüber Journalisten, für Fortschritte auf dem Weg zu einem Frieden in der Ukraine seien "neue Vorschläge und neue Ideen" nötig. Er verwies auf schwere russische Verluste in jüngster Zeit sowie auf das Leid der ukrainischen Bevölkerung. Beide Seiten hätten daher ein Interesse an einem Ende des seit Februar 2022 währenden Krieges.
Raketenangriff auf Treffen der Rüstungsbranche – zehn Tote
Bei einem russischen Raketenangriff in der ukrainischen Hauptstadtregion Kiew sind mindestens zehn Menschen getötet und fast 100 weitere Menschen verletzt worden. Der Angriff mit einer ballistischen Rakete traf demnach ein Gelände, auf dem eine Veranstaltung der Rüstungsindustrie stattfand, wie ukrainische Behörden am Freitag mitteilten. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram, ein Rettungseinsatz in der Region Kiew sei im Gange.
Dem kommissarischen Gouverneur der Region Kiew, Ruslan Olijnyk, zufolge traf die Rakete laut ersten Erkenntnissen ein privates Übungsgelände, auf dem Veranstaltungen stattfanden. Der ukrainische Branchenverband Rat der Rüstungsindustrie teilte mit, dass Vertreter der Branche vor Ort gewesen seien. Der Verband sei jedoch nicht der Organisator der Veranstaltung gewesen. Zudem seien Informationen über den genauen Aufenthaltsort der Teilnehmer im Vorfeld nicht veröffentlicht worden.
Walerij Borowyk, der Gründer des ukrainischen Drohnenherstellers First Contact, erklärte gegenüber ukrainischen Medien, die Rakete habe ein Übungsgelände getroffen, auf dem eine Rüstungsmesse veranstaltet worden sei. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko teilte mit, es sei ein Verfahren wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzung bei der Organisation und Ausrichtung der Veranstaltung eingeleitet worden.
Russland stützt maue Wirtschaft mit weiterer Zinssenkung
Trotz gestiegener Inflationsgefahr hat Russlands Zentralbank den Leitzins weiter gesenkt und damit die von ukrainischen Angriffen lädierte Wirtschaft gestützt. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde um einen Viertelpunkt auf 14,00 Prozent zurückgenommen, wie die Währungshüter am Freitag in Moskau mitteilten. Die Notenbank verwies darauf, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal nur moderat gewachsen sei. Zu Jahresbeginn war sie sogar um 0,2 Prozent geschrumpft. Für das Gesamtjahr erwartet die Zentralbank im besten Falle noch ein Wachstum von 1,0 Prozent, womöglich aber nur eine Stagnation.
Der deutliche Preisanstieg und die höheren Inflationserwartungen in den Sommermonaten seien vorwiegend auf Einzelfaktoren zurückzuführen, hieß es zur Teuerung. Die Verbraucherpreise haben im Juni um 6,0 Prozent zum Vorjahresmonat zugelegt.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben in den vergangenen Monaten die Versorgung beeinträchtigt, was in mehreren Regionen zu langen Schlangen an Tankstellen, überhöhten Benzinpreisen und Rationierungen führte. Der Spritpreis hat seit Jahresbeginn um 16 Prozent angezogen. Die Zentralbank geht mittlerweile davon aus, dass die Inflationsrate für 2026 aufgrund des erheblichen Anstiegs der Kraftstoffpreise bei 6,0 bis 7,0 Prozent liegen wird. Zuvor hatte sie nur maximal 5,5 Prozent veranschlagt.
Ukraine: Russland hat Kriegsgefangenen erschossen
Ukrainische Behörden werfen Russland vor, einen weiteren Kriegsgefangenen erschossen zu haben. Russische Militärs hätten einen Soldaten der ukrainischen Streitkräfte beim Dorf Jalta im Gebiet Donezk gefangen genommen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Auf Befehl eines Vorgesetzten habe ein russischer Soldat den ukrainischen Armeeangehörigen nach einem Verhör erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt demnach wegen des Vorwurfs eines Kriegsverbrechens.
Nach Einschätzung von Experten der Vereinten Nationen hat Russland seit Kriegsbeginn 2022 fast 130 Kriegsgefangene getötet. Die Tötung von Kriegsgefangenen gilt international als Kriegsverbrechen.
Lawrow: Moskau erreicht Kriegsziele notfalls auch gegen USA
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Entschlossenheit Moskaus zur Durchsetzung seiner Kriegsziele betont – notfalls auch gegen den Willen der US-Regierung. Washington habe offenbar seine Haltung bezüglich der zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in Alaska getroffenen Vereinbarungen geändert, sagte Lawrow am Rande eines Gipfels im zentralasiatischen Kirgistan. "Natürlich haben wir mehrfach gesagt, dass wir eine diplomatische Lösung vorziehen würden, aber unsere Ziele erreichen wir unter allen Umständen", sagte Lawrow.
Der russische Chefdiplomat kommentierte damit die Worte seines US-Kollegen Marco Rubio, der den Gipfel in Anchorage 2025 zwischen Trump und Putin als gescheitert bezeichnete und neue Wege für eine diplomatische Lösung forderte. Beide Politiker hatten sich erst am Vortag am Rande des Asean-Gipfels in der philippinischen Hauptstadt Manila getroffen. Laut Lawrow hatte die Ukraine die russischen Vorschläge abgelehnt, auch weil sie auf US-Waffenhilfen rechnen konnte. Konkrete Ergebnisse waren nach dem Alaska-Gipfel im vergangenen Jahr nicht bekannt geworden.
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Rumänien: Kampfjet hat eingedrungene Drohne abgeschossen
In Rumänien hat ein Kampfjet eine in den Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. "Heute Morgen gegen 11 Uhr schoss ein rumänischer Pilot an Bord einer F-16 eine Drohne ab, die in den Luftraum unseres Landes eingedrungen war", schreibt der rumänische Präsident Nicușor Dan auf der Plattform X. Es ist der jüngste Vorfall in einer ganzen Reihe von Verletzungen des Luftraums des Nato- und EU-Mitglieds. "Das Gebiet war unbewohnt, daher konnte der Pilot ohne Risiko schießen. Derzeit untersuchen Teams der zuständigen Institutionen das Gebiet, um alle Details des Vorfalls zu ermitteln", so Dan.
Woher die Drohne stammt, gibt Dan nicht an. Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, die Drohne sei in der Nähe der Stadt Padina im Kreis Buzau im Osten des Landes abgeschossen worden. Rumänien, das eine 650 Kilometer lange Landgrenze mit der Ukraine teilt, hat seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 und dem Beginn der Angriffe Moskaus auf ukrainische Häfen jenseits der Donau mehrere Verletzungen seines Luftraums durch russische Drohnen gemeldet.