„Durch Ausrüstung oder Finanznittel“: Rubio fordert Hilfe der US-Partner in Straße von Hormus

Trump-Minister fordert Beitrag: Rubio drängt US-Partner zum Eingriff in der Straße von Hormus

Stand: 20.07.2026, 12:36 Uhr

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Washington will die Last der Sicherung der Straße von Hormus nicht mehr alleine tragen – und stellt den Verbündeten eine klare Forderung.

Washington – „Sie befinden sich in Reichweite meiner Raketen, und vielleicht feuere ich auf Sie“: Diese Warnung funkte ein iranischer Revolutionsgardist an einen Tanker in der Straße von Hormus – gerade, als die Welt hoffte, das gefährlichste Nadelöhr der Weltwirtschaft könnte sich wieder öffnen. Wenige Stunden später traf eine iranische Drohne das Containerschiff Ever Lovely – und die Hoffnung war dahin.

Satellitenaufnahme des Persischen Golfs

Die Straße von Hormus ist für Schiffe weiter nicht sicher. (Archivbild) © -/The Visible Earth/NASA/dpa

US-Außenminister Marco Rubio reagierte mit einer klaren Forderung an die Verbündeten: Die USA würden „weiterhin tun, was nötig ist, um die weltweite Schifffahrt zu schützen“, doch andere Staaten müssten nun „durch Ausrüstung oder Finanzmittel“ ihren Beitrag leisten. Und er machte den Ernst der Lage deutlich: Noch vor Bekanntwerden des Angriffs hatte er gewarnt – „Wenn das aufhört, dann werden wir ein Problem haben“, sagte er laut Associated Press.

Iran setzt Drohungen in die Tat um

Die Revolutionsgarden hatten am selben Tag unmissverständlich gewarnt: „Der einzig autorisierte Kurs durch die Straße von Hormus ist der, den die Islamische Republik Iran festgelegt hat. Zuwiderhandelnde werden zur Rechenschaft gezogen.“ Gemeint war die von der UNO und Oman eingerichtete Alternativroute entlang der omanischen Küste – für Teheran ein inakzeptabler Angriff auf seinen Kontrollwillen.

Der Drohnenangriff auf die Ever Lovely zwang die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO), ihre Evakuierungsaktion für Hunderte im Persischen Golf gestrandete Schiffe sofort einzustellen. Laut Associated Press bestätigte ein anonymer US-Regierungsbeamter, dass die Revolutionsgarde hinter dem Angriff steckte.

Rubio beruhigt Golfstaaten – mit begrenztem Erfolg

Rubio war eigens in die Region gereist, um die Golfstaaten zu beruhigen, die während des Krieges selbst unter iranischen Raketen- und Drohnenangriffen gelitten hatten. In Manama versicherte er den Außenministern des Golfkooperationsrats: „Es gibt keinen Teil dieses Abkommens, der in irgendeiner Weise die Sicherheit, die Stabilität oder den Wohlstand eines unserer Partner in der Golfregion untergräbt.“ Bahrains Außenminister Abdullatif bin Rashid al-Zayani begrüßte das Abkommen, betonte aber, es sei „von entscheidender Bedeutung, dass Iran seinen Verpflichtungen nachkommt.“

Analystin Michelle Wiese Bockmann von der Firma Windward fasste die Lage nüchtern zusammen: „Die Schifffahrt steckt buchstäblich im Kreuzfeuer, während die USA und Iran um die Kontrolle der Hormus-Straße kämpfen“, schrieb die New York Times.

Vor dem Krieg passierten täglich mehr als 130 Schiffe die Meerenge – durch sie fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gashandels. Am Mittwoch vor dem Angriff waren es laut S&P Global immerhin 78 Transits – der höchste Wert seit Kriegsbeginn, aber noch weit vom Normalzustand entfernt. Seitdem ist der Verkehr wieder eingebrochen. Das US-Militär hat seit Mai mehr als 500 Schiffe sicher durch die Straße geleitet – doch wie lange das reicht, bleibt offen. (Quellen: Associated Press, New York Times) (cgsc)