Trump eskaliert Handelsstreit: Neue 50-Prozent-Zölle angekündigt

Stand: 21.07.2026, 13:12 Uhr

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Trump kündigt neue Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche Waren aus Kanada an. Grundlage ist ein bisher noch nie genutztes Gesetz.

Washington – Die US-Regierung verschärft den Handelsstreit mit Kanada. Auf zahlreiche kanadische Waren sollen ab dem kommenden Monat zusätzliche Zölle von 50 Prozent erhoben werden. Betroffen sind Produkte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar jährlich – umgerechnet etwa 17,4 Milliarden Euro. Dazu gehören Eishockeyschläger, Wein und Zement.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Washington wirft Kanada vor, US-Exporte zu benachteiligen. Die Regierung von Präsident Donald Trump verweist unter anderem auf kanadische Provinzen, die amerikanischen Alkohol aus ihren Geschäften entfernt haben. Auch Regeln für die Auto- und Milchwirtschaft seien unfair.

Trump eskaliert Handelsstreit: Neue 50-Prozent-Zölle angekündigt

Trump kündigt neue Zölle von 50 Prozent auf zahlreiche Waren aus Kanada an. Grundlage ist ein bisher noch nie genutztes Gesetz. © © IMAGO / ABACAPRESS / Archivbild

Die neuen Abgaben werden auf Grundlage eines bisher nie genutzten Abschnitts des US-Zollgesetzes von 1930 verhängt, wie das US-Nachrichtenportal Axios in der Nacht auf Dienstag (21. Juli) meldete.

Der betreffende Abschnitt 338 erlaubt es dem US-Präsidenten, zusätzliche Zölle gegen ein Land zu verhängen, wenn dieses amerikanische Waren oder den US-Handel benachteiligt. Das gilt etwa, wenn ausländische Vorschriften einseitig gegen Produkte aus den USA wirken oder andere Staaten bei Zöllen, Gebühren und Einfuhrregeln besser behandelt werden.

Zölle treffen erstmals auch USMCA-Waren

Anders als frühere Trump-Zölle gelten die neuen Aufschläge auch für Waren, die nach dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen USMCA eigentlich zollfrei eingeführt werden dürfen. Ausgenommen bleiben jedoch einige für Kanada besonders wichtige Exporte. Dazu gehören Kali und kritische Mineralien. Auch die meisten Energieprodukte sind nicht betroffen.

Damit begrenzt Washington zugleich mögliche Schäden für die eigene Industrie. Ökonomen zufolge hatte das Handelsabkommen bisher verhindert, dass die Zölle die Verbraucherpreise in den USA noch stärker erhöhen. Die Zukunft des Vertrags ist jedoch unklar, nachdem die Trump-Regierung eine Verlängerung abgelehnt hatte.

Kanadas Premierminister Mark Carney bezeichnete die angekündigten Zölle in einer offiziellen Stellungnahme als direkten Verstoß gegen das USMCA. Kanada habe frühere US-Maßnahmen lediglich im gleichen Umfang beantwortet. Seine Regierung sei bereit, die Gespräche in den kommenden Wochen zu intensivieren und das Handelsabkommen zu modernisieren.

Trump droht zusätzlich wegen Waldbrandrauch

Die neuen Zölle seien nicht jene Strafmaßnahmen, die Trump zuvor wegen des Rauchs kanadischer Waldbrände angedroht hatte, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter laut Axios. Diese Möglichkeit werde aber weiterhin geprüft.

Trump hatte Kanada am Freitag (17. Juli) auf seiner Plattform Truth Social vorgeworfen, seine Wälder und das Unterholz nicht ausreichend zu pflegen. Dadurch werde die Luft in den USA mit „schmutziger, verschmutzter und ungesunder“ Luft belastet. Er sprach von „vorsätzlicher Fahrlässigkeit“ und behauptete, die Schäden kosteten die Vereinigten Staaten Milliarden. Diese Kosten müssten den bereits geltenden Zöllen zugeschlagen werden.

Am Sonntag (19. Juli) traf Trump Carney beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey. Beide hätten dabei auch über mögliche Maßnahmen wegen der Waldbrände gesprochen, sagte Trump anschließend. Zugleich betonte er sein „gutes Verhältnis“ zu Carney.

Die kanadische Handelskammer sprach von einer „bedauerlichen Eskalation“. Beide Regierungen sollten den verbleibenden Monat bis zum Inkrafttreten der Zölle für Verhandlungen nutzen. Quellen: Axios, Website des kanadischen Premiers, Donald Trump auf Truth Social, nif/red.