Trinkwasserbrunnen am Kirchplatz nimmt Betrieb auf
Stand: 21.07.2026, 06:01 Uhr
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Am St.-Nazarius-Kirchplatz in Ober-Roden können Passanten nun kostenlos Trinkwasser zapfen. Der Brunnen wird kontaktlos per Sensor aktiviert und spült sich automatisch.
Ober-Roden – Es dürfte schwerfallen, angesichts der etlichen heißen Tage in diesem Sommer diese Maßnahme schlechtzufinden: In Ober-Roden steht für durstige Passanten nun ein Trinkwasserbrunnen parat. Ihm zur Seite stehen eine Sitzgelegenheit sowie eine weitere Ladesäule für Fahrräder mit Akku-Unterstützung.
Das neue Angebot ist in mehrfacher Hinsicht ein Nachzügler. Es reiht sich etwa ein in die Umgestaltung des St.-Nazarius-Kirchenumfeldes im Ober-Röder Ortskern. Die hatte genau vor einem Jahr begonnen, Ende 2025 konnte der aufgehübschte Kirchhof beim Martinsfest und Adventsmarkt dann erstmals genutzt werden.

Die neue E-Bike-Ladesäule beruht derweil auf einem Parlamentsbeschluss aus 2022. Die Freien Wähler Rödermark hatten damals beantragt, mit öffentlichen Stationen der gestiegenen Zahl der E-Biker Rechnung zu tragen – zumal diese 30 Prozent weniger mit dem Auto unterwegs sind, lautete vor vier Jahren das Argument zugunsten der Umwelt. Der Ober-Röder Neuzugang hat nach Auskunft der Stadt etwas weniger als 2.000 Euro gekostet.
Keine neue Idee ist auch der Trinkwasserbrunnen: Dazu, dass in Rödermark trinkbares Wasser sprudeln soll, hatte sich der Magistrat bereits vor drei Jahren entschlossen. Unklar blieb zunächst, an welchen Standorten und aus welchem Förderprogramm Gelder gezapft werden können. Ober-Roden und Urberach sollten aber gleichzeitig einen Wasserspender bekommen. Aufgrund der damals schon angespannten Haushaltslage wurde der Vollzug dann vorerst ausgesetzt.
Erfrischung von März bis November
Im Rahmen der Umgestaltung rund um St. Nazarius sah man vergangenes Jahr wohl eine günstige Chance. Die Installationskosten in Höhe von 13.000 Euro übernimmt das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ zu zwei Dritteln. Den Restbetrag von 4.300 Euro übernimmt die Kommune. Hinzu dürften Unterhaltungskosten im niedrigen vierstelligen Bereich kommen.
Wie die Stadt mitgeteilt hat, wurde der Wasserspender mit Edelstahl-Ummantelung nach seiner Installation einer mikrobiologischen Untersuchung unterzogen. Das Gesundheitsamt des Kreises Offenbach habe daraufhin die Freigabe zur Benutzung erteilt. Auch künftig soll es monatliche Beprobungen geben, um eine einwandfreie Trinkwasserqualität zu gewährleisten.

Weitere Eigenschaften, die der Hygiene zugutekommen: Kontaktlos per Sensor wird der Brunnen zum Sprudeln gebracht. Integriert ist außerdem eine automatische Spülung: Sie wird in einem vorgegebenen Intervall aktiviert, um Standwasser zu vermeiden. Überschüssige Flüssigkeit fließt über eine Rinne zum Boden, wo sich auch Haustiere bedienen können. Betriebsbereit ist der Wasserspender saisonal, je nach Witterung, von März bis November.
Der Seniorenbeirat hatte im vergangenen Oktober beim Magistrat nachgefragt, ob auch in Urberach schon ein Brunnen-Standort ins Auge gefasst worden ist. Doch dort gebe es aktuell keine kostengünstige und adäquate Lösung, lautete die Antwort. Als Hauptkriterien für einen geeigneten Standort gelten ein möglichst stark frequentierter Platz, der wenig Sonne ausgesetzt ist und sich in der Nähe einer öffentlichen Trinkwasserleitung befindet. Ursprünglicher Favorit in Urberach war das Bahnhofsumfeld.
An der neuen E-Bike-Ladesäule können im Übrigen zwei Elektro-Fahrräder gleichzeitig geladen werden. Ein entsprechendes Ladekabel muss dabei mitgebracht werden, heißt es aus dem Rathaus. (David Knies)