Triers verlassene Kraftzentrale: Erst Maschinenhalle, dann Depot: Ein Blick ins historische Erbe der Stadtwerke

Triers verlassene Kraftzentrale Erst Maschinenhalle, dann Depot: Ein Blick ins historische Erbe der Stadtwerke

Trier · Knapp 20 Jahre stand das Busdepot in Trier-West leer. Jetzt entstehen dort Wohnungen. Doch die alte Maschinenhalle daneben wartet noch auf ihre Zukunft.

21.07.2026 , 06:09 Uhr

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Blick in die Energiegeschichte Triers

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Foto: Stephan Andries/Sammlung Stephan Andries

Nebenan brummen die Transformatoren des Eurener Westnetz-Umspannwerks. In der großen Halle daneben ist es still. Die Stadtwerke Trier (SWT) haben das Gebäude vor einigen Jahren gekauft. Zurückgekauft muss es heißen. Denn das Gebäude zwischen Eurener Straße und der neuen Straße „Über Brücken“ ist die Keimzelle der Stadtwerke. Eine Keimzelle, die den Werken auch Kopfzerbrechen bereitet.

Kopfzerbrechen deshalb, weil noch nicht ganz klar ist, was aus dem Gebäude werden soll. Bei einem Ortstermin wollen sich die beiden Stadtwerke-Architekten Christian Reinert und Andreas Kardelky nicht festlegen. Es gebe einige Ideen. „Fest steht noch nichts. Es gibt Anfragen für Nutzungen“, sagt Reinert. Zum Beispiel als Veranstaltungsort. Was allerdings wegen der räumlichen Nähe zum Bauprojekt auf dem Nachbargrundstück wohl nicht infrage kommt. Dort entstehen gerade weit mehr als 100 geförderte Wohnungen.

Und eine neue Nutzung als Wohnraum? Auch möglich, sagt Reinert. Doch es gibt da einen Haken. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Im Verzeichnis der Kulturdenkmäler in Trier heißt es dazu: „Ehemalige Maschinenhalle: großzügig durchfensterter, sandsteingegliederter Klinkerbau mit triumphbogenartig gegliedertem Mittelteil, 1902-05.“ Da kann man nicht einfach Löcher für neue und notwendige Fenster in die Fassade brechen.

Fünf Meter hoch, 45 Meter lang: eine Halle mit Geschichte

Dabei lässt sich aus der imposanten Halle sicher viel machen. Sie ist fünf Meter hoch, sechs Meter breit und exakt 45,68 Meter lang. So jedenfalls steht es in alten Unterlagen. Über allem thront ein mächtiger Brückenkran. Der hängt dort seit 1902/03. Damals wurde das Gebäude auf freier Fläche errichtet. Mit eigenem Bahnanschluss für die Kohlelieferung, mit einer Wasserleitung von der Mosel bis in die Maschinenhalle. Die Dampfmaschinen brauchten viel Wasser, um Strom zu erzeugen. Und mit einem 50 Meter hohen Schornstein.

Das alte E-Werk als Herz des Trierer Straßenbahnnetzes

Dieser Strom war auch nötig, um die Motoren der Straßenbahnen anzutreiben. Das alte Elektrizitätswerk war Ausgangspunkt dieses Netzes. Gleich nebenan lag das Straßenbahndepot. Nach dem Ende der Straßenbahn entstand dort das Busdepot der Stadtwerke. Der Betriebshof wurde in den 1960er-Jahren bezogen und diente bis in die späten 2000er-Jahre als zentraler Knotenpunkt für die Trierer Busse. Dann zogen die Busse aus dem alten Depot in Trier-West in das neue in der Niederkircher Straße in Euren.

Knapp 20 Jahre leer, jetzt neu gedacht

Knapp 20 Jahre stand das Depot leer. Anders als die alte Maschinenhalle des Elektrizitätswerks. Die diente jahrelang als Lager für Material der früheren RWE. Die hatte 1929 das komplette E-Werk übernommen, im Tausch gegen Aktien. Diese haben die Stadtwerke inzwischen verkauft. Gekauft haben die Werke auch. Und zwar die Maschinenhalle sowie weitere Flächen ums Gebäude herum.

WohnRaumWest: 130 Wohnungen, aber kein Platz für Autos

Der Grund für den Kauf: die Pläne für das Projekt WohnRaumWest. Auf dem ehemaligen Depotgelände entstehen derzeit rund 130 Wohneinheiten. Sehr kompakt gebaut, kein Platz für Parkplätze auf dem Gelände selbst. Rund 80 Stellplätze sollen die Stadtwerke deshalb auf den Freiflächen neben der alten Halle bauen. In einem der Nebengebäude soll zudem die Heizungszentrale für das Quartier untergebracht werden. Aktuell läuft das noch über eine kleine, mobile Anlage.

Diese Anlage ist viel zu klein, um die alte Maschinenhalle auch nur annähernd auszufüllen. Deshalb heißt es vorher wohl weiter, dass Ideen für die Keimzelle der Stadtwerke Trier gesucht werden.