Fussball: Trauer um Englands Legende Keegan
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Fußballlegende Kevin Keegan ist tot. Das teilte seine Familie am Montag in einer Erklärung mit. Der ehemalige Torjäger ist im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung erlegen. Keegan galt als eine der charismatischsten Figuren des englischen Fußballs und blickte auf eine glanzvolle Spielerkarriere als Stürmer bei Liverpool, dem Hamburger SV und Newcastle United zurück.
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Anfang Jänner hatte seine Familie öffentlich gemacht, dass Keegan an Krebs erkrankt sei und sich einer Behandlung unterziehen müsse. Einen Tag nach dem WM-Finale gaben seine engsten Angehörigen „in tiefer Trauer“ bekannt: „Kevin kämpfte gegen den Krebs und war in seinen letzten Augenblicken von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben.“
Der Fußball verliert damit einen weiteren Menschen, wie es sie heute in diesem Millionenbusiness kaum noch gibt. Wenn Keegan etwas sagte, dann war es meistens genau wie früher: leidenschaftlich, emotional und vor allem authentisch.
Der Torjäger stammte zwar aus einer Zeit, in welcher er seine Lockerheit ohne Sorge vor negativen Konsequenzen noch vor Mikrofonen ausleben konnte. Er veränderte sich und seine offene Art aber auch nicht später. „Keegan war nie der Mann für Strategiepapiere – aber einer, der dich mitreißen konnte, weil du wusstest: Der meint das ernst“, sagte Alan Shearer einst über seinen ehemaligen Trainer.
Als Liverpool-Legende zum HSV
Begonnen hat für Keegan alles als Spieler. Sein großer Durchbruch gelang ihm 1971 mit seinem Wechsel zum FC Liverpool. Mit seinem aggressiven Spielstil und seinem unermüdlichen Willen eroberte der Angreifer die Herzen der Fans. Die gewonnenen Titel waren sicher auch kein Nachteil: In sechs Jahren in Anfield holte er drei Meisterschaften, den FA-Cup und 1977 den Europapokal der Landesmeister.
Das machte ihn auch für einen für damalige Verhältnisse bemerkenswerten Schritt interessant: den Wechsel zum HSV. „Die Leute hielten mich für verrückt, Liverpool zu verlassen. Vielleicht hatten sie recht. Aber ich musste mir selbst etwas beweisen“, begründete Keegan den Transfer damals. Was er sich beweisen wollte? Dass er der erste Engländer sein könnte, der sich in Deutschland durchsetzt – was ihm auf eindrucksvolle Art und Weise gelang.
Keegan entwickelte sich zu einer der prägendsten Figuren der Bundesliga. 1979 führte er den HSV zur Meisterschaft und wurde zweimal in Folge zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Die Hamburger hatten plötzlich einen internationalen Superstar in ihren Reihen: den größten HSV-Fußballer seit Uwe Seeler.
„Super Teamplayer, super Mensch“
„Kevin war ein ganz wichtiger Baustein für diese Mannschaft“, erinnerte sich sein früherer Teamkollege Felix Magath im Gespräch mit dem NDR. „Er war ein super Teamplayer und ein super Mensch.“ Und: „Er war Vollprofi und uns in der Zeit voraus, was das ganze Auftreten gegenüber Medien und Fans betraf.“ Keegan selbst sagte dem „kicker“ später einmal: „Ich habe in Hamburg mehr über mich selbst gelernt als irgendwo sonst.“ Als einer der Besten der Welt kehrte er dann in seine Heimat zu Southampton und Newcastle United zurück.
Im Nationalteam blieben ihm große Erfolge verwehrt. Für die „Three Lions“ erzielte er 21 Tore in 63 Länderspielen und stand 31-mal als Kapitän auf dem Platz. Bei der Europameisterschaft 1980 in Italien schied England in der Vorrunde aus. Die WM-Endrunden 1974 und 1978 verpassten die Engländer, 1982 reichte es bei Keegan verletzungsbedingt nur für einen Kurzeinsatz. In der zweiten Finalrunde war allerdings Endstation.
Karriere als Trainer und Sänger
Später arbeitete Keegan noch als Trainer: Er führte Newcastle United 1996 beinahe zur Meisterschaft und Englands Nationalteam 2000 zur EM. An den Glanz seiner Spielerkarriere knüpfte er als Coach aber nicht an. Aber auch als Trainer blieb Keegan, wie er immer war: kein Taktiktüftler oder Stratege, sondern ein Motivator, der die Spieler mit seiner Art mitriss. Dass er zwischenzeitlich auch noch als Sänger auftrat, passte irgendwie ins Bild. Keegan tat, wonach ihm der Sinn stand. Seine Single „Head over Heels in Love“ landete in den Charts.