Tragödie in Altenau: Familie stirbt bei Sturz von Aussichtsturm im Harz

Tragödie in Altenau Familie stirbt bei Sturz von Aussichtsturm im Harz

16.07.2026 · 20:41 Uhr

 Blick auf den Harzturm am Torfhaus in Altenau (Archivbild).

Blick auf den Harzturm am Torfhaus in Altenau (Archivbild).

Foto: Matthias Bein/dpa/Matthias Bein

Update | Altenau · Drei Menschen sind beim Sturz von einem Aussichtsturm im Harz ums Leben gekommen. Mittlerweile ist klar, dass es sich bei dem Unglück am Nachmittag im niedersächsischen Altenau nicht um einen Unfall gehandelt hat. Was bislang bekannt ist.

Drei Menschen sind bei einem Sturz von einem Aussichtsturm im Harz gestorben. Für sie kam jede Hilfe zu spät, wie ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte. Der Sturz vom Harzturm hat nach Angaben der Polizei einen suizidalen Hintergrund. Zwei Erwachsene und ein Kind kamen ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Demnach handelte es sich um eine Familie. Laut Polizei lag kein technischer Defekt am Turm vor.

Zahlreiche Rettungskräfte und Polizisten sind am Abend immer noch vor Ort. Die Feuerwehr wurde gegen 16.45 Uhr alarmiert. Sie sperrte die Einsatzstelle ab und errichtete Sichtschutzwände. Auch das Kriseninterventionsteam des Landkreises ist im Einsatz.

Was über den Harzturm bekannt ist

Der Harzturm ist ein 65 Meter hoher Aussichtsturm im Oberharz. Nach Betreiberangaben ist er der höchste deutsche Aussichtsturm in Holz-Stahl-Konstruktion. Der rund zehn Millionen Euro teure Bau, den Land und Bund mit etwa 1,4 Millionen Euro förderten, bietet zwei Aussichtsplattformen und einen „Skywalk“ mit Glasboden in 45 Metern Höhe.

Der Aufstieg ist zu Fuß über Treppen und per Fahrstuhl möglich, hinunter geht es unter anderem über eine 110 Meter lange Rutsche. Im Gebäude befinden sich zudem ein Restaurant und ein Souvenirshop.

Die Fertigstellung hatte sich mehrfach verschoben - nach Angaben der Betreiber wegen der Corona-Pandemie, des Kriegs gegen die Ukraine und der Energiekrise. Der erste Spatenstich war im Mai 2021, offiziell eingeweiht wurde der Turm am 1. November 2024 durch Niedersachsens damaligen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD). Vollständig nutzbar waren alle Bereiche erst später. Auf der Website des Harzturms hieß es, das Ausflugsziel bleibe am Freitag ganztägig geschlossen.

Die ehemals freie Bergstadt Altenau hat rund 1600 Einwohner und ist ein Bestandteil der Ortschaft Bergstadt Altenau-Schulenberg im Oberharz innerhalb der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, welche im Landkreis Goslar in Niedersachsen liegt. Altenau ist ein staatlich anerkannter heilklimatischer Kurort im Oberharz.

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