Tour de France: Mitfavorit Jonas Vingegaard gibt nach Sturz auf
Nach einem Sturz auf der 15. Etappe der Tour de France muss Mitfavorit Jonas Vingegaard aufgeben. Er lag zuvor auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung hinter Pogačar.
Quelle: DIE ZEIT,
iso
Aktualisiert am 19. Juli 2026, 19:11 Uhr
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46 KommentareDer zweimalige Tour-de-France-Gewinner Jonas Vingegaard ist nach einem Sturz bei der Frankreichrundfahrt ausgeschieden. Etwa 20 Kilometer vor dem Ziel der 15. Etappe stürzte er und wurde ärztlich behandelt. Bis zu seinem Sturz war der Däne Zweiter der Gesamtwertung. Der vierfache Toursieger Tadej Pogačar aus Slowenien lag vor Beginn der Etappe in der Gesamtwertung vier Minuten und 30 Sekunden vor dem Dänen.
Vingegaard hat einen Schlüsselbeinbruch erlitten und wird auch nach dem Ende der Frankreichrundfahrt zunächst pausieren müssen, teilte sein Team Visma-Lease a Bike mit. »Aufgrund der Schwere des Schlüsselbeinbruchs wurde ein operativer Eingriff empfohlen, der in den kommenden Tagen durchgeführt wird.«
Vingegaard und Pogačars Teamkollege bei UAE Team Emirates-XRG, Isaac del Toro, stürzten beide etwa 20 Kilometer vor dem Ziel der 15. Etappe an diesem Sonntag. Vingegaard hatte nach dem Sturz sichtlich Schmerzen; er wurde in einen Krankenwagen gebracht. Auch Pogačars Teamkollege Felix Großschartner kam zu Fall. Der Österreicher konnte aber weiterfahren, ebenso wie Del Toro.
Die schwierige Etappe mit dem Schlussanstieg hinauf zur Alpenhochebene Plateau de Solaison gewann der Belgier Remco Evenepoel vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe, gefolgt von Pogačar und Del Toro. In der Gesamtwertung steht Evenepoel nach dem Ausscheiden von Vingegaard nun auf dem zweiten Platz. Die deutsche Hoffnung Florian Lipowitz erreichte bei der Etappe den fünften Platz. Auch in der Gesamtwertung ist Lipowitz nun Fünfter.
Rücktrittsgedanken nach Stürzen in vergangenen Jahren
Erst 2024 war Jonas Vingegaard bei der Baskenlandrundfahrt schwer gestürzt und kurz vor dem Start der Tour wieder fit geworden. Im vergangenen Jahr kam er beim Traditionsrennen Paris-Nizza zu Fall und musste aufgeben. Am ersten Ruhetag hatte Vingegaard noch über Rücktrittsgedanken im vergangenen Jahr gesprochen.
»Ich habe letztes Jahr gesagt: Wenn es so weitergehen soll, dann kann ich das nicht mehr machen. Deshalb haben wir auch einige Dinge geändert. Ich glaube, auch das Team hat erkannt, wie die Lage war. Sie haben mir angemerkt, dass ich im letzten Jahr nicht glücklich war«, sagte der 29-Jährige dem dänischen TV-Sender TV2. Vingegaard hatte die Tour 2022 und 2023 gewonnen.
Nächtliche Dopingprobe hat Schlaf der Favoriten gestört
In der Nacht vor der 15. Etappe waren Vingegaard und Pogačar unangekündigt auf Doping kontrolliert worden. Vingegaard wurde nach eigenen Angaben um 2.00 Uhr geweckt, bei Pogačar kamen die Kontrolleure um 5.00 Uhr. Der Slowene gab an, lediglich vier Stunden geschlafen zu haben. Er werde als Gesamtführender nach jeder Etappe getestet, sagte Pogačar, der seinen Frust nicht an den Kontrolleuren auslassen wollte: »Ehrlich gesagt tut es mir auch ein bisschen leid für sie. Ich kann mir vorstellen, dass manche Fahrer genervt oder sogar wütend reagieren. Aber sie können nichts dafür. Sie machen nur ihren Job – die Entscheidung treffen ihre Vorgesetzten.«
Pogačar brachte nach der Etappe einen möglichen Zusammenhang zwischen der nächtlichen Dopingprobe und dem Sturz Vingegaards ins Gespräch. »Nach einer Nacht, bei der der Schlaf ruiniert wird, liegt es vielleicht daran. Seine Tour ist ruiniert. Es ist wirklich traurig«, sagte der Slowene.