Tiny Houses sind längst kein Aussteiger-Trend mehr – wer sich wirklich dafür interessiert, überrascht

Stand: 14.07.2026, 18:10 Uhr

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Ein Tiny House von innen, vollständig mit Holz ausgekleidet und mit bodengleichen Türen und Fenstern

Viele Menschen verbinden Tiny Houses mit romantischen Vorstellungen vom Aussteigen. Dabei wecken sie auch bei anderen Menschen das Interesse - wie der Generation 60 plus. © Henning Kaiser/dpa

Ein Holzhäuschen mit Terrasse, sanftes Licht, daneben der See: Viele Menschen verbinden Tiny Houses mit romantischen Vorstellungen vom Aussteigen. Ein Experte widerspricht – und sieht Chancen in ganz anderen Bereichen.

Berlin (KNA) – Weniger ist mehr: Dieses Motto geben sich offenbar immer mehr Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter. „Diejenigen, die inzwischen am stärksten daran interessiert sind, sich räumlich zu verkleinern, sind nicht Systemaussteiger“, sagte Christian Klerner im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vielmehr denke die Altersgruppe 60 plus über Tiny Houses nach: „Das Nest ist leer, die Kinder sind aus dem Haus, den freien Zimmern und dem riesigen Garten wird man nicht mehr gerecht.“

Artikel der KNA

Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In dieser Situation stellten sich viele die Frage, ob sie mit weniger Wohnfläche nicht einen entspannteren Lebensabend verbringen könnten. Das Einfamilienhaus gehe dann mitunter an die folgende Generation über – aber auch ein Tiny House, ob auf Rädern oder ortsfest, könne vererbt werden.

Mittelfristig funktioniere diese Wohnform nur für Menschen, „die das wirklich wollen“, fügte der Experte hinzu, der selbst seit drei Jahren mit Ehefrau, Tochter und Hündin in einem Tiny House lebt. Gemeinsam mit Carolin Werner hat er den Ratgeber „Vom kleinen Wohntraum zum fertigen Zuhause“ veröffentlicht, basierend auf über 80 Folgen des Podcasts „tinyon“ des Paares.

Neue Konzepte für Pflegebedürftige

Neuerdings gibt es auch sogenannte Tiny-Care-Homes. Sie sind barrierearm gestaltet und verfügen über digitale Assistenzsysteme, die etwa Stürze erkennen können. „Dort kann eine Pflegekraft vorbeikommen und die Person versorgen, die weiterhin im eigenen Haus lebt“, sagte Klerner. „Es ist spitze, diese Option zu haben: ein Eigenheim zu besitzen, das aber noch händelbar ist, etwa vom Putzaufwand her – zumal sehr viele Menschen den Wunsch haben, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben.“

Der Bosch Health Campus hat unlängst einen Prototyp von 17 Quadratmetern Wohnfläche vorgestellt. „Perspektivisch arbeiten wir an Mietmodellen, um das Konzept für einen kurzfristigen oder zeitlich begrenzten Pflegebedarf nutzbar zu machen“, sagte Digital-Experte Florian Burg.