"The Dink": Was taugt die neue Sport-Komödie bei Apple TV?

In „The Dink“ muss sich ein Ex-Tennisprofi mit einem neuen Trend im Club und seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. DIGITAL FERNSEHEN hat die Komödie von Apple TV bereits gesehen.
Dustys Vater vergleicht es mit dem Corona-Virus. „Eine Art Corona-Virus des Sports“. Pickleball, so heißt die Sportart, die sich in seinem Tennisclub breitmacht. Bislang hat man den Spielern den schlechtesten Platz zugewiesen, doch jetzt verlangen sie mehr Fläche. Sie breiten sich aus, also überlegt der alte Chuck, wie man ihnen Einhalt gebieten kann. Quasi als Impfung gegen die Pickleballer.
Damit ist der Grundkonflikt von „The Dink“ grob skizziert. Da kollidieren zwei Welten, die sich feindlich gegenüberstehen: Tennis und Pickleball. Aber natürlich geht es eigentlich um etwas anderes. Das ist nur ein Nebenkriegsschauplatz, eine Projektion, um mit den privaten Problemen innerhalb der Familie umzugehen.

Die Handlung von „The Dink“
Jake Johnson verkörpert Dusty, der früher selbst Tennisprofi war, bis seine glorreiche Karriere Risse bekam. Sein Vater Chuck (Ed Harris) hat ihn seit jeher zum Siegen erzogen. Er hat ihn gedrillt, den Ehrgeiz angespornt. Aber was ist am Ende davon geblieben? Auf dem Tennisplatz meldet sich eine symbolträchtige Verletzung zurück. Dustys Handgelenk ist versehrt. Gleich zu Beginn des Films erzählt er dem Nachwuchs beim Training im Club, wie er einst bei einem wichtigen Match auf der Toilette ausgerutscht ist.
Hollywood-Star Ben Stiller, der den Film mitproduziert hat, tritt nun als skurriler Arzt auf und hat zwei Ratschläge für Dusty. Um seine lädierte Hand nicht zu überstrapazieren, soll er es statt der Masturbation einmal mit echten Frauen versuchen. Und: Er soll Pickleball spielen, um sich zu schonen. Also begibt sich Dusty selbst in diese feindliche Welt und weiß plötzlich kaum noch, wo er hingehört.

Ein Gute-Laune-Film bei Apple TV
„The Dink“ mausert sich zu einem kleinen Feelgood-Geheimtipp im Streaming. Das ist alles ein wenig melancholisch und sentimental angehaucht, bleibt aber mit einem lockeren, heiteren Gestus vorgetragen. Hier und da gibt es ein paar Slapstick-Einlagen. Einige Missverständnisse und peinliche Situationen wollen das Publikum zum Lachen bringen, wenngleich die großen Pointen leider ausbleiben.
Amüsant ist vor allem, wie der überhebliche Profisportler auf seine neuen, schrulligen Konkurrentinnen und Konkurrenten herabschaut, ehe er von ihnen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Regisseur Josh Greenbaum, von dem bald eine „Spaceballs“-Fortsetzung erscheinen wird, jongliert gekonnt mit dem bittersüßen Tonfall seines Films.
Der Film funktioniert auch insofern, als Jake Johnson in seinem Spiel eine gute Balance findet. Er legt seinen Charakter als einen überforderten und tapsigen an, verwandelt ihn dabei aber nie in eine Witzfigur. Dafür bleibt seine Darstellung sehr nach innen gekehrt, erstaunlich zurückhaltend in vielen Momenten. Auf dem Weg seiner Auseinandersetzung mit sich selbst kommt er unter anderem einer älteren Spielpartnerin namens Candace (Mary Steenburgen) näher, aber auch hier kündigt sich alsbald neues Chaos an.

Ein Drama zwischen Vater und Sohn
Das ist charmant erzählt, wie die Zerrissenheit zwischen den Sportarten letztlich die komplizierte Beziehung zwischen Vater und Sohn verhandelt. „The Dink“ ist ein Film über jemanden, der der Welt entrückt ist, in dem eine gewisse Einsamkeit und Entfremdung schlummert, weil er von Kindesbeinen an ein unerbittliches Konkurrenzdenken und einen Selbstzweck der persönlichen Zurichtung verinnerlicht hat. Wie pervertiert und düster das im Grunde alles ist, wird spätestens mit einer bestimmten Lüge, einem Twist in der Erzählung enthüllt.
Ist „The Dink“ nicht konsequent genug?
Die Komödie von Apple TV wirkt nur reichlich unentschlossen bis inkonsequent, wenn es darum geht, eine finale Zuspitzung, ein Spannungsmomentum zu schaffen, ehe es an die Auflösung und Bewältigung des zentralen Konflikts geht. Denn natürlich steht, wie es sich für gute Sportfilme gehört, auch hier ein großes Match an. Da kommt alles zusammen. Da treffen sich die Dramen im Familien- und Freundeskreis und die der körperlichen Betätigung.
Diese Spannung funktioniert aber nur, weil der Film plötzlich selbst in besagtes Denken in Konkurrenzen und Abrechnungen verfällt. „The Dink“ kommt hier innerhalb der Formeln seines Genres an einem inneren Widerspruch und einer inneren Spannung an, die sich auch mit den erwartungsgemäß versöhnlichen Schlussnoten nicht so ganz beseitigen lässt.
„The Dink“ ist seit dem 24. Juli 2026 bei Apple TV verfügbar.