Tennis: Alexander Zverev unterliegt im Wimbledon-Finale Jannik Sinner

Alexander Zverev hat das Wimbledon-Finale verloren. Der deutsche Tennisspieler unterlag dem Weltranglistenersten und Titelverteidiger Jannik Sinner in vier Sätzen.

Quelle: DIE ZEIT,

jfw

  1. Juli 2026, 20:57 Uhr

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Tennis: Alexander Zverev hat seinen ersten Wimbledon-Sieg verpasst.
Alexander Zverev hat seinen ersten Wimbledon-Sieg verpasst. © Clive Brunskill/​Getty Images

Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev hat das Finale im Herreneinzel von Wimbledon verloren. Der French-Open-Sieger verlor das Endspiel des wohl wichtigsten Tennisturniers im Südwesten Londons nach vier Sätzen mit 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6. Damit verpasste Zverev seinen zweiten Grand-Slam-Titel nur fünf Wochen nach dem Premierentriumph in Paris.

Der Deutsche gewann einen knappen ersten Satz im Tiebreak nach einer unerreichbaren Vorhand. Jubelnd ging Zverev in die Knie. Danach wendete sich allmählich das Blatt, weil sich Sinner steigerte. Der Italiener entschied den zweiten Satz im Tiebreak für sich. Die Sätze drei und vier holte Sinner vor dem Tiebreak. Zverev gelang im gesamten Spiel kein Break.

Trotz seiner selbstbewussten Verfassung und seines gewandelten offensiveren Spiels kassierte Zverev die zehnte Niederlage in Serie gegen Sinner. Der Italiener triumphierte zum zweiten Mal hintereinander in Wimbledon, nachdem er in den früheren Runden des Turniers nicht immer mit seinen Leistungen überzeugt hatte und verwundbar schien. Sinner holte nun seinen fünften Grand-Slam-Titel.

Nach zahlreichen Rückschlägen in Wimbledon in den vergangenen Jahren hatte der Hamburger den Schwung aus Paris mitgenommen. Mit herausragenden Schlägen, Entschlossenheit und aggressivem Spiel setzte Zverev den Weltranglistenersten zunächst unter Druck.

Merz verfolgt Wimbledon-Finale auf der Tribüne

Auf der Tribüne verfolgten wie in jedem Jahr viele Prominente das Finalspiel. Prinzessin Kate und Prinz William sowie ihre Kinder George und Charlotte sowie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sahen, wie Zverev am wichtigsten Tag seines Wimbledon-Wegs einen erfolgreichen Start hinlegte. Mit seinen Aufschlägen brachte er das Publikum mehrmals zum Raunen.

»Jannik, ich mag dich nicht mehr«, sagte Zverev mit einem Schmunzeln über seinen Angstgegner Sinner im Interview nach dem Spiel: »Er hat einmal mehr gezeigt, warum er der beste Spieler der Welt ist.«

So sah es auch Ex-Wimbledonsieger Michael Stich als Experte bei Prime Video. »Er spielt gegen den besten Spieler der Welt, der einmal mehr zeigt, warum er da steht«, sagte die deutsche Tennislegende als TV-Experte und fügte hinzu: »Wenn man alle vier Sätze nimmt: Ich glaube, dann ist es schon so, dass Jannik vielleicht für zwei, drei, vier Prozent der etwas bessere und konstantere Spieler war.«

Zverev war der erste Deutsche im Finale des wichtigsten Tennisturniers der Welt seit Boris Becker im Jahr 1995. Der letzte deutsche Sieg im Herreneinzel von Wimbledon gelang 1991 Michael Stich.

Erst vor fünf Wochen hatte Zverev bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen. Ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere war, als Zverev 2021 in Tokio die olympische Goldmedaille holte.

»Der König ist Italiener«

Die internationale Presse hat in der Berichterstattung über die Niederlage von Alexander Zverev vor allem die Leistung seines Gegners hervorgehoben. »Sinner bricht Zverevs Widerstand, er war einfach zu gnadenlos. Aber Zverev, gerade erst French-Open-Sieger, hat gezeigt, dass er jetzt auf allen Belägen um den Titel mitspielen kann«, schreibt The Telegraph in England. Bei The Sun heißt es: »Das war eine knallharte Vorstellung der Nummer eins der Welt. Alexander Zverev warf alles in die Waagschale, aber Jannik Sinner wankte keinen Moment.« Auch The Guardian lobte Sinner: »Seine präzisen Schläge, der wuchtige Aufschlag und sein aufblühender Einfallsreichtum sind für alle zu viel – außer für Alcaraz.«

Die französische Zeitung L'Equipe titelt: »Der König ist Italiener.«

Gazzetta dello Sport in Italien feiert: »Sinner, ein Meisterwerk in Wimbledon! Die Trophäe, die du so schweren Herzens in die Hände der Präsidentin des All England Club gegeben hattest, gehört wieder dir, Jannik.« Tuttosport bezeichnet den Triumph von Sinner als »legendär«. Er schreibe »die Geschichte des Tennis immer weiter« und vollende nach dem Erfolg im vergangenen Jahr »ein Back-to-Back, das ihn zur Legende macht«. Corriere dello Sport schreibt: »Der Deutsche gewinnt den ersten Satz, doch die Nummer eins der Welt fängt sich und lässt danach nichts mehr zu.«

In Spanien heißt es bei Mundo Deportivo: »Jannik Sinner wird nach seinem Sieg über Zverev in einem grandiosen Wimbledon-Finale zum legendären Doppelchampion.« Die spanische Zeitung Sport kommt zu folgender Schlussfolgerung: »Der Kampf um den Titel auf dem Rasen des All England Club hat erneut gezeigt, dass die Rivalität zwischen dem Italiener Jannik Sinner und dem Spanier Carlos Alcaraz nach wie vor keinen Platz für andere lässt – auch nicht für den deutschen Tennisspieler Alexander Zverev, der mit seinem ersten Grand-Slam-Titel im Gepäck in die britische Hauptstadt gereist war.«