Surfwelle an der Ammer geplant: Projektgruppe präsentierte erstes Konzept und hofft auf weitere Mitstreiter

Stand: 23.07.2026, 06:00 Uhr

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Das Kernteam der Projektgruppe: (v.l.) Andreas Fuchs, Ludwig Reiser, Stefan Hornung, Michael Gall und Prof. Robert Meier-Staude.

Das Kernteam der Projektgruppe: (v.l.) Andreas Fuchs, Ludwig Reiser, Stefan Hornung, Michael Gall und Prof. Robert Meier-Staude. © Stefan Hornung

Eine Projektgruppe will in Weilheim eine Surfwelle an der Ammer errichten. Der Initiator hält die möglichen Standorte noch geheim.

Weilheim – Wer Wellenreiten möchte, der fährt am besten an die französische Atlantikküste, nach Nazaré in Portugal – oder an die Ammer nach Weilheim. Nach Weilheim? Richtig gelesen. Geht es nach Stefan Hornung, könnte diese – zugegeben etwas exotisch klingende – Idee in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden. Der aus Weilheim stammende Hornung ist Initiator der Projektgruppe „AmmerWelle“ und tüftelt mit dieser seit Jahren an der Idee einer Surfgelegenheit für die Kreisstadt. Hinter verschlossener Tür und streng geheim, wie er augenzwinkernd verrät.

Nuremberg, Germany, Bavaria: Dauerwelle Nrnberg. surfing in the city. Surfers on a standing wave in

Drei Millionen Euro kostete die „Dauerwelle“ in Nürnberg. Doch es geht auch deutlich günstiger. © JSchott1 via imago-images.de

Früher war Hornung selbst als Windsurfer aktiv und habe am Walchensee auf die perfekte Brise gewartet. Häufig hoffnungslos. Vor 23 Jahren entdeckte er dann das Flusssurfen für sich, ritt auf diversen künstlichen Wellen und ist inzwischen bei der „Interessengemeinschaft Surfen in München“ aktiv. „Da war es natürlich naheliegend zu überlegen, ob man nicht auch in Weilheim eine Welle schaffen könnte.“

Konzeptvorstellung im TSV-Vereinsheim

Am Dienstagabend war es dann so weit: 30 geladene Gäste aus Verbänden und Vereinen sowie Bürgermeister Tillman Wahlefeld und einige Stadträte hatten sich im TSV-Vereinsheim am Zotzenmühlweg eingefunden, um sich die Pläne für eine „Ammerwelle“ anzuhören. Auch wenn Hornung am liebsten schon morgen mit seinem Surfbrett zur Ammer marschieren würde, weiß er natürlich, dass das Projekt noch in den sprichwörtlichen Kinderschuhen steckt. Eine Realisierung ist weit entfernt. Wenn sie denn nicht scheitert, wie einst in Wolfratshausen.

Zunächst gelte es, die technischen, ökologischen und freilich auch die wirtschaftlichen Fragen zu klären. Ein erstes Konzept stellte daher Prof. Robert Meier-Staude von der Hochschule München vor: laut Hornung einer der führenden Köpfe, was den Bau von künstlichen Surfwellen anbelangt. Meier-Staude sei mitunter bei den jüngsten Arbeiten an der bekannten Eisbachwelle involviert gewesen. Sein Konzept sieht eine Umsetzung vor, die „mit möglichst geringen Eingriffen in das bestehende Bauwerk auskommt“.

Ein bestehendes Bauwerk also. Und welches meint der Surfwellen-Experte? Da muss Stefan Hornung lachen. Rausrücken will er mit den Informationen bisher nicht. Schließlich wolle man niemanden verunsichern – am wenigsten die Anwohner, die bei dem Gedanken an Bagger, Beton und Baustellenlärm womöglich auf die Barrikaden gehen würden. „Wir haben zwei Orte im Sinn.“ Um geschützte FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) handele es sich nicht, beruhigt Hornung, der seine Idee nicht mit Ach und Krach durchsetzen, sondern sich an sämtliche Richtlinien halten möchte.

Dass eine Surfwelle aber nicht durch Zauberhand entsteht, sondern nach gewissen Erd- und Wasserarbeiten verlangt, ist ihm natürlich bewusst. „Einbringen“, so Hornung, müsse man in jedem Fall „etwas“.

Was genau – ob gewaltige Findlinge oder Beton – lässt er offen. „Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Kostspielige und nachhaltige Lösungen“, sagt Hornung und verweist neben der 30.000 Euro teuren Surfwelle in Prag auch auf die „Dauerwelle“ in Nürnberg: eine Millionen-Konstruktion, bei deren Bau das Unternehmen „Dreamwave“ unter anderem auf Edelstahl und eine Hydraulikvorrichtung zurückgegriffen hatte. Letztere ist dafür zuständig, die Größe und Form der Welle zu verändern. Das soll auch in Weilheim möglich sein. Allerdings viel günstiger – und eher mit Luftpumpe und Kurbel. Mit vier bis sechs Metern würde die Welle dem aktuellen Planungsstand zufolge auch nicht allzu breit ausfallen.

Gruppe sucht weitere Mitstreiter

Seit zwei Jahren stehen Hornung und seine Mitstreiter nun schon mit verschiedensten Behörden wie dem Wasserwirtschaftsamt im Austausch. Der Gesprächsbedarf ist freilich noch groß. „Man sieht, das Ganze ist keine Kopfgeburt“, sagt Hornung schmunzelnd. Doch wie lange würde der Bau einer Surfwelle überhaupt dauern? „Schwer zu sagen“, sagt Hornung seufzend. Läuft mit den Planungen, Abstimmungen und den Gutachten alles glatt, könnte der Bau (im besten Fall) vielleicht in eineinhalb Jahren umgesetzt werden. Doch das ist Zukunftsmusik. Derzeit ist Hornung bemüht, weitere Mitstreiter zu finden, die sich für das Projekt begeistern können. Dafür müsse man übrigens längst kein leidenschaftlicher Surfer sein. Wer Ideen, Fachwissen oder organisatorisches Engagement einbringen möchte, sei herzlich willkommen. Erreichbar ist das Team unter [email protected].