Stromausfall bei Wismar: Ein Bagger trennt versehentlich 70 Stationen vom Netz
Um kurz vor 12 Uhr wunderten sich am 27. Juli nicht wenige Menschen östlich von Wismar: Das Internet funktionierte nicht mehr, Maschinen standen plötzlich still und auch Wasserkocher plus Kühlschrank verweigerten den Dienst. Grund war ein Stromausfall.
Ausgelöst wurde dieser kurz vor 12 Uhr durch einen Bagger: Bei Erdarbeiten beschädigte eine Fremdfirma um 11.24 Uhr ein Erdkabel des Netzbetreibers e.dis, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Zeitung. Die Folge war eine Kettenreaktion. In der Spitze waren rund 70 Stationen ohne Versorgung. Betroffen war das Gebiet rund um Neukloster, Glasin, Züsow, Kalsow und Hornstorf. Für viele Haushalte blieb es beim stummen Kühlschrank und dem stehenden WLAN-Router.
Baggerarbeiten bei Züsow waren Ursache für Stromausfall
Die Baggerarbeiten, die die Beschädigung des Erdkabels auslösten, wurden nicht im Auftrag von e.dis ausgeführt. Nach Auskunft von Einheimischen sollen die Baggerarbeiten in Züsow stattgefunden haben.
Die getroffene Leitung führte laut Sprecher zu Folgefehlern in insgesamt drei weiteren Leitungen. So weitete sich die Störung aus. „Durch das beschädigte Kabel war die getroffene Leitung ohne Spannung. Das führte zu Spannungsausfällen in den drei anderen Leitungen und daraufhin reagierte unser Notfallsystem.“
Betroffen war ein zusammenhängendes Gebiet in Nordwestmecklenburg. Der e.dis-Sprecher nannte fünf Orte, in deren Umkreis die Stromversorgung unterbrochen war: Neukloster, Glasin, Züsow, Kalsow und Hornstorf.
Wie viele Menschen und Haushalte am Ende ohne Strom waren, konnte der e.dis-Sprecher nicht sagen, da eine sehr unterschiedliche Zahl von Haushalten von jeweils einer sogenannten Station versorgt wird.
Bis 15.35 Uhr hatten alle wieder Strom
Für einen Teil der Betroffenen war der Stromausfall vergleichsweise schnell nach 35 Minuten vorbei. Möglich machten das laut e.dis verschiedene Resilienzvorkehrungen im Netz – also technische Vorkehrungen, die eine Störung abfedern sollen.
Dank dieser Vorkehrungen konnte die Leitstelle des Netzbetreibers viele der betroffenen Stationen zügig wieder zuschalten. „Das betraf alle Stationen, die nicht durch das eigentlich beschädigte Erdkabel versorgt werden.“
Erinnerungen
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Danach waren nach Angaben des Sprechers noch 16 Stationen ohne Versorgung. Netzexperten arbeiteten an der Fehlersuche, um die Wiederversorgung zu beschleunigen.
Am Nachmittag war die Störung dann überall behoben. Die letzte der betroffenen Stationen ging um 15.35 Uhr wieder ans Netz. Von den ersten Ausfällen kurz vor 12 Uhr bis zur vollständigen Wiederversorgung vergingen damit rund dreieinhalb Stunden.
Der Netzbetreiber verweist auf jährliche Investitionen von rund 400 Millionen Euro in Ausbau und Betrieb des Netzes. Einzelne Versorgungsausfälle wie dieser ließen sich damit dennoch nicht vollständig ausschließen.
Unfall mit Traktor führte am Freitag zu Stromausfall
Erst am Freitagabend war gegen 21.45 Uhr ein 20-jähriger Traktorfahrer bei Golchen beim Rangieren am Rand eines Feldes gegen einen Strommast gefahren und hatte dadurch einen Stromausfall in der Region um Brüel ausgelöst. Der Strommast fiel durch den Unfall auf eine Egge. Kurz darauf brannten der Raupentraktor sowie die Egge lichterloh.
Danach kam es zu Spannungseinbrüchen im Umspannwerk Brüel, an welchem auch die Leitung nach Sternberg angeschlossen ist. Etwa 340 Kunden hatten dadurch bis kurz nach 23 Uhr keinen Strom.
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