Stefan Fuchs will als Bürgermeister mutig sein – und spontan vorbeischauen
Stand: 28.07.2026, 06:30 Uhr
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Der Einzelbewerber kandidiert am 13. September für das Amt des Rotenburger Bürgermeisters. Unter dem Motto „Drei Kandidaten, fünf Antworten“ beziehen er, Astrid Mujica Alvarado (SPD) und Henning Poppe (CDU) in diesen Tagen Stellung.
Rotenburg – Bürgermeister und Bürgermeisterinnen müssen Antworten liefern. Sie brauchen Pläne und Ziele. Sie müssen die Verwaltung führen, mit der Politik verhandeln, die Bürger mitnehmen. Große Aufgaben für diejenigen auf dem Chefsessel im Rathaus. Dort wird jemand Neues Platz nehmen, denn nach fünf Dienstjahren kandidiert Amtsinhaber Torsten Oestmann nicht mehr. Der parteilose ehemalige Polizeichef war für die Wahl 2021 von SPD und Grünen nominiert worden. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird nach einer Gesetzesänderung für acht Jahre gewählt, sie oder er ist dann nach Detlef Eichinger, Andreas Weber und Oestmann der vierte hauptamtliche Bürgermeister der Kreisstadt oder die erste Bürgermeisterin.
Inhaltlich scheint der Wahlkampf um das höchste politische Amt in Rotenburg in den Sommerferien noch etwas auf Sparflamme zu laufen. Das sollte in den kommenden Wochen bis zur Wahl am 13. September deutlich anders werden. Die Mediengruppe Kreiszeitung bittet auch die Rotenburger Kandidaten um konkrete Antworten: Beim Wahl-Talk am 27. August im Beachclub Strandgold und natürlich in der Berichterstattung. Unter dem Motto „Drei Kandidaten, fünf Antworten“ beziehen Astrid Mujica Alvarado (SPD), Stefan Fuchs (Einzelbewerber) und Henning Poppe (CDU) in diesen Tagen Stellung. Die Reihenfolge der Artikel wurde ausgelost – den Anfang macht Stefan Fuchs.
Welches Problem ist in den vergangenen Jahren in Rotenburg nicht gelöst worden und muss nun unbedingt angegangen werden?
Das inzwischen grundlegendste Problem ist der Mangel an sozialem und barrierefreiem Wohnraum, dicht gefolgt vom Investitionsstau bei unseren Bildungseinrichtungen. Während Letzteres die Zukunftschancen unserer Kinder direkt betrifft, stellt der Mangel an geeignetem Wohnraum beispielsweise die Chancen auf ein eigenständiges Leben im Alter oder auch in jungen Jahren infrage. Für nicht wenige ergeben sich dadurch inzwischen auch Tag für Tag Existenzängste oder sie sind gezwungen, als Rotenburger aus Rotenburg wegzuziehen. Grundsätzlich stehen damit die sozialen Teilhabechancen der Betroffenen infrage. Eine Entwicklung, die das Vertrauen auch in unsere gesellschaftliche Grundordnung gefährdet und der wir als Stadt entschlossen und nachhaltig begegnen müssen.
Kann sich Rotenburg trotz der schwierigen Finanzlage Entwicklung leisten?
Die kommunalen Finanzen sind aktuell deutschlandweit angespannt und auch in Rotenburg müssen wir, trotz einer verhältnismäßig geringen Verschuldung, unsere Hausaufgaben machen: Die fehlenden Jahresabschlüsse sind weiter aufzuholen, unsere Gebühren vollständig auf Stand zu bringen, organisatorische Strukturen kritisch zu prüfen, und es braucht Mut, Prioritäten zu setzen. Wenn wir diesen Weg mit einer klaren Verwaltungsführung gehen, bieten uns die laufende Stadtenwicklungsförderung und stets neue Förderprogramme langfristig auch gute Entwicklungschancen.
Zur Person
Stefan Fuchs wird in dieser Woche 41 Jahre alt und stammt aus Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz). Seit 2018 lebt er in Rotenburg und arbeitet als Kreisverwaltungsbeamter, aktuell als Leiter des Sachgebiets „Senioren und Pflege“ im Gesundheitsamt. Seit 2021 ist er Mitglied des Stadtrats und Co-Sprecher der Rotenburger Grünen. 17 Jahre lang war er SPD-Mitglied, mit dem Umzug nach Rotenburg wechselte er zu den Grünen. Fuchs ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mehr zu seiner Person und seinem Programm auf www.fuchs-row.de.
Was sind Rotenburgs größte Potenziale?
Rotenburg hat ein sehr lebendiges Ehrenamt, das unsere Stadt bei entsprechender Förderung und Vernetzung unserer Vereine noch stärker bereichern kann. Unsere Stadt verfügt auch über solide Stadtwerke und eine breit aufgestellte und heimatverbundene wirtschaftliche Basis. Diese müssen wir zusammen mit dem Rotenburger Wirtschaftsforum und der IG Citymarketing noch gezielter stärken. Zudem besitzt Rotenburg mit seiner naturverbundenen Lage zwischen Hamburg, Bremen und Hannover eine natürliche Attraktivität, die auch die Entwicklung unserer Innenstadt noch sichtbarer prägen sollte.
Wo sehen Sie Rotenburg im Oktober 2034 zum Ende Ihrer möglichen ersten Amtszeit?
Rotenburg im Jahr 2034 ist eine zunehmend inklusive und lebendige Stadt, die nicht mehr fortwährend über marode Kanäle und ein allgemeines Sauberkeitsproblem spricht, sondern auf die wir stolz sind: mit zeitgemäß ausgestatteten Schulen und Kitas, mit einem wachsenden Bestand an bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum in kommunaler Hand, mit einer lebendigen und begrünten Innenstadt, eingebundenen und aktiven Vereinen, einem sozial-kulturellen Zentrum am Neuen Markt und einer leistungsstarken Verwaltung.
Was werden Sie als Bürgermeister anders machen als Ihr Vorgänger?
Nach Jahren der inneren Stabilisierung gilt es, einem inzwischen weitverbreiteten und lähmenden Ohnmachtsgefühl mutig entgegenzuwirken. Als Stadt müssen wir unser Handeln dafür verbindlicher aufstellen. Zudem brauchen wir langfristige und transparente Entwicklungsziele, die allen Orientierung bieten. Diese gilt es zusammen mit dem Stadtrat und unter Einbindung aller Einwohnerinnen und Einwohner zu bestimmen. Insbesondere alle Rotenburger Vereine sind dafür auf Augenhöhe einzubinden und ihr Wirken als Teil unseres städtischen Handelns zu verstehen. Letztendlich heißt das auch, nicht nur für jeden ansprechbar zu sein, sondern hin und wieder auch spontan vor Ort vorbeizuschauen und einfach mal zu fragen: Wie geht es?
MK-Talks
Die Mediengruppe Kreiszeitung lädt in der Region zu drei Talk-Veranstaltungen mit den Bürgermeisterkandidaten ein: Jeweils ab 19 Uhr wird am 13. August in Sottrum (Brettmannhaus), am 1. September in der Samtgemeinde Fintel (Lauenbrück, Gemeinschaftshaus Alte Schule) sowie am 27. August in Rotenburg (Beachclub Strandgold) mit unseren Moderatoren und Moderatorinnen aus dem Redaktionsteam diskutiert. In Rotenburg kooperiert die Mediengruppe Kreiszeitung mit dem Rotenburger Wirtschaftsforum. Die drei Kandidaten Astrid Mujica Alvarado (SPD), Stefan Fuchs (Einzelbewerber) und Henning Poppe (CDU) hier auf dem Podium empfangen die Moderatoren Michael Krüger (Redaktionsleiter Rotenburger Kreiszeitung) und Heiko Kehrstephan (Vorsitzender RWF). Um Anmeldungen wird gebeten unter [email protected].