Städtischer Bewässerungsdienst startet um 6.30 Uhr – sonst droht Boden-Kollaps

Stand: 24.07.2026, 17:55 Uhr

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Lucas Großhans kurz vor seinem Bewässerungseinsatz.

Lucas Großhans kurz vor seinem Bewässerungseinsatz. © Alexander Thiele

Das Grünflächenamt Frankfurt schützt die urbane Vegetation vor der Sommerhitze. Ohne regelmäßige Bewässerung droht eine Trockenversiegelung des Bodens.

Die Hitze hat Frankfurt fest im Griff: Bereits in der U-Bahn sieht man Menschen mit Fächern und Handventilatoren. Die Hitze geht an niemandem spurlos vorbei, auch nicht an der Pflanzenwelt. Aber wer sorgt eigentlich dafür, dass die urbane Vegetation der Mainmetropole nicht in der Sommerhitze eingeht?

Die Serie

„Sommer-Gesichter“ stellt Menschen vor, die durch ihren Beruf oder ihre Position der Hitze besonders ausgesetzt sind oder ein anderes besonderes Verhältnis zur heißen Jahreszeit haben. Die Reihe erscheint während der Ferien in loser Folge.

Heute sind wir gemeinsam mit dem Frankfurter Grünflächenamt zur Bewässerung der Stadtvegetation unterwegs.

In der nächsten Folge sprechen wir mit einer Marathonläuferin.

Einer von diesen Pflanzen-Rettern ist Lucas Großhans. Der 36-Jährige ist seit drei Jahren als Garten- und Landschaftsbauer beim städtischen Grünflächenamt tätig. „Meine Lieblingsjahreszeit ist der Winter“, antwortet er auf die Frage nach der aktuellen Arbeitsbelastung durch die Sommersonne. „Jetzt im Sommer ist es schon wirklich heftig“, sagt er. „Man kommt mit dem Wässern kaum hinterher.“ Mit den Schutzvorkehrungen seines Arbeitgebers sei er aber sehr zufrieden: „Wir bekommen UV-strahlungsabweisende Arbeitskleidung, sowie Hüte oder Kappen, um uns vor der Sonne zu schützen. Auch Sonnencreme bekommen wir ausreichend und in guter Qualität“, erklärt er und greift nach der Tube, auf der gut leserlich „Lichtschutzfaktor 50“ steht.

Mit den Schutzvorkehrungen, für die sein Arbeitgeber sorgt, sei er aber sehr zufrieden: „Wir bekommen UV-strahlungsabweisende Arbeitskleidung sowie Hüte oder Kappen, um uns vor der Sonne zu schützen“, sagt er. „Auch Sonnencreme bekommen wir ausreichend und in guter Qualität“, fügt er hinzu und greift nach der Tube, auf der „Lichtschutzfaktor 50“ steht.

Klimaresistenz wird immer wichtiger

Die Touren, die er fährt, beginnen wegen der Hitze bereits um 6.30 Uhr. Nicht nur in puncto Bewässerung wirkt sich die Hitze auf die städtische Flora aus. Auch die Auswahl der Pflanzen und ihre Pflege müssen immer stärker angepasst werden. „Die Klimaresistenz der Neupflanzungen spielt eine große Rolle“, sagt Großhans. „Sie benötigen eine gewisse Toleranz gegen Trockenstress“, erklärt er fachkundig. Neben den Pflanzen müsse auch der Boden regelmäßig bewässert werden. Passiere das nicht, drohe eine Trockenversiegelung. „Dann nimmt der Boden kein Wasser mehr auf. Das nennen wir den Lotus-Effekt.“

Der Transporter, mit dem er heute unterwegs ist, hat auf der Ladefläche einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von ungefähr 3.000 Litern. Dieses sogenannte Brauchwasser, das zum Wässern verwendet wird, kommt aus 15 Entnahmestellen im gesamten Stadtgebiet. Auch Mainwasser wird nach einer Aufbereitung dazu verwendet.

Trotz der Hitze hat Großhans großen Spaß an seinem Job. „Ich arbeite gerne im Freien und wollte schon immer einen Beruf, bei dem ich etwas mit meinen Händen mache.“ Gerade das Endergebnis seiner Arbeit sehen zu können, sei befriedigend. Auch die Pflanzpläne bestimme er mit. „Diese Pflanze habe ich vorgeschlagen“, sagt er und zeigt einen etwa kniehohen Strauch. „Sie stammt eigentlich aus dem mediterranen Raum. Deshalb hält sie der Hitze gut stand.“

Neben der Klimaresistenz der Pflanzen spiele die Artenvielfalt der angezogenen Insekten eine immer größere Rolle. „Ohne Insekten, die die Pflanzen bestäuben, geht gar nichts“, sagt Großhans. Auch die Tierwelt sei dankbar für die Bewässerung.

„Diese Krähe dort kommt immer, wenn wir wässern“, sagt er und deutet auf einen Vogel zwischen den Sträuchern. „Sie wird gleich einen Schluck trinken.“ Und tatsächlich: Der Vogel säuft aus einer kleinen Pfütze. „Wir sind nicht die Einzigen, die auf Regen hoffen“, sagt Großhans, während er den Wasserschlauch des Fahrzeugs wieder einrollt.