„Bacoli gehört Ihnen nicht“: Bürgermeister erklärt Italiens Strandbetreibern den Kampf

Stadt in Italien erklärt Strandbetreibern den Kampf – Bürgermeister warnt: „Eure Zeit ist vorbei!“

Stand: 11.07.2026, 13:35 Uhr

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Ein Kommentar über Strandnutzer bringt in Bacoli neuen Zündstoff in eine alte Debatte. Nun verspricht der Bürgermeister eine „Revolution“.

Neapel – In Neapel genießen die Anwohner im Bereich von Posillipo gerade eine ungewohnte Strandidylle: Das Wetter ist bereits gut, doch die Strandbäder an drei konzessionierten Abschnitten haben ihren Betrieb noch nicht aufgenommen. Einheimische können diese Strände daher kostenlos nutzen, für einen kurzen Moment gehören sie allen. Sobald die Strandbäder öffnen, werden hohe Preise für Liegen und andere Angebote fällig. Das ist naturgemäß regelmäßig ein Aufregerthema, das nun auch in der nahe gelegenen Gemeinde Bacoli neuen Zündstoff erhielt.

Menschen genießen den Strand bei Lungomare Caracciolo in der Metropolregion Neapel (Archivbild).

Menschen genießen den Strand bei Lungomare Caracciolo in der Metropolregion Neapel (Archivbild). © picture alliance / dpa | Ciro Fusco

Josi Gerardo Della Ragione, der Bürgermeister der Gemeinde Bacoli in der Metropolitanregion Neapel, berichtete am Freitag (10. Juli) von einem Fall, bei dem ein Strandbetreiber die Nutzer des kostenlosen Teils des Strandes offenbar als „Mittellose“ bezeichnet hatte. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Der Politiker kündigte im Zuge dessen an, dass künftig 80 Prozent der Küste aus frei zugänglichen öffentlichen Stränden oder ausgestatteten öffentlichen Stränden bestehen sollen.

Bürgermeister von Bacoli will strengere Regeln durchsetzen

Dem Bürgermeister zufolge soll es außerdem neue Konzessionen für Kioske an ausgestatteten freien Stränden sowie für Strandbäder geben. Diese würden über öffentliche Ausschreibungen vergeben und mit klaren Regeln versehen. „Ohne Gefälligkeiten für Freunde, sondern nach Leistung“, so der Politiker in einer Mitteilung auf Facebook. Vorbei seien die Zeiten, in denen die Strandbetreiber Preise für die Sonnenliegen verlangen konnten, „als wären sie aus Gold“, schrieb der Bürgermeister.

Mit Blick auf die Strandbetreiber sagte der 39-Jährige weiter: „Bacoli gehört Ihnen nicht. Die Strände gehören Ihnen nicht. Das Meer gehört Ihnen nicht.“ Den Bürgern und Bürgerinnen stellte er mehr Schutz und Rechte in Aussicht. „So werden wir die Strandpromenade von skrupellosen Geschäftemachern befreien. Das wird eine Revolution. Denn eure Zeit ist abgelaufen“, so der 39-Jährige weiter.

Nicht jeder freie Strand ist völlig frei: Bacoli-Debatte dreht sich um wichtige Unterschiede

Ähnliches hatte Ragione allerdings schon vorher angekündigt. Kritiker bemängeln zudem, dass sich der Bürgermeister von Bacoli missverständlich ausdrückt. Tatsächlich gibt es drei Kategorien: vollständig freie Strände, frei zugängliche Strände mit kostenpflichtigen Angeboten wie Liegen, Bars oder privaten Bereichen sowie klassische Strandbäder, für die in der Regel Eintritt verlangt wird. Wie das Lokalblatt Cronaca Flegrea berichtete, liegt der Anteil vollständig freier Strandabschnitte im Entwurf für Bacoli nur knapp über dem regional vorgeschriebenen Mindestanteil von 30 Prozent – und nicht bei 80 Prozent, wie der Bürgermeister in den sozialen Medien vermittelt hatte. (Quellen: Facebook, Cronaca Flegrea)