St.-Laurentius-Gemeinde erreicht junge Erwachsene über Instagram

Stand: 13.07.2026, 17:00 Uhr

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Goebel

Pastor Jorit Gøbel sieht in dem Instagram-Account der St.-Laurentius-Gemeinde eine Art neuen Gemeindebrief. © Baucke

Die Kirchengemeinde nutzt Social Media wie einen digitalen Gemeindebrief. Junge Erwachsene besuchen daraufhin bewusst den Gottesdienst.

Achim – Sportvereine sind dort unterwegs, Initiativen und politische Parteien erst recht, Unternehmen und Städte stellen sich dort vor: Plattformen wie Instagram, Facebook, Snapchat und Tiktok gehören in der öffentlichen Kommunikation schon zum guten Ton dazu. Auch die Kirche macht keinen Bogen um Social Media, im Gegenteil: Wie andere Institutionen sucht sie sich digitale Plattformen um Menschen zu erreichen – wie die St.-Laurentius-Kirchengemeinde Achim.

„Das hat sich irgendwie organisch entwickelt“, sagt Pastor Jorit Gøbel über den Instagram-Account der Kirchengemeinde. Zwar gibt es nach wie vor einen gedruckten Gemeindebrief, inzwischen spielt in dieser Funktion jedoch auch Instagram eine Rolle. „Es geht uns darum, das Gemeindeleben zu zeigen und ein realistisches Bild davon zu zeichnen“, erklärt Gøbel. „Das verbinden wir dann mit Kernaussagen aus der Predigt.“

Die Rückmeldungen, die bei ihm und seinen Kollegen von der St.-Laurentius-Gemeinde eingehen, sind positiv, vor allem von jungen Erwachsenen. „Und das merken wir dann hier, dass es diese jungen Erwachsenen sind, die bewusst den Gottesdienst besuchen.“ Mit Beiträgen noch inhaltlicher werden, um die Plattform weiter zu nutzen, ist für den Theologen eine Möglichkeit. Für ihn ist Social Media mehr als eine Plattform: Es ist auch eine Inspirationsquelle. „Das ist die Chance, die Instagram zum Beispiel bietet, dass ich den Blick über den Tellerrand zu anderen Kirchengemeinden machen kann.“

Allerdings gibt es seiner Meinung nach Fallen, in die die ein oder anderen kirchlichen „Instagrammer“ tappen: „Bei Instagram ist der erfolgreich, der viral geht und viele Abonnenten hat – und da jagen einige regelrecht den ganzen Trends hinterher“, kritisiert Gøbel. „Zum Beispiel, als viele den Tanz aus der Serie ‚Bridgerton‘ nachgetanzt haben – auch Pfarrpersonen in der Kirche. Das ist natürlich menschlich, aber inhaltlich ergibt das ein Ungleichgewicht.“

Bereits vor einiger Zeit hat die Kirchengemeinde das Thema Podcast für sich entdeckt: Seit mehr als zwei Jahren sind Pastorin Irmela Büttner und Kirchenvorstandsmitglied Uwe Mindermann „Die 2 aus der Sakristei“, wo sie vor dem Mikrofon ohne Skript über Gott und die Welt plaudern. „Als Pfarrpersonen sprechen wir ja ohnehin beruflich, da macht ein Podcast auch Sinn“, so Gøbel. „Über diesen Podcast erreichen wir Menschen, die wir sonst nicht erreichen. Und es erreicht die, die es brauchen. Ich denke, das liegt daran, dass es kein Verkündigungsformat ist, sondern ein Einblick in Themen, die aus der Welt gepflückt sind – wie zuletzt die Fußball-Weltmeisterschaft. Das ist, als würde man sich einfach mit anderen Menschen an einen Tisch setzen und sich unterhalten. Und es geht ganz viel um Qualität.“

Zu erreichen ist die Gemeinde auf Instagram seit 2023 unter dem Account st_laurentius_achim. Aktuell sind es 433 Follower, die sich hier informieren.