Springreiterin holt Doppelsieg – und bleibt im Stechen fehlerfrei
Stand: 15.07.2026, 06:29 Uhr
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Annabell Plock vom RFV Borken gewinnt die S*-Prüfung über 1,40 Meter Höhe mit beiden Pferden. Bis zu 1.500 Besucher kamen trotz über 30 Grad zum 46. Turnier des Babenhäuser Reit- und Fahrvereins.
Babenhausen – Keine Frage, Joana und Major Tom haben sich eine Zusatzportion Hafer verdient. Die erst- und zweitplatzierten Rösser haben Annabell Plock souverän durch den schweren S*-Parcours über 1,40 Meter Höhe getragen. Und blieben auch im Stechen fehlerfrei. Ein Doppelerfolg der Springreiterin vom RFV Borken, der die Babenhäuser Turniertage krönt.

Viele im Publikum haben am Montag mitgefiebert. Trotz hochsommerlicher Hitze sind die begehrten Plätze rund um den Turnierplatz an der Schwedenschanze dicht gefüllt mit Besuchern. Kurz vor 18 Uhr rückt indes der Wettstreit um den Geldpreis der „Freunde und Gönner des schweren Springsports“ in den Hintergrund. Der „Renner“ ist das Spanferkel, ein Turnierklassiker. Einer, der auch in der Ära eines verjüngten Vorstandsteams um die Vorsitzende Jacqueline Altwasser unverrückbar ins Protokoll gehört. So, wie das musikalische Finale, das dieses Mal der Musikzug der Feuerwehr Schaafheim gestaltet.
1.000 Starts, 1.500 Besucher
Am Montag heißt es für den Reit- und Fahrverein (RuF) noch mal Vollgas geben, auch, wenn bereits zwei volle Veranstaltungstage in den Knochen stecken. Das 46. Reitturnier in Folge war wettermäßig fordernd. Obwohl an drei Tagen die 30-Grad-Marke geknackt wurde, nahmen auch die Nennungen eine Hürde und lagen erfreulicherweise bei über 1.000 (im Vorjahr waren es 361 Reiter, 747 Rösser und 833 Starts). Volksfest-Flair hatten sie im Vorfeld versprochen. Bis zu 1.500 Menschen entern insbesondere am Montag die Anlage. Trotz Sommerhitze sind Hackbraten, Pommes und Spanferkel die gefragtesten Gerichte. „Auch die grie Soß ist lecker“, versichert ein Besucher, der sich in der Spanferkel-Warteschlange am Tresen vorarbeitet.
Mit Einsteigerwettkämpfen bis hin zu schweren S-Prüfungen im Springen und der M-Dressur wird einmal mehr für jeden sportlichen Anspruch etwas geboten. Trotz kurzer Schrecksekunde am Montag – Ross und Reiterin hatten sich unfreiwillig getrennt – ist die Veranstaltung unfallfrei. Für den gastgebenden Verein ist Christine Lieb auf Zaphira mit einem 7. Platz in der M-Dressur erfolgreichste Starterin.

Herzensbrecher sind derweil vier neue Vereinsrösser, die ihre jungen Reiter brav durch die Prüfungen trugen. Auch beim Showact der Kleinsten am Sonntag, als Schirmherr und Bürgermeister Dominik Stadler (unabhängig) auf die Anlage kommt. Der Besuch ist mit einem Geschenk verbunden: Mithilfe des Sponsorings der Sparkasse Darmstadt-Dieburg wird ein neuer „Babenhausen-Sprung“ übergeben. Das Hindernis kommt gleich zum Einsatz. Was die Vorsitzende besonders berührt: die vielen Helfer, die in gut eingespielten Arbeitsbereichen mithelfen, oder einfach eine Torte gebacken haben. Bis zu 150 Menschen sind an den Turniertagen in irgendeiner Form im Einsatz. Oder Vereinseltern, die Tränen in den Augen haben, wenn ihr Kind auf Vereinsross Candy oder Galvana mit einem Schleifchen aus dem Parcours kommt. Geritten werden übrigens nicht nur Pferde: „Das Bullenreiten kam sehr gut an,“ schmunzelt die Vereinsvorsitzende, je später die Stunde beim geselligen After-Ride am Samstag, desto älter die Reiter auf dem mechanischen Rindvieh. Der Gaudiwettstreit war mit einer guten Sache verknüpft: Die Spenden der Bullenreiter will der Verein noch aufstocken und dem Babenhäuser Tierheim stiften.
Und dann ist da die Vereinsjugend, die auch dieses Mal mit einem eigenen Stand (Eiscafé) für die Jugendkasse arbeitet. Denn neben Pferdesport kommen auch andere Aktivitäten nicht zu kurz. 421 Mitglieder zählt der RuF, der nach zwei Breitensportturnieren Anfang Mai für Reiter und Kutschfahrer jetzt seine größte und letzte Veranstaltung in diesem Jahr gestemmt hat. Was an Einnahmen hängen bleibt, wird neu investiert: Ein paar neue Sprünge, auch eine Flutlichtanlage für den Außenplatz werden angeschafft. Großgeschrieben wird auch die Nachwuchsarbeit, denn das Gros der Aktiven sind Kinder und Jugendliche. Die fiebern bereits dem nächsten Höhepunkt entgegen: ein Zeltlager im August unter dem Motto „Zirkus“. (Urusla Friedrich)