Spionagealarm bei der NATO: Kanadische SHAPE-Praktikantin festgenommen

Spionage-Verdacht im NATO-Hauptquartier: Kanadische Praktikantin festgenommen

Stand: 27.07.2026, 13:55 Uhr

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Nato-Flagge

Die Nato geht davon aus, dass der Iran absichtlich eine Rakete auf das Bündnismitglied Türkei abgefeuert hat. (Symbolbild) © Anna Ross/dpa

Ermittler prüfen derzeit mögliche Zugriffe auf Daten im NATO-Hauptquartier bei Brüssel.

Mons – Belgische Behörden haben eine Kanadierin am Militärhauptquartier der NATO wegen des Verdachts auf Spionage festgenommen. Zuvor wurden ihre Wohnung und ihr Arbeitsplatz durchsucht. Die Festnahme erfolgte am Freitag und wurde am darauffolgenden Tag von der Föderalen Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, wie die Economic Times berichtete.

Die Verdächtige arbeitete als Praktikantin bei SHAPE, dem operativen Kommando der NATO in der südlichen belgischen Stadt Mons, berichtete Reuters. Der Staatsanwaltschaft zufolge wird ihr neben dem Spionagevorwurf auch die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vorgeworfen.

Beginn der Ermittlungen

Die Ermittler nahmen den Fall auf, nachdem sie einen Hinweis der Sicherheitsdienste der NATO erhalten hatten. Diese hatten Bedenken im Zusammenhang mit der Praktikantin festgestellt und die Angelegenheit an die belgischen Nachrichtendienste weitergeleitet. Daraufhin leitete die Föderale Staatsanwaltschaft aufgrund dieses Hinweises eine Spionageermittlung ein. Sie führte Durchsuchungen in der Wohnung der Verdächtigen sowie an ihrem Arbeitsplatz innerhalb von SHAPE durch und nahm sie am Freitag fest.

Die Behörden machten den Namen der Verdächtigen nicht bekannt und erklärten, dass in diesem Stadium keine weiteren persönlichen Angaben veröffentlicht würden, berichtete Reuters. Das „Drittland“, das von der Spionage möglicherweise profitiert haben soll, wurde nicht genannt; Dauer und Umfang der mutmaßlichen Aktivitäten werden während der laufenden Untersuchung nicht offengelegt, berichtete News.az.

Keine Belege für Auswirkungen

Vertreter der Allianz erklärten, dass keine Hinweise darauf vorliegen, dass die mutmaßliche Spionage die operativen Fähigkeiten der NATO beeinträchtigt habe. Ein Sprecher von SHAPE äußerte, es gebe keine Belege für Auswirkungen auf die operative Einsatzbereitschaft, Führung und Kontrolle oder laufende Missionen, so News.az.

Die Staatsanwaltschaft beschrieb die Verdächtige als kanadische Staatsbürgerin chinesischer Herkunft. Ermittler machten keine Angaben darüber, welche Informationen möglicherweise gesucht oder erlangt worden sein könnten, berichtete Reuters. Kanada und Belgien sind beide Mitglieder des 32-Nationen-Militärbündnisses, wie die Economic Times hervorhob.

Militärhauptquartier der NATO

SHAPE, das offiziell Supreme Headquarters Allied Powers Europe heißt, dient als zentrales Militärhauptquartier der NATO und beherbergt das Allied Command Operations. Dieses ist weltweit für die Planung, Leitung und Überwachung der Missionen der Allianz verantwortlich, berichtete News.az. Die bei SHAPE stationierten Militärvertreter koordinieren die gemeinsame Strategie, Taktik und Operationen innerhalb des Bündnisses.

Das Hauptquartier bearbeitet sensibles Material im Zusammenhang mit Einsätzen, operativer Planung, geheimdienstlicher Koordinierung sowie Einsatzbereitschaft; der Zugang ist durch umfassende Sicherheitsprotokolle streng kontrolliert, so News.az. Das politische Hauptquartier der NATO befindet sich in Brüssel. Dort treffen sich die Botschafter der Mitgliedsnationen, um Verteidigungsausgaben, das Eindringen von Drohnen sowie Cyberbedrohungen zu erörtern, so die Economic Times.

Zugriffsrechte von Praktikanten

Praktikanten und ziviles Personal bei SHAPE übernehmen in der Regel administrative, Forschungs-, technische oder unterstützende Aufgaben. Ihre Zugriffsrechte sind an ihre jeweiligen Rollen und Sicherheitsfreigaben gebunden. Aufgrund der Sensibilität der Umgebung unterliegt sämtliches Personal strengen Sicherheitsvorschriften, wie News.az betonte. (Redaktion)