Laden-Riese nach Insolvenz gerettet – aber 27 Filialen schließen nach Räumungsverkauf

Stand: 27.07.2026, 14:20 Uhr

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Eine große Laden-Kette ist nach der Insolvenz gerettet und kann weitermachen – allerdings mit weniger Angestellten und weniger Filialen.

Hoppstädten-Weiersbach – Aufatmen beim Spielwaren-Händler ROFU. Die Kette, die bisher mehr als 100 Filialen betrieb, ist gerettet. Das geht aus einer Pressemitteilung der zuständigen Agentur hervor. Demnach werden 77 Filialen unter der Kids & School Holding GmbH als neuem Investor fortgeführt, es bleiben rund 1.150 Arbeitsplätze erhalten. Dass es für 27 ROFU-Läden keine Zukunft gibt, war hingegen bereits seit einigen Wochen klar.

Ein Nutzer der Plattform MyDealz postete am 9. Juli mehrere Fotos, die wohl beim Räumungsverkauf in der ROFU-Filiale in Egelsbach (Hessen) entstanden sind.

Ein Nutzer der Plattform MyDealz postete am 9. Juli mehrere Fotos, die wohl beim Räumungsverkauf in der ROFU-Filiale in Egelsbach (Hessen) entstanden sind. © MyDealz

„Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft GmbH hat ihre Sanierung in Eigenverwaltung erfolgreich abgeschlossen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Im Erörterungs- und Abstimmungstermin, der Ende Juni 2026 stattfand, haben alle Gläubigergruppen dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt. Das Unternehmen erstellte den Plan gemeinsam mit den Restrukturierungsexperten von PLUTA und erzielte damit einen Vergleich mit den Gläubigern.“

ROFU saniert: Spielwaren-Kette kann ab 1. August wieder eigenständig handeln – mit weniger Filialen

Alle Bedingungen des Insolvenzplans seien eingetreten. Der Investor übernehme den Geschäftsbetrieb und wesentliche Vermögenswerte. Das Amtsgericht Idar-Oberstein habe das Verfahren aufgehoben. Bedeutet: Am 1. August erfolgt ein Neustart bei ROFU. Es gibt also Anlass zur Erleichterung, doch die Schattenseiten bleiben: 27 ROFU-Filialen haben keine Zukunft.

ROFU: Diese 27 Filialen schließen nach dem Räumungsverkauf endgültig

OrtBundeslandNach Räumungsverkauf
AlbstadtBaden-WürttembergSchließung
AnsbachBayernSchließung
Bad SaulgauBaden-WürttembergSchließung
BirkenfeldRheinland-PfalzSchließung
BrühlBaden-WürttembergSchließung
DonauwörthBayernSchließung
EgelsbachHessenSchließung
EschweilerNRWSchließung
GünzburgBayernSchließung
HalleSachsen-AnhaltSchließung
IngelheimRheinland-PfalzSchließung
KaiserslauternRheinland-PfalzSchließung
KoblenzRheinland-PfalzSchließung
KulmbachBayernSchließung
KönigsbrunnBayernSchließung
LauchringenBaden-WürttembergSchließung
NeuburgBayernSchließung
NeutraublingBayernSchließung
Nieder-OlmRheinland-PfalzSchließung
NördlingenBayernSchließung
SchlüchternHessenSchließung
SchmallenbergNRWSchließung
SchwandorfBayernSchließung
SendenBayernSchließung
WeingartenBaden-WürttembergSchließung
Weinstadt-EndersbachBaden-WürttembergSchließung
WeißenburgBayernSchließung

Bereits vor Kurzem hatte ROFU eine Liste der betroffenen Läden herausgegeben. „27 Standorte sind nicht Teil des Erwerberkonzepts“, heißt es jetzt in der Pressemitteilung. „Diese Filialen werden noch bis Ende Juli 2026 einen Schluss- oder Abverkauf durchführen; anschließend werden diese Filialen an die Vermieter zurückgegeben.“ Der Räumungsverkauf startete sogar in insgesamt 32 ROFU-Läden – fünf davon (Homburg, Straubing, Bad Mergentheim, Ginsheim-Gustavsburg und Bochum) werden mit frischem Sortiment neu eröffnet, in den anderen 27 gehen die Lichter aus, siehe Tabelle.

ROFU aus Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb lief weiter. Als Grund für die finanzielle Schieflage wurden ein schwaches Weihnachtsgeschäft, eine anhaltende Kaufzurückhaltung, gestiegene Kosten und ein intensiver Wettbewerb in der Branche genannt. Im Januar kam das Unternehmen laut dpa noch auf rund 2.000 Beschäftigte. Künftig sollen es etwa 1.150 sein, insofern kam es jetzt zur Neuaufstellung auch zu einem beträchtlichen Stellenabbau.

ROFU: Neustart mit Investor nach Insolvenz

Im April wurde eine Investorenvereinbarung mit der Kids & School Holding GmbH abgeschlossen. Der Startschuss für einen Insolvenzplan zur Sanierung, die jetzt unter Dach und Fach ist. ROFU kann künftig wieder eigenständig handeln, unter den geschäftsführenden Mitgesellschaftern Achim Weniger und Bernd Stocker.

In 77 ROFU-Filialen geht es weiter, in 27 nicht.

In 77 ROFU-Filialen geht es weiter, in 27 nicht. © IMAGO/Sven Severing

„Wir freuen uns darauf, ROFU künftig weiterzuentwickeln“, wird Weniger von der Kids & School Holding GmbH zitiert. „Unser Ziel ist es, die Marktposition von ROFU als stationärer Spielwarenhändler zu stärken und das Unternehmen langfristig erfolgreich auszurichten. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei allen Beteiligten für die sehr konstruktive und gute Zusammenarbeit der letzten Monate herzlich bedanken.“ Bei einer anderen großen Laden-Kette schließen nach der Insolvenz gleich 70 Filialen. (Quellen: Pressemitteilung, dpa, Archiv) (lin)