Sommerfestival „Uff die Gass" kehrt zurück – doch Wirtschaftsförderung kürzt das Programm

Stand: 20.07.2026, 06:00 Uhr

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Frankfurt,14. Juli 2026, Der Vorsitzender des Vereins und Betreiber des „Schöppchen“ in der Klappergasse, Timo Braun steht auf dem Paradiesplatz . Mit dem kulturellen Projekt „Uff die Gass!“ startet Alt-Sachsenhausen im Sommer 2026 eine ambitionierte Initiative, um den zentral gelegenen Paradiesplatz nachhaltig und gemeinschaftlich zu beleben. Foto: Bernd Kammerer

Timo Braun, Vorsitzender des Vereins „Altsax für Kunst und Kultur“, freut sich auf die zweite Ausgabe des Festivals „Uff die Gass!“. © Bernd Kammerer

Das Festival in Frankfurt kehrt zurück – diesmal vom 22. bis 25. Juli. Der Verein hatte ein längeres Programm vorbereitet, doch die Wirtschaftsförderung stutzte den Zeitrahmen zusammen.

Sachsenhausen – Eine Bühne und Biertische sollen nächste Woche den Paradiesplatz schmücken, damit Musik und Kultur Einzug halten können. Das Sommerfestival „Uff die Gass“, das im vorigen Jahr Premiere feierte, geht in die zweite Runde. Dieses Mal aber etwas abgespeckt. Vergangenes Jahr waren es drei lange Wochenenden, an denen der sonst eher trostlose Ort auf Geheiß der Wirtschaftsförderung belebt wurde. Dieses Mal passt das Programm in eine Woche, vom kommenden Mittwoch, 22., bis Samstag, 25. Juli.

Der Verein „Altsax für Kunst und Kultur“ hatte zwar ein längeres Programm vorbereitet, in der Annahme, dass der Zeitrahmen gleich bleibt. Timo Braun, Mitbetreiber des Schöppche-Kellers, freut sich, dass die Festwoche nun ein abwechslungsreiches Programm bietet: „Wir eröffnen mit der Band Gastone und Stand-up-Comedy mit Saskia Hassler.“ Los geht es am Mittwoch um 19 Uhr. Am Donnerstag treten Ska-, Punk- und Reggae-Bands auf, darunter die Frankfurter Ska-Band Mate Power und die Reggae-Combo Steady Riot aus Wiesbaden. Ende der Party ist um 22 Uhr.

Frankfurter Sommerfestival „Uff die Gass“ geht in die zweite Runde

Der Freitag, 23. Juli, steht im Zeichen des Hip-Hop: Ein Open-Mike lädt Reim-Künstler ab 17 Uhr zum Rappen ein. Später treten bekanntere Rapper auf. Der Samstag bietet Live-Musik aller Facetten, von Rock bis Latino, von 16 bis 22 Uhr. „Mir ist es wichtig, dass die Musik handgemacht ist und nicht vom Band kommt“, sagt Braun. „Es soll für jeden was dabei sein, auch für Jung und Alt.“

Dass das Festival sich im Viertel als Initiative verankern soll, hatte das Stadtmarketing schon vergangenes Jahr verlauten lassen. Das Projekt „soll lokale Künstler, Initiativen und Gastronomie einbeziehen und zum Impulsgeber für ein neues Alt-Sachsenhausen werden“, so Eduard Singer, Chef des Stadtmarketings.

Der Platz vor dem Paradieshof, der seit 2008 leersteht und zusehends verfällt, wird zudem schön hergerichtet, dabei hilft auch wieder die FES: Momentan liegen dort Matratzen und anderer Müll herum. Zum Festival werden außer der Bühne und Bestuhlung auch Getränkestände aufgestellt: Es gibt Cocktails, Bier, Ebbelwei und Alkoholfreies, auch etwas zu essen ist geplant.

Gelungene Premiere im vergangenen Jahr

Die Premiere vergangenes Jahr war gut besucht, das Publikum sei durchmischt gewesen. „Bei jedem Termin waren andere Leute da“, erinnert sich Braun, „aber immer war es total familiär, sehr entspannt.“ Alle waren begeistert, was auf dem trostlosen Platz entstehen kann, wenn man daran arbeitet: Der Regionalrat Sachsenhausen, der sich um Verbesserungen im Ausgehviertel bemüht, war voll des Lobes.

Der Boxring vom vergangenen Jahr, der Kindern und Jugendlichen einen Box-Workshop anbot, muss dieses Jahr leider ausfallen, auch der Graffiti-Workshop wird nicht wieder angeboten. Dafür setzt der Verein darauf, das Viertel neu zu beleben. „Wir freuen uns auch, dass das Brunnenfest wieder stattfindet, und wir unterstützen die Brunnen- und Kerbegesellschaft.“ Er selbst sei als Kind schon aufs Brunnenfest gegangen, das früher – bis in die 1990er Jahre – sogar einen Rummelplatz und Fahrgeschäfte am Mainufer bot.

Das Viertel und seine alten Traditionen wiederzubeleben, ist dem Sachsenhäuser ein großes Anliegen. Auch um den Paradieshof bemüht sich der Verein und bewirbt sich im Rahmen der Ausschreibung zur Umgestaltung.