Bericht über Probleme bei Trumps Katar-Jet: Journalisten vorgeladen
Journalisten vorgeladen
Sicherheitsprobleme bei Trumps Katar-Jet?
Von t-online
Aktualisiert am 12.07.2026 - 00:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Donald Trump wechselte nach dem Nato-Gipfel die Air Force One. "Wegen Sicherheitsbedenken", schrieben Journalisten – und werden jetzt von der US-Justiz vorgeladen.
Als "das luxuriöseste Flugzeug der Welt" und "fliegendes Weißes Haus" hat US-Präsident Donald Trump die umgebaute Boeing gepriesen, die das Emirat Katar 2025 seinem Land geschenkt hat. Doch nach dem Nato-Gipfel diese Woche in der Türkei ließ Trump die Luxusmaschine stehen und nutzte einen Ausweichflieger seiner alten Air-Force-One-Flotte. Die Berichte der NYT zu dem ungewöhnlichen Vorgang gefallen Trump nicht. Die Zeitung hatte über die Ursache des Flugzeugwechsels spekuliert
Kommenden Mittwoch will die Justiz die "NYT-"Journalisten dazu befragen. Der dem Justizministerium unterstellte Bundesstaatsanwalt Jay Clayton aus Manhattan habe mehrere Journalisten zur Aussage vor einer Grand Jury aufgefordert, erklärte die Zeitung am Samstag. Das Ministerium erklärte jedoch, die Regierung habe es nicht auf Reporter abgesehen, sondern sei besorgt über die Weitergabe von Geheiminformationen.
Trump wechselte Maschine bei Abflug aus Ankara
Für den Hinflug zum Nato-Gipfel in Ankara hatte Trump Katars Geschenk noch genutzt. Anlässlich des ersten Auslandsflugs der neuen Präsidentenmaschine lobte er die umgebaute Boeing 747 als "wirklich außergewöhnlich". Doch nach dem Gipfel nahm der Präsident vergangenen Mittwoch eine alte Air-Force-One-Maschine. Die Maschine aus Katar flog ohne ihn zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall fliegen. Erst dort stieg er wieder ein.

Beim Abflug aus Ankara hatte Trump im Zusammenhang mit dem Flugzeugwechsel zunächst jegliche Bedrohung dementiert, nachdem Reporter ihn gefragt hatten, ob es Sicherheitsprobleme gebe. Nachdem er in Großbritannien wieder in die von Katar gestiftete Maschine umgestiegen war, sprach er aber über mutmaßliche iranische Mordpläne gegen ihn. "Ich bin Nummer eins auf der Todesliste", sagte er mit Blick auf die Islamische Republik.
Keine Abwehrraketen an Bord?
Die "New York Times" berichtete in den folgenden Tagen über die Gründe. Die von Katar bereitgestellte Maschine sei nicht mit denselben Sicherheitssystemen ausgerüstet wie die bisherigen US-Präsidentschaftsmaschinen, schrieb die renommierte Zeitung. Vor allem fehlte Ausrüstung zur Abwehr von Angriffen, wie Abwehrraketen. Diese sind in den anderen Präsidentenmaschinen eingebaut.
Die "NYT" und andere US-Medien ergänzten, der Flugzeug-Tausch sei auf Empfehlung des Secret Service erfolgt, der für die Sicherheit des US-Präsidenten zuständig ist. Die Entscheidung fiel inmitten der erneut aufgeflammten Kriegshandlungen mit den Iran, der an das Nato-Gastgeberland Türkei grenzt.