Schüttflix: Erst warb dieses Start-up mit Poldi und Thomalla – nun kommt der Stellenabbau
Schüttflix: Erst warb dieses Start-up mit Poldi und Thomalla – nun kommt der Stellenabbau
Das Start-up Schüttflix aus Gütersloh, das die Schüttgut-Branche digital aufmischen wollte, steckt in Schwierigkeiten. Jeder fünfte Mitarbeiter muss wohl gehen. Florian Weyand 11.07.2026 - 13:37 Uhr
Schüttflix’ Werbegesichter Lukas Podolski und Sophia Thomalla. Foto: action press
Die Geschichte von Schüttflix begann mit einem großen Knall – zumindest aus Marketing-Sicht: Vor acht Jahren küren die Gründer Influencerin Sophia Thomalla zur Gesellschafterin – und Thomalla, die Millionen Follower auf Instagram mitbringt, wird zum Werbegesicht des jungen Unternehmens aus Gütersloh.
Die Idee hinter Schüttflix ist eine App, die Hülsewig Anfang 2019 gemeinsam mit dem Unternehmer Thomas Hagedorn auf den Markt gebracht hatte: Kunden können per Handy die Kosten für die Lieferung von Schüttgut bei mehreren Anbietern vergleichen, dann auf einer Karte markieren, wohin ihre Ware geliefert werden soll. Und schließlich die Bestellung digital abwickeln. „Wir haben angefangen als Preisvergleichsportal wie etwa Check24“, sagte Hülsewig im Gespräch mit der WirtschaftsWoche Anfang 2024.
Erste Risse in der Erfolgstory
Fünf Jahre nach der Gründung übertraf das Start-up beim Umsatz die Marke von 125 Millionen Euro – und baggerte weiter nach neuen Kunden: „Wir wollen weiter zweistellig wachsen“, sagte der Unternehmer damals. Damit wäre er in knapp fünf Jahren Co-Eigner eines Milliardenkonzerns. Mindestens.
Doch die Story bekam Risse.

Schüttflix
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Und zumindest beim Umsatz konnte Schüttflix erst einmal Gas geben, den Umsatz von 124 auf 137 Millionen Euro steigern. Doch das Unternehmen schrieb weiter rote Zahlen. 2024, ein neuerer Geschäftsbericht liegt im Bundesanzeiger noch nicht vor, erwirtschaftete Schüttflix einen Verlust von 18,8 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand ein Minus von mehr als 23 Millionen Euro in den Büchern.
Und der Wachstumskurs, mit dem Hülsewig die Märkte in Tschechien und Österreich erobern wollte, wurde im vergangenen Jahr gestoppt. Stattdessen hieß es: Kosten sparen. „Nach dem Bilanzstichtag hat die Gruppe den geordneten Rückzug aus den Regionen Süd, Ost, Österreich und Tschechien eingeleitet“, heißt es im Jahresabschluss 2024. Bis Ende 2025 sollte die Maßnahme umgesetzt sein.
Stellenabbau in der Verwaltung geplant
Nun kommt es nun zu weiteren, drastischen Sparmaßnahmen. Von den aktuell 360 Mitarbeitern, von denen etwa 100 am Hauptsitz in Gütersloh tätig sind, sollen bis zum Jahresende 65 das Unternehmen verlassen, wie Schüttflix auf Nachfrage bestätigt. Damit bekommt fast jeder fünfte Mitarbeiter die Kündigung.
In einer Mitarbeiterversammlung am Montag vergangener Woche in Gütersloh sollen die Mitarbeiter die Nachricht erhalten haben. „Viele reagierten geschockt“, zitiert die Regionalzeitung „Neue Westfälische“ eine Betroffene.

Die Schüttfix-Gesellschafter Thomas Hagedorn, Christian Hülsewig und Sophia Thomalla. Foto: Presse
Betroffen vom Stellenabbau sollen vor allem Verwaltungsfachkräfte und das Management sein, die in der Schüttflix Management GmbH beschäftigt sind. „Unsere operativen Gesellschaften, die sieben Recycling-Hubs sowie Vertrieb, Logistik und Fahrer arbeiten unverändert weiter“, teilt das Unternehmen mit.
Gründer Christian Hülsewig wird in dem Schreiben ebenfalls zitiert. „Die jetzt vorgenommenen Anpassungen betreffen ausschließlich Verwaltungsstrukturen und sind Teil einer strategischen Neuausrichtung, mit der wir unser Unternehmen noch effizienter und zukunftsfähiger aufstellen.“
Dieser Artikel wurde erstmals am 7. Juli 2026 bei der WirtschaftsWoche veröffentlicht. Wir zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.

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