Schulpferd „Sumi" qualifiziert sich für Reit-WM in Aachen

Stand: 25.07.2026, 11:32 Uhr

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Mit einer Engelsgeduld ließen „Sumatra“ und Jana Richter den Fototermin über sich ergehen.

Mit einer Engelsgeduld ließen „Sumatra“ und Jana Richter den Fototermin über sich ergehen. © Wenck

Die Trakehner-Stute „Sumatra" aus der Reitschule Limbach in Langwedel-Etelsen fährt mit Reiterin Paula Wagener zur Weltmeisterschaft. Nur 16 Pferde dürfen bei der „100 Schulpferde plus"-Challenge antreten.

Etelsen – „Ja, wir fahren jetzt nach Aachen“, sagt Ute Limbach. Mitte August ist dort im Rahmen der reiterlichen Weltmeisterschaft auch die „100 Schulpferde plus“– Challenge. 16 Pferde mit ihren Reiterinnen und Reitern dürfen teilnehmen. Die Trakehner-Stute „Sumatra“ und ihre Reiterin Paula Wagener sind dabei. Wie kommt man jetzt von einer Reitschule in Langwedel zur Reit-WM nach Aachen? Und ist das nicht ein Riesenaufwand?

Hintergrund ist eine gemeinsame Aktion der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), jetzt Pferdesport Deutschland, und der Reit-WM Aachen. Mit „100 Schulpferde plus“ will man Reitschulen unterstützen, die Kindern, Jugendlichen und Interessierten den Einstieg in den Reitsport überhaupt erst ermöglichen. In der Breite betrachtet, geht es längst nicht allen Betrieben gut, so die Beobachtung der Vereinigung. Darum gibt es die Initiative „100 Schulpferde plus“.

Wer nun an dem Schulpferdewettbewerb bei der WM in Aachen teilnehmen wollte, musste sich mit seinem Pferd bewerben. „Wir haben ein kleines Video gedreht“, erzählt Ute Limbach. Unter die bewegten Bilder haben sie die Musik von „Black Beauty“ gelegt. „Sumi ist eine schwarze Schönheit“, schmunzelt Limbach. Sumi und Reiterin Paula Agener haben die Jury überzeugt, die eine Vorauswahl mit 25 Teilnehmenden getroffen hat. Und dann wurde im Internet abgestimmt. „Da hab’ ich was über Social Media gelernt“, sagt Sigurd Limbach, der mit seiner Frau die Reitanlage betreibt. Offenbar haben sie alles richtig gemacht: Sumi und das Team der Etelser Reitgemeinschaft (RG) sowie der Reitschule Limbach schafften die Qualifikation locker.

Paula Wagener und „Sumatra“ fahren zur Reit-WM nach Aachen – und dürfen an einem Breitensportwettbewerb teilnehmen.

Paula Wagener und „Sumatra“ fahren zur Reit-WM nach Aachen – und dürfen an einem Breitensportwettbewerb teilnehmen. © Limbach

Was nicht von ungefähr kommt. Die Limbachs sind vor gut zwei Jahren erst von Solingen nach Etelsen gezogen, um hier mit der eigenen Reitanlage und der Reitschule „Zeit mit Pferden“ durchzustarten. Die Limbachs kamen nicht nur mit einem Traum, sondern mit einem beeindruckenden fachlichen Hintergrund. Ute Limbach ist ausgebildete Pferdewirtin und Bereiterin, hat eine Approbation als Tierärztin, ist Pferdewirtschaftsmeisterin (Zucht und Haltung), ist Ausbilderin im Reiten als Sport für Behinderte und Reittherapeutin. Ehrenamtlich engagiert sie sich auch noch. Dr. Sigurd Limbach ist promovierter Ingenieur, hat lange in der Industrie gearbeitet, ist aber auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen.

Den Umzug nach Etelsen haben sie nicht bereut, kein Stück. „Wir sind angekommen“, sagt Ute Limbach. Im September sind die Reitschule und die Etelser RG das erste Mal mit einem eigenen Wagen beim großen Umzug des Dorf- und Erntefestes dabei. Vorher laden sie für den 13. September zu einem Tag der offenen Tür unter dem Thema „Vielfalt Pferd“ ein. Seit es die Reitanlage Limbach und die Reitschule gibt, ist auch wieder Leben im Verein. Es gibt zahlreiche neue Mitglieder. „Meistens Kinder und Jugendliche.“

Aber wo sind die jetzt alle? Paula ist beim Auswärtstraining, gewissermaßen. Zwei Wochen Ferien auf einem Reiterhof. Und die ganzen anderen Pferde? „Die sind jetzt im Sommer zehn Stunden draußen“, sagt Sigurd Limbach. Fünf Hektar Weide gehören zur Anlage. Pferde, die sich artgerecht draußen bewegen dürfen, sind zugänglicher. Außerdem gilt: „Wir wollen hier ein Fünf-Sterne-Zuhause für die Pferde“, sagt Ute Limbach.

Das Wissen und die Liebe zum Tier will sie weitergeben. Sie sind jetzt ein anerkannter Ausbildungsbetrieb für Pferdewirte, Fachrichtung Haltung und Service. Eine erste Auszubildende fängt am 1. August an. „Wir suchen nach einem zweiten Auszubildenden. Oder Praktikanten.“ Übrigens ist die Reitschule Limbach der erste freie Träger für Reittherapie im Landkreis Verden. Die Aufzählung ist jetzt sicher nicht komplett. Aber dass sie die Reitanlage mit einer zweiten Stallgasse erweitert haben, den Seminarraum, das „Reiterstübchen“ modernisiert haben, dass es neue Paddocks und Ponyboxen und einen großen Reitplatz gibt, das kann man doch vielleicht erwähnen, findet Ute Limbach. Nebenbei kommt dann heraus, dass am Wohnhaus für die Menschen noch einiges zu tun wäre.

Oh, eines noch: Vor der Fahrt nach Aachen sind sie mit „Sumi“ und Anhänger nach Hagen-Grinden gefahren. „Sumi war drei Jahre lang nicht mehr auf einem Hänger.“ Trainieren durften sie auf der Anlage von Kassandra Mohr. Eine besondere Herausforderung: „Die vielen Störche“. „Sumi hat alles super gemacht.“ Für die Fahrt nach Aachen gibt es schon ein bisschen Unterstützung, Sponsoren werden aber bestimmt nicht vom Hof gejagt.