RV-X-Rakete: Japan landet erfolgreich wiederverwendbare Rakete - Golem.de
Mitsubishi Heavy Industries und Japans Raumfahrtbehörde haben den Prototyp einer wiederverwendbaren Rakete erfolgreich gestartet und gelandet.
13. Juli 2026 um 14:13 Uhr / Patrick Klapetz
Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa hat am 11. Juli 2026 mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster), dass ihr Prototyp einer wiederverwendbaren Rakete namens RV-X den ersten Start- und Landetest erfolgreich absolviert hat. Dies bedeutet für die japanischen Raketeningenieure einen entscheidenden Fortschritt in dem von SpaceX dominierten Markt.
Der Prototyp startete vom Testgelände in Noshiro in der Präfektur Akita, erreichte eine Höhe von etwa 11 Metern, bewegte sich horizontal 16 Meter und landete anschließend in aufrechter Position. Der Flug dauerte laut der Behörde etwa 40 Sekunden.
Die Daten werden nun ausgewertet, um den Erfolg des Tests endgültig zu bestätigen. Takashi Ito (Jaxa), der den Start leitete, teilte gegenüber Reportern mit, dass er erleichtert über die Landefähigkeiten und zuverlässig bezüglich der gesammelten Daten sei.
Die Jaxa entwickelte den Prototypen gemeinsam mit Mitsubishi Heavy Industries. RV-X ist 7,3 m lang, hat einen Durchmesser von 1,8 m und ist mit vier Stoßdämpfungs-Fahrwerken ausgestattet. Der Motor überstand bisher 165 Verbrennungstests. Bei zukünftigen Flügen soll die RV-X-Rakete eine Höhe von etwa 100 m erreichen.
Japans Raketenmarkt: Vom Einweg- zum Mehrwegprodukt
Die meisten Raketen sind für den einmaligen Einsatz konzipiert, wobei ihre Bauteile ins Meer fallen, in der Atmosphäre verglühen oder als Weltraumschrott in der Umlaufbahn verbleiben. Die erste Startstufe gilt als die teuerste Komponente. Bereits der Einsatz teilweise wiederverwendbarer Raketen würde die Startkosten drastisch senken.
SpaceX demonstriert dies mit seinen Raketentypen Falcon 9 und Falcon Heavy: Diese befinden sich im Regeleinsatz. Das Starship soll zudem noch leistungsstärker werden. China gelang einen Tag vor Jaxa, am 10. Juli, die erste erfolgreiche Landung einer wiederverwendbaren Rakete – ein Durchbruch, der die Vorherrschaft der USA in diesem Bereich infrage stellen könnte.
Im Juni 2025 gelang es einer Tochtergesellschaft von Honda als erstem japanischen Unternehmen, eine wiederverwendbare Rakete erfolgreich zu starten und zu landen. Japan bemüht sich intensiv darum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Raketenindustrie zu stärken. Dazu gehört auch die Flaggschiff-Rakete H3, die im Juni 2026 erfolgreich startete – Monate, nachdem eine frühere Mission zur Platzierung eines Satelliten in die Umlaufbahn gescheitert war.
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