Roadtrip durch halb Europa: Freunde sammeln „schöne Summe“ für soziales Projekt

Stand: 12.07.2026, 14:00 Uhr

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Rallye durch Nord-und Osteuropa

Noch ein Selfie, dann geht‘s weiter: Markus Kaiser (vorne) und Uli Kirchdorfer bei einem Stopp in Südschweden. © Privat

9000 Kilometer, 16 Tage, 9 Länder: Zwei Grainauer haben eine außergewöhnliche Reise hinter sich. Von der profitiert nun auch das Herzenswunschmobil des BRK.

Grainau – Etwa 850 Kilometer liegen zwischen Grainau und Hamburg. Wer mit dem Auto fährt, braucht über neun Stunden. Eine anstrengende Reise – möchte man meinen. Markus Kaiser und Uli Kirchdorfer denken da mittlerweile in anderen Dimensionen. Als sie kürzlich die Strecke zurückgelegt haben, hat es sich für die Grainauer „gar nicht mehr lang“ angefühlt. Es war die letzte Etappe ihres Roadtrips durch Nord- und Osteuropa (wir berichteten). Mehr als 9000 Kilometer haben sie gesammelt. Und nebenbei 2850 Euro für das Herzenswunschmobil des örtlichen BRK.

16 Tage, neun Länder, unzählige Erfahrungen

16 Tage waren sie unterwegs, neun Länder haben sie gesehen und Erfahrungen fürs Leben gemacht. Seit ein paar Tagen sind Kaiser und Kirchdorfer wieder zurück in Grainau. Was sie am meisten vermisst haben? „Ganz klar mein Bett“, sagt Kaiser. Sein Spezl nickt zustimmend. Über zwei Wochen haben sie überwiegend in einem Zelt verbracht – und auf den Sitzen von Kaisers Skoda Fabia. Immer noch prangt darauf das Logo der „Scuderia Groana“. Unter diesem Namen gingen sie beim „Baltic Sea Circle“ an den Start.

Was sie erlebt haben, müssen beide erst einmal sacken lassen. „Das braucht schon ein bisserl, bis man das realisiert“, sagt Kirchdorfer. Ihr Abenteuer begann Mitte Juni in der Nähe von Hamburg. Und führte sie über Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Lettland, Litauen, Estland und Polen zurück nach Deutschland. Landstraßen statt Autobahnen, Karte statt Navi – das waren die Regeln der Rallye. Die Grainauer haben sich dran gehalten. Verfahren haben sie sich fast nie. Nur einmal in Polen. Da rollten sie plötzlich ungewollt auf die russische Grenze zu. Nicht nur in dieser Situation spürten sie, wie nah sie einem Regime waren, das seit über vier Jahren Krieg gegen die Ukraine führt. Militär sahen sie immer wieder – in der Luft oder auf dem Boden. „Wir kennen das ja nur aus dem Fernsehen“, sagt Kaiser.

Rallye Nord- und Osteuropa.

Schlafplatz mit Ausblick: Am Burfjord in Norwegen haben die Grainauer ihr Lager für die Nacht aufgeschlagen. © Privat

Kuriose Aufgabe: 100 Kilometer mit „Stinkefisch“ unterwegs

Was die Grainauer zuvor auch nur aus Erzählungen kannten, war Surströmming. Ein schwedischer Hering, den viele lediglich als „Stinkefisch“ bezeichnen. In einem Supermarkt haben Kaiser und Kirchdorfer ihn gekauft. Ob sie das wirklich wollen, hat die Verkäuferin gefragt. Die Spezln mussten. Eine Aufgabe der Rallye war es, eine geöffnete Dose des Fisches 100 Kilometer im Auto zu transportieren. Und sofort zog ein „verschimmelter und gäriger“ Geruch durch den Skoda. Aber die beiden haben‘s überstanden. Und sogar noch etwas vom Hering gegessen. „Recht salzig“, hat er geschmeckt.

Schon mehr nach ihrem Geschmack waren da die „traumhaft schönen“ Landschaften. Kaiser schwärmt besonders von den Lofoten, Kirchdorfer vor allem von Lettland. Einmal bauten sie ihr Zelt direkt am Burfjord in Norwegen auf. Anblicke, die sie nie vergessen werden.

„Scuderia Groana“ fährt über die Ziellinie.

Geschafft: Die Scuderia Groana überquert das Ziel in Hamburg. Markus Kaiser grüßt mit Bayern-Fahne. © Privat

Spenden für den guten Zweck gesammelt – „Eine schöne Summe“

Genauso wie die vielen Menschen, die ihnen begegnet sind. Rund 100 Teams haben an der Rallye teilgenommen. „Das war eine besondere Atmosphäre“, sagt Kaiser. Mit ein paar Teilnehmern haben sich die Grainauer angefreundet. Von drei Männern aus Kiel bekommen sie bald Besuch.

Einen Besuch werden Kaiser und Kirchdorfer demnächst auch dem BRK-Kreisverband abstatten. Für dessen Herzenswunschmobil haben sie auf ihrem Abenteuer Spenden gesammelt. 2850 Euro sind zusammengekommen. „Eine schöne Summe“, findet Kaiser.

So sehr sich die zwei Spezln auch freuen, dass sie nun wieder in ihren Betten einschlafen können. Einen Entschluss haben sie schon gefasst: Es soll nicht ihr letzter Roadtrip gewesen sein. (tsch)