Personalwechsel im Kabinett: Warken soll künftig das Kanzleramt führen
Merz und Söder haben sich offenbar auf eine Kabinettsumbildung geeinigt (Bild: photocosmos1/Shutterstock.com)
Nina Warken soll als erste Frau das Kanzleramt führen. Auslöser der Rochade ist der Rücktritt von Jens Spahn. Doch auch ein weiterer Posten wird neu besetzt.
Die Bundesregierung steht vor einer Personalrochade: Gesundheitsministerin Nina Warken soll neue Kanzleramtschefin werden, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wiederum ihren Posten im Gesundheitsministerium übernehmen. Dies berichtete die Tagesschau unter Berufung auf übereinstimmende Medienberichte.
Die 47-jährige Warken würde damit auf den bisherigen Kanzleramtschef Thorsten Frei folgen, der am kommenden Mittwoch zum neuen Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt werden soll.
Regierungssprecher Stefan Kornelius wollte die Berichte nicht kommentieren: "Der Bundeskanzler wird die Personalentscheidungen bekannt geben, wenn alle offenen Punkte geklärt sind." Laut der Zeit könnte Bundeskanzler Friedrich Merz seine Entscheidung am Freitagmorgen in Berlin vorstellen.
Auslöser war die Leihmutterschaftsaffäre um Spahn
Hintergrund der Umbildung ist der Rücktritt des bisherigen Unionsfraktionschefs Jens Spahn am vergangenen Samstag. Der 46-jährige CDU-Politiker hatte öffentlich gemacht, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen hatten. Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und Spahn dieses Verbot in der CDU mitgetragen hatte, geriet er unter massiven Druck – auch aus den eigenen Reihen. Ob Spahn sein Bundestagsmandat behält, ist bislang offen.
Kanzler Merz hatte im ZDF-Sommerinterview am Wochenende bereits angedeutet, dass die Spahn-Nachfolge eine Gelegenheit für eine Kabinettsumbildung bieten könnte. Gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder einigte er sich auf Frei als Spahn-Nachfolger an der Fraktionsspitze.
Erste Frau an der Spitze des Kanzleramts
Nina Warken wäre die erste Frau, die das Bundeskanzleramt führt. Die gebürtige Bad Mergentheimerin sitzt im CDU-Präsidium und ist Vorsitzende der Frauen Union. Vor ihrem Wechsel ins Kabinett war sie einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt, obwohl sie von 2021 bis 2025 als parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion eine Führungsposition innehatte. Im Bundestag sitzt die Juristin mit einer kurzen Unterbrechung seit 2013.
An Profil gewann Warken laut Spiegel vor allem dadurch, dass sie als eines der wenigen Kabinettsmitglieder der Union eine Reform durchsetzte: das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen. Bislang zögerte Warken offenbar zunächst aus familiären Gründen mit ihrer Zusage für den Wechsel ins Kanzleramt.
Linnemann rückt ins Kabinett auf
Carsten Linnemann war bereits im Wahlkampf als Minister gehandelt worden, ging nach der Wahl jedoch leer aus und blieb in der Parteizentrale. Merz platzierte seinen Generalsekretär allerdings im Koalitionsausschuss. Das Verhältnis zwischen Merz und Linnemann soll zuletzt allerdings abgekühlt sein.
Wer Linnemann als Generalsekretär nachfolgt, gilt offiziell noch als offen. Nach Spiegel-Informationen soll CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann den Posten übernehmen.