Noch ist genug Wasser da – aber für wie lange?

Liebe Burgenländerinnen und Burgenländer, 
und alle anderen Menschen, die im ziemlich sicher schönsten Bundesland Österreichs eine Bleibe haben ...

... der Burgenland in 5 Minuten Newsletter ist nach einer längeren Pause wieder zurück - und er erscheint ab sofort am Donnerstag. 

Mitten im Sommer liegt ein Thema auf der Hand - der Neusiedler See. Wer derzeit auf den Steppensee blickt, sieht nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch einen empfindlichen Gradmesser für Hitze und Trockenheit. Der mittlere Wasserstand lag am Donnerstagvormittag bei 115,19 Metern über Adria. Dieser Wert wird aus den Messungen von sieben Pegelstationen rund um den See errechnet. Wichtig ist dabei: Die Angabe bezeichnet die Höhenlage des Wasserspiegels – nicht die tatsächliche Wassertiefe an einem bestimmten Ort.

Mitte Juni lag der Pegel noch bei 115,35 Metern über Adria. Innerhalb eines Monats hat der See damit rund 16 Zentimeter verloren. Ein Rückgang während des Sommers gehört grundsätzlich zum natürlichen Jahresverlauf: In der warmen Jahreszeit übersteigt die Verdunstung üblicherweise den Niederschlag, weshalb der Wasserstand bis in den Spätsommer sinkt. Im langjährigen Durchschnitt schwankt er im Laufe eines Jahres um etwa 20 Zentimeter.

Das Tempo des aktuellen Rückgangs verdient dennoch Aufmerksamkeit. Der Pegel liegt zwar noch rund 15 Zentimeter über jenem Wert, der Mitte Juli 2022 als damaliger Tiefststand seit Beginn der kontinuierlichen Aufzeichnungen im Jahr 1965 gemessen wurde. Von Entwarnung kann angesichts der bevorstehenden weiteren Sommerwochen aber ebenso wenig die Rede sein.

Auch das Wetter am Wochenende dürfte daran vorerst wenig ändern. Am Samstag werden im Nordburgenland bis zu 30 Grad erwartet, im Süden rund 28 Grad. Am Sonntag bleibt es sommerlich warm; am Nachmittag sind regional Gewitter möglich. Ob und wo diese tatsächlich ausreichend Niederschlag bringen, lässt sich jedoch nicht verlässlich vorhersagen.


Warum Konflikte um Wasser zunehmen

Die Versorgung der Haushalte ist derzeit gesichert, sagt Wasserexperte Helmut Herlicska im Artikel von Thomas Orovits. Längere Trockenperioden könnten es dennoch notwendig machen, die Gartenbewässerung einzuschränken. Zugleich konkurrieren Haushalte, Landwirtschaft, Tourismus und Unternehmen um dieselbe Ressource. Um Konflikte rechtzeitig zu erkennen, müsse genauer erfasst werden, wer wie viel Wasser verbraucht.

Was der Wasserexperte für notwendig hält


Während Fachleute wie Helmut Herlicska darüber nachdenken, wie Wasserverbrauch künftig genauer erfasst und Nutzungskonflikte vermieden werden können, erreicht die Urlaubssaison gerade ihren Höhepunkt. Viele von Ihnen werden sich in diesen Tagen vermutlich lieber im See, im Freibad oder im schattigen Garten abkühlen, als über Wasserbilanzen und mögliche Einschränkungen nachzudenken.

Das ist verständlich. Ein wenig Verschnaufen tut gut – besonders in einem Sommer, der uns schon einige heiße Tage beschert hat. Das Bewusstsein dafür, wie wertvoll Wasser ist, darf dennoch wachsen. Denn sauberes Trinkwasser aus der Leitung, ausreichend Wasser für Landwirtschaft und Wirtschaft und ein See, der als Naturraum und Erholungsgebiet funktioniert, sind keine Selbstverständlichkeiten.

Vielleicht ist gerade der Sprung ins kühle Wasser ein guter Anlass, sich das wieder einmal bewusst zu machen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag und ein erholsames Wochenende. 

Michael Pekovics
Teamleiter KURIER Burgenland


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kurier.at, PEKO  |  16.07.2026, 13:00