Nieder-Roden: Reisebüro-Chefin geht nach 40 Jahren in Ruhestand

Stand: 20.07.2026, 06:00 Uhr

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Lastenrad vor dem Geschäft signalisiert, Eva Manus ist da.

Wenn das Lastenrad vor dem Geschäft steht, ist die Reiseverkehrskauffrau Eva-Maria Manus da. © Simone Weil

Eva-Maria Manus übergibt am 31. Juli ihr Reisebüro am Puiseauxplatz in Nieder-Roden. Die 60-Jährige will mit dem Wohnmobil die komplette iberische Halbinsel umrunden.

Nieder-Roden – Das blaue Lastenrad fungiert als Aushängeschild: Wenn es vor dem Reisebüro am Puiseauxplatz steht, weiß die Stammkundschaft Bescheid. Dann ist Eva-Maria Manus da. Die Reiseverkehrskauffrau hat am 31. Juli ihren letzten Arbeitstag nach 40 Berufsjahren. Geplant sind für die Zeit im Ruhestand „größere und längere Reisen mit dem Wohnmobil“. Gerade war sie während ihres Sabbaticals drei Wochen lang auf Sardinien. Frankreich und Spanien sind die persönlichen Favoriten ihres Mannes und ihr. „Wir würden gern einmal die komplette iberische Halbinsel umrunden“, sagt sie. Und bald ist es so weit: Dann will das Paar längere Zeit am Stück unterwegs sein.

Reisebüro-Team TUI Nieder-Roden

Die Zukunft des Reisebüros liegt ihr am Herzen. Eva-Maria Manus (von links) mit ihrem Team: Vanessa Wamboldt-Salah, Deborah Kurucuogullar, Iris Hrbaty und Michael Frank. © Simone Weil

Reisegeschäft im Blut

Das Reisegeschäft lag Eva-Maria Manus im Blut. Immerhin war es neben dem Sport-, Spiel- und Schreibwarengeschäft das zweite Standbein der Familie. Der Großvater hatte schon nach dem Krieg begonnen, im Wohnzimmer Kipferls Busreisen zu verkaufen. Nach ihrer Ausbildung im Deutschen Reisebüro in Frankfurt am Main kehrte sie zum Geschäft ihres Vaters Otto C. Manus nach Rodgau zurück, der dort als Büroleiter firmierte.

Seit 1991 ist das Geschäft am Standort an der Oberen Marktstraße beheimatet. Der Vater sah als beliebter Leiter von Gruppenreisen neuen Horizonten entgegen – in Spanien, Irland, Namibia oder noch ferner in Vietnam und Kambodscha. „Den Stammkunden war es egal, wo er hinfuhr, Hauptsache, er war dabei“, erzählt sie über den verstorbenen Vater.

Das ehemals selbstständige Reisebüro wurde am 1. November 2014 an Tui verkauft. Der Transfer bot berufliche Sicherheit. „Wir haben den 11. 9. mitgemacht und später noch Corona, das waren wirklich schwierige Zeiten“, erklärt Manus.

Wenn die 60-Jährige an ihren bevorstehenden Ausstand denkt, wird ihr traurig ums Herz. „Der Abschied fällt mir sehr, sehr schwer“, sagt sie. Wegen der Kunden und des tollen Teams. Was sie schätzt an ihrem Beruf? „Die vielen netten Begegnungen, aber auch den Menschen dabei zu helfen, die schönste Zeit des Jahres zu einem tollen Erlebnis werden zu lassen.“ Toll sei es, wenn die Empfehlung den Geschmack getroffen habe und das Ziel immer wieder gebucht würde. Wichtig sei ihr, ganz individuell auf die Wünsche der Kundschaft einzugehen, sagt Eva-Maria Manus. Aktuell sei das Geschäft wegen der wirtschaftlichen Situation ein wenig schwieriger geworden, weil alles teurer sei.

Pläne: Reisen und Studieren

Zu den schönsten Urlaubstrips, die sie selbst unternommen hat, zählt die Fachfrau eine Südamerika-Rundreise mit Bolivien, Chile und Peru. „Das war ein Traum.“ Was sie sonst noch plant für ihren Lebensabend? Sie liebäugelt mit der Universität des Dritten Lebensalters in Frankfurt. Insbesondere medizinische Themen wie Demenz würden sie interessieren.

Vor allem aber liegt der erfahrenen Filialleiterin die Zukunft des Reisebüros am Herzen. Das Team im Alter von Anfang 30 bis Ende 50 Jahren, mit einigen langjährigen Kollegen, aber auch die Kundschaft, sieht sie künftig bei ihrer ehemaligen Stellvertreterin Vanessa Wamboldt-Salah in guten Händen. „Sie hat bei Tui gelernt und ist sehr zuverlässig.“