Neue US-Angriffe auf Iran - Straße von Hormus gesperrt

Straße von Hormus (Satellitenfoto)

Konflikt erneut eskaliert Neue US-Angriffe auf Iran - Straße von Hormus gesperrt

Stand: 12.07.2026 • 07:37 Uhr

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe auf Iran gestartet. Hintergrund sei eine Attacke der iranischen Revolutionsgarde auf ein Containerschiff in der Straße von Hormus. Iran erklärte die Meerenge für gesperrt.

Kurz nach neuen Verhandlungsbemühungen im Konflikt zwischen den USA und Iran ist die Lage in der Straße von Hormus erneut eskaliert: Das US-Militär griff nach eigenen Angaben Ziele in Iran an, nachdem Irans Marine ein Containerschiff in der Meerenge attackiert hatte. Insgesamt habe es sich um 140 Ziele gehandelt, darunter Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsstandorte. Die Angriffe seien auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump erfolgt und beendet, hieß es.

Sie seien eine Reaktion auf eine Attacke der iranischen Revolutionsgarde auf ein Containerschiff unter der Flagge Zyperns in der Straße von Hormus. "Ein ziviles Besatzungsmitglied wird vermisst, und das Schiff kann die Fahrt wegen eines Feuers an Bord und erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht fortsetzen", teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom auf X mit. Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO begaben sich die Besatzungsmitglieder auf ein Rettungsschiff.

Die Revolutionsgarde verkündete wiederum, die strategisch wichtige Straße von Hormus sei "bis auf Weiteres" gesperrt. Sie habe Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine "nicht genehmigte Route" befahren habe. Das Schiff sei getroffen und angehalten worden, hieß es der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Nach diesem Vorfall werde die Straße von Hormus "bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt, keinem Schiff wird die Durchfahrt gestattet".

Laut Irna und dem Staatsfernsehen griff der Iran inzwischen ein zweites Schiff in der Meerenge an, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Auch ihm habe die Revolutionsgarde Verstöße gegen die Vorschriften vorgeworfen.

Alarm in den Golfstaaten

Als Reaktion auf die US-Schläge attackierte Iran nach eigenen Angaben einmal mehr US-Militärbasen in den Golfstaaten und Jordanien. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden Angriffe mit Raketen und Drohnen abgewehrt, wie das dortige Verteidigungsministerium mitteilte. Der Katastrophenschutz warnte die Bewohner vor einer Bedrohung durch Raketen.

Auch Kuwait meldete Beschuss. Das Flugabwehrsystem sei aktiv, erklärte das Militär. In Bahrain ertönten in den frühen Morgenstunden nach Angaben des Innenministeriums Warnsirenen. Die Bewohner wurden aufgerufen, ruhig zu bleiben und einen sicheren Ort aufzusuchen.

Das Innenministerium von Katar informierte auf der Plattform X, dass die Sicherheitslage ernst sei. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, nicht nach draußen gehen und sich von Fenstern und offenen Flächen fernhalten. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe einen Raketenangriff abgewehrt.

Feuerpause gilt nicht mehr

Es war die dritte Runde von US-Angriffen auf Iran in dieser Woche. Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hatte vorübergehend relative Ruhe in der Region geherrscht. In der Nacht zum Mittwoch aber begannen die USA wieder mit massiven Angriffen auf Iran, US-Präsident Trump erklärte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause für beendet.

Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb am Morgen auf X von Vertragsbruch. "Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis."

Parallel laufen dennoch Gespräche. Am Samstag hatte Omans Außenminister Badr al-Busaidi seinen iranischen Kollegen Abbas Araghtschi empfangen, um über die Straße von Hormus zu sprechen. Das iranische Staatsfernsehen meldete, beide hätten Meinungen über "geeignete Mechanismen zur Gewährleistung der sicheren Durchfahrt von Schiffen ausgetauscht". Die Gespräche sollten "auf technischer und politischer Ebene" fortgesetzt werden.