HSV-Golfprofi Anton Albers feiert emotionalen Sieg: „Natürlich gab es Zweifel“

Wäre Anton Albers’ erster Sieg als Golfprofi im deutschen Fernsehen übertragen worden, hätte der gebürtige Buchholzer ruhig und cool gewirkt. Doch die Wahrheit ist: „Innerlich hat es sich nicht so cool angefühlt, wie es vielleicht aussah“, erzählte der 27-Jährige einen Tag nach seinem Triumph bei der Raiffeisenbank Golf Challenge in Tschechien dem Abendblatt.

Beim Turnier der HotelPlanner Tour, der zweithöchsten europäisch-internationalen Golftour, ging Albers mit drei Schlägen Vorsprung auf das letzte Loch. Während der Finalrunde hatte er bewusst kaum auf die Leaderboards geschaut. Erst nach seinem Abschlag auf Bahn 18 vergewisserte er sich, wie komfortabel seine Führung war. Als der letzte Putt zum Gesamtergebnis von 20 Schlägen unter Par fiel, löste sich die Anspannung. „Da passieren Dinge im Körper, die kann man kaum beschreiben.“

Golfprofi Anton Albers hatte zuletzt auch mit Zweifeln zu kämpfen

Der erste Profisieg kam zu einem Zeitpunkt, an dem nur wenig darauf hingedeutet hatte. Albers, der auch für den Hamburger Golfclub Falkenstein spielt und als HSV-Fan und Teil des HSV e. V. mit der Raute auf der Brust spielt, war 2023 ins Profilager gewechselt und versucht seither über die HotelPlanner Tour den Sprung auf die DP World Tour zu schaffen. Im vergangenen Jahr war er bereits nah dran, verpasste beim Saisonfinale auf Mallorca die Tourkarte aber knapp.

Entsprechend groß waren die Erwartungen an diese Saison. Doch in der ersten Hälfte blieben die Ergebnisse aus. Albers verpasste acht von 13 Cuts. „Natürlich gab es Zweifel, gerade in den vergangenen Wochen relativ oft“, sagt Albers. Die Erinnerung an Mallorca sei noch immer im Kopf gewesen. Er habe unbedingt wieder in die Position kommen wollen, um beim Aufstieg mitzuspielen. „Wenn die Ergebnisse ausbleiben, ist das enttäuschend und macht mental etwas mit einem“, sagt er. Nach außen zeige er das selten. „Aber innen passiert schon mehr, als man denkt.“

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Unterstützung erhält er vor allem von seinem Mentaltrainer in den USA, mit dem er jede Woche telefoniert. Eine turnierfreie Woche vor Tschechien nutzte Albers schließlich für einen Neustart. Er erinnerte sich daran, dass sich seine Situation auch im vergangenen Jahr erst in der zweiten Saisonhälfte verbessert hatte. „Im Golf kann extrem viel in sehr kurzer Zeit passieren.“

Golf: Anton Albers vom Hamburger Golfclub Falkenstein feiert ersten Toursieg

Genau das ist nun geschehen. Durch den Sieg machte Albers in der Jahreswertung 81 Plätze gut und liegt jetzt auf Rang 17. Damit sind die Teilnahme der besten 45 Spieler am Saisonfinale auf Mallorca und eine weitere Chance auf die DP-World-Tour-Karte (für die besten 20 Spieler) wieder in Reichweite.

Zudem kassierte er für den Sieg ein Preisgeld von 48.000 Euro. Seit Längerem liebäugelt Albers als Belohnung mit einer hochwertigen Siebträger-Espressomaschine. Kaufen will er sie sich aber erst, wenn der Aufstieg auf die DP World Tour gelingt.