Nach Erfolg von Kimi-K3-Modell: Moonshot AI plant bereits Börsengang | cash

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Der chinesische KI-Entwickler Moonshot AI strebt innerhalb der kommenden sechs Monate einen Börsengang an.

aktualisiert um 18:15

Chatbot von Moonshot AI auf einem Computer.

Chatbot von Moonshot AI auf einem Computer.

Quelle: Bloomberg

Moonshot AI hat seine Investoren darüber informiert, dass das Unternehmen bereits innerhalb der kommenden sechs Monate einen Börsengang anstrebt. Der chinesische KI-Entwickler will damit die Gelegenheit nutzen, sich am Kapitalmarkt zu finanzieren, nachdem sein jüngstes Modell die Einschätzung der chinesischen Fähigkeiten bei künstlicher Intelligenz verändert und Technologiewerte unter Druck gesetzt hatte.

Der chinesische KI-Pionier hat seinen Investoren offiziell einen Aktionärsantrag zugestellt und bittet um Zustimmung zu einer Börsennotierung in Hongkong, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilten. Die Einleitung des Benachrichtigungsverfahrens deutet demnach darauf hin, dass ein Börsengang bereits innerhalb des nächsten halben Jahres erfolgen könnte.

Moonshot stehe derzeit kurz vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde, bei der das drei Jahre alte Startup mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet werden könnte, sagten die Personen.

Das Startup hielt den Zeitpunkt für günstig, nachdem die jährlich wiederkehrenden Erlöse, ein Indikator für künftige Umsätze, im Juni 300 Millionen Dollar erreicht hatten, sagten die Personen. Sie wollten nicht namentlich genannt werden, da sie über eine private Transaktion sprachen. Im April hatte Moonshot jährlich wiederkehrende Erlöse von 200 Millionen Dollar erzielt, wie Bloomberg News berichtet hatte.

Moonshot hatte bereits vor der Veröffentlichung von Kimi K3 in der vergangenen Woche Vorbereitungen für sein Börsendebüt aufgenommen. Bei Kimi K3 handelt es sich um ein fortschrittlicheres Open-Weight-Modell, das nach Angaben des Unternehmens bei der Gesamtleistung alle Konkurrenten mit Ausnahme von Claude Fable 5 von Anthropic und GPT-5.6 von OpenAI übertrifft.

Nachfrage nach Kimi K3 stieg stark

Die Nachfrage nach Kimi K3 stieg in den vergangenen 48 Stunden so stark, dass Moonshot neue Abonnements vorübergehend ausgesetzt hat. Ziel sei es, «Rechenkapazitäten vorrangig für bestehende Mitglieder bereitzustellen», teilte das Unternehmen am Sonntag in einem Social-Media-Beitrag mit.

Viele Beobachter zeigten sich von der Leistungsfähigkeit und der Grösse von Kimi K3 beeindruckt. Das Open-Weight-Modell verfügt über 2,8 Billionen Parameter. Bei solchen Modellen können Nutzer die Parameter herunterladen und individuell anpassen.

Ein Börsengang wäre ein Meilenstein für das schnell wachsende Startup, das Anfang 2023 von Yang Zhilin mitgegründet wurde. Der ehemalige Professor der Tsinghua-Universität hatte zuvor bei Meta Platforms und der Alphabet-Tochter Google gearbeitet. Auf Chinesisch heisst das Startup übersetzt «The Dark Side of the Moon», benannt nach Yangs Lieblingsalbum von Pink Floyd.

Das in Peking ansässige Startup begann Anfang dieses Jahres, eine Börsennotierung in Hongkong zu prüfen. Es führte Gespräche mit China International Capital Corp. und Goldman Sachs über eine mögliche Mitwirkung an dem Börsengang, wie Bloomberg News berichtet hatte. Das chinesische Medium PEdaily berichtete am Samstag über den möglichen Zeitplan für die Börsennotierung von Moonshot.

Seit seiner Gründung stand das Unternehmen im Schatten bekannterer Namen wie DeepSeek, das 2025 mit einem leistungsfähigen Modell für Unruhe im Silicon Valley sorgte. Moonshot blieb jedoch gemeinsam mit offensiv agierenden KI-Laboren wie Qwen von Alibaba, MiniMax und Z.AI an der Spitze der Branchenentwicklung in China.

Moonshot hat damit begonnen, seine sogenannte Red-Chip-Struktur abzubauen. Dies ist eine Voraussetzung für einen reibungsloseren Börsengang im Ausland. Vertreter von Moonshot reagierten ausserhalb der üblichen Geschäftszeiten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

DeepSeek plant für 2027 einen Börsengang

Der Durchbruch des Startups verdeutlicht, wie schnell sich der chinesische KI-Wettbewerb über einen reinen Preiskampf hinaus entwickelt. Artificial Analysis stufte Kimi K3 bei einigen führenden Vergleichstests vor Opus 4.8 von Anthropic ein. Damit erreichte erstmals ein chinesisches Open-Weight-Modell diesen Meilenstein.

Kimi K3 wurde preislich ungefähr auf dem Niveau von Anthropic Sonnet angesiedelt. Dies deutet darauf hin, dass Moonshot wegen der Fähigkeiten des Produkts einen Aufpreis gegenüber anderen chinesischen Modellen verlangen zu können glaubt. Seit der Einführung von K3 hätten sich die täglichen Umsätze mindestens versechsfacht, sagte eine der Personen.

Das Unternehmen verkauft gestaffelte Abonnements für seinen Chatbot und bietet seine Basistechnologie Unternehmenskunden an. Vor Kurzem brachte es mit Kimi Work einen universell einsetzbaren KI-Agenten auf den Markt. Insgesamt ist das Geschäft weiterhin kleiner als etwa das von Z.AI, das auf einen Jahresumsatz von 1 Milliarde Dollar zusteuert.

Moonshot drängt an den Kapitalmarkt, während Peking seine Unterstützung für die heimische KI-Entwicklung verstärkt. Präsident Xi Jinping würdigte Chinas Fortschritte bei kostengünstiger KI und forderte zugleich eine offenere globale Technologieordnung.

DeepSeek plant für 2027 einen Börsengang und bemüht sich zugleich um eine zweite Finanzierungsrunde bei Investoren. Dadurch soll das Unternehmen über mehr Kapital verfügen, um KI-Dienste zu entwickeln und sie weltweit zu deutlich niedrigeren Preisen als US-Konkurrenten anzubieten.

(Bloomberg/cash)

Bloomberg