(+) Techno-Sauna in Hamburg: Wie gut ist der Hype?
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Hamburg
MOPO war drin: So ist's in der Techno-Sauna
Direkt aus Kopenhagen kommt dieser neue Trend: Saunieren mit vielen Menschen – und viel Musik, unter anderem Techno. Taugt das was?
In der Sauna ist man nackt und alle schwitzen schweigend vor sich hin. Eigentlich. Bei „Hytte“ ist das ganz anders. In Hoheluft kann man jetzt saunieren wie in Kopenhagen – aber macht Schwitzen mit Techno wirklich Spaß? Die MOPO hat das neue Sauna-Konzept ausprobiert.
Versteckt in einem Hinterhof an der Troplowitzstraße liegt eine kleine Oase. Abgeschirmt durch Bambuszäune befindet sich dort seit etwas mehr als einem Monat die Pop-up-Sauna „Hytte“ (dänisch: Hütte). Schwarze Umkleidecontainer, eine schwarze Holzhütte mit Sauna. Ansonsten: Kunstrasen, Duschen, Tische, Lichterketten, Spiegel und mittendrin zwei Planschbecken.
Neue Sauna „Hytte“ in Hoheluft – Trend aus Kopenhagen
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Das Prinzip funktioniert so: Statt im Adamskostüm geht es in Hoheluft-West mit Badekleidung in die Sauna – und zwar als Gruppe. Statt Stille gibt es hier Musik und Technobeats, sauniert wird nach Anleitung eines Gusmasters. Das Konzept stammt aus Kopenhagen, wo Betreiber Mats Pagels (29) im vergangenen Jahr für einige Zeit gelebt hat.
Ich war noch nie in einer Sauna und bin sehr gespannt, was auf mich zukommt. An diesem Dienstagabend sind außer mir noch elf Männer und vier Frauen da. Die Dänin Amanda ist an diesem Tag der sogenannte Gusmaster. Wir starten in der auf 85 Grad erhitzten Sauna und verbringen dort zwölf Minuten. Amanda hat drei Aufgüsse und eine ruhige Playlist auf einer großen Musikbox vorbereitet. Nach Techno klingt das nicht, was aber, wie ich finde, für den Anfang gut ist.
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Mit rhythmischen Bewegungen schwingt sie ein Handtuch durch die Sauna, abwechselnd mit einem riesigen Fächer, der denselben Effekt haben soll – das Verteilen der heißen Dämpfe und Öle. Viele Schweißtropfen später geht es für alle nach draußen in ein Eisbecken mit 10 Grad kaltem Wasser.
Danach folgt die zweite Runde mit lauter, treibender Musik und aktivierenderen Aufgüssen wie Bergamotte. Nach zwölf Minuten geht’s wieder in die Dusche und ins Eisbad. Und dann alles nochmal: Die dritte Runde ist die beste. Das Gruppengefühl ist schon spürbar, man hat sich an die Hitze gewöhnt, die Stimmung ist gut.
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Am Ende läuft in der Sauna Musik von Cher
Zusätzlich zur Saunahitze wird Salbei geräuchert und die Aufgüsse duften nach Minze, Mandarine und Lavendel. Die Musik ist anfangs ruhig, gegen Ende immer wilder. Zum Abschluss läuft „Dancing in the Moonlight” und beim Rausgehen aus der Sauna wird Chers „Believe” gespielt. Die Leute singen, wippen mit und lachen mit. Man kommt leicht mit den anderen Sauna-Gästen ins Gespräch.
„Ich brauche die Playlist!”, jubelt eine der Mitsaunierenden. Die 32-Jährige ist schon zum zweiten Mal bei „Hytte“ und sie ist ein großer Fan. Sie findet die Location total schön, wie sie sagt. Außerdem sagt sie, es sei „super, dass die Leute hier zusammenkommen. Man ist im Bikini, fühlt sich nicht unwohl, und ein Hans-Werner, der dich komisch anguckt, kommt hier nicht hin.“
Auch eine Studentin aus Hamburg ist mit einer Freundin aus Dänemark zu Besuch, sie hatten das Konzept dort schon mal ausprobiert. „Ich finde es richtig cool, dass es das jetzt auch in Hamburg gibt“, sagt sie.
Pop-up-Sauna hat Genehmigung für drei Monate
Betreiber Mats Pagels hat die Genehmigung für seine Pop-up-Sauna für drei Monate, danach hofft er auf eine richtige Location statt Containern und darauf, dass er permanent bleiben darf. Die ersten vier Wochen schätzt er als erfolgreich ein. „Das merkt man am Feedback der Leute. Es kommt gut an.“
Nach diesem Abend bin ich sehr erschöpft, aber auch sehr entspannt. Wen das Wort Techno abschreckt, kann ich beruhigen – in der Session, die ich besucht habe, war die Musik sehr entspannt für Techno. Unter den drei Arten der Sessions („flow”, „mood” und „energise”) war ich in der mittelruhigsten. Für jeden ist also was dabei.
Die Öffnungszeiten sind Freitag bis Sonntag von 15.30 bis 22 Uhr und Montag bis Donnerstag von 17 bis 22 Uhr. Für Erstkunden kostet eine Session 10 Euro. Ab dem zweiten Mal sind es 25 Euro pro Person.
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