Mit wie viel Geld fängt man an zu investieren? Die Antwort überrascht
Stand: 22.07.2026, 07:15 Uhr
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Die meisten warten auf den richtigen Betrag. Was dieser Betrag ist, überrascht fast alle, die ihn zum ersten Mal hören.
Es gibt eine Frage, die fast jede stellt, bevor sie anfängt zu investieren. Sie lautet: Wie viel Geld brauche ich, um anzufangen?
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Fortunalista ist eine Plattform für Finanzbildung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen selbstbestimmt zu gestalten. Mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen rund um Geld zeigt Fortunalista, wie Frauen mit dem Investment Code ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit finden.
Dahinter steckt meistens eine stille Annahme. Dass Investieren erst ab einer bestimmten Summe Sinn ergibt. Dass man erst genug haben muss. Dass 50 Euro zu wenig sind, um etwas zu bewirken. Diese Annahme ist falsch.
„Die häufigste Ausrede ist der zu kleine Betrag“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Dabei ist der Betrag das Unwichtigste. Was zählt, ist der Anfang.“
Was technisch möglich ist
Bei den meisten Neobroker-Anbietern in Deutschland kann ein ETF-Sparplan ab 10 oder 25 Euro monatlich eingerichtet werden. Manche Anbieter erlauben sogar 1 Euro als Mindesteinsatz.
Kein Mindestkapital, keine Einstiegshürde, keine Wartezeit. Wer ein Girokonto und eine Internetverbindung hat, kann heute noch anfangen.
Was das bedeutet: Die technische Hürde existiert nicht mehr. Was bleibt, ist die psychologische.
Was 25 Euro im Monat bedeuten
Zahlen überzeugen besser als Versprechen.
25 Euro monatlich, investiert in einen breit gestreuten ETF bei historisch 7 Prozent Rendite:
- Nach 10 Jahren: rund 4.350 Euro. Eingezahlt: 3.000 Euro.
- Nach 20 Jahren: rund 13.050 Euro. Eingezahlt: 6.000 Euro.
- Nach 30 Jahren: rund 30.250 Euro. Eingezahlt: 9.000 Euro.
- Nach 40 Jahren: rund 65.700 Euro. Eingezahlt: 12.000 Euro.
Aus 12.000 Euro eingezahltem Kapital werden 65.700 Euro. Der Unterschied von 53.700 Euro ist nicht durch höhere Einzahlungen entstanden. Er ist durch den Zinseszins entstanden. Durch Zeit.
25 Euro im Monat. Das ist ein Mittagessen weniger pro Woche.
Was 100 Euro im Monat bedeuten
Wer 100 Euro monatlich investieren kann, baut erheblich schneller Vermögen auf.
100 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite:
- Nach 10 Jahren: rund 17.400 Euro. Eingezahlt: 12.000 Euro.
- Nach 20 Jahren: rund 52.000 Euro. Eingezahlt: 24.000 Euro.
- Nach 30 Jahren: rund 121.000 Euro. Eingezahlt: 36.000 Euro.
121.000 Euro aus monatlich 100 Euro. Bei 4 Prozent jährlicher Entnahme: rund 400 Euro monatliches Zusatzeinkommen im Alter. Dauerhaft.
Warum der Betrag zweitrangig ist
Hier liegt das eigentliche Argument.
Wer mit 25 Euro anfängt und nach einem Jahr auf 50 Euro erhöht, nach zwei Jahren auf 100 Euro, hat in dreißig Jahren mehr Kapital als wer drei Jahre lang auf den richtigen Moment wartet und dann mit 200 Euro startet.
Der Zinseszins ist nicht linear. Er wächst exponentiell. Was früh investiert wird, hat mehr Zeit zu wachsen. Was spät investiert wird, hat weniger.
Fünf Jahre Wartezeit kosten bei 25 Euro monatlich über 30 Jahre rund 10.000 Euro Endvermögen. Nicht durch schlechte Entscheidungen. Durch fehlende Zeit.
„Wer wartet, bis genug da ist, wartet meistens zu lange“, betont Margarethe Honisch. „Was heute klein erscheint, ist in zwanzig Jahren erheblich. Was heute nicht angelegt wird, fehlt dann.“
Was vor dem ersten Euro geklärt sein sollte
Investieren ist nicht der erste Schritt. Zwei Dinge kommen davor.
Hochverzinste Schulden tilgen. Wer einen Dispokredit hat, zahlt oft 10 bis 15 Prozent Zinsen. Ein ETF bringt historisch rund 7 Prozent. Wer investiert, bevor er den Dispo tilgt, verliert real Geld. Schulden zuerst.
Notgroschen aufbauen. Drei bis sechs Nettomonatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto. Nicht fürs Depot, nicht für Ausgaben. Als Puffer für unerwartete Situationen. Wer keinen Notgroschen hat, verkauft das Depot möglicherweise im schlechtesten Moment.
Wer diese beiden Punkte abgehakt hat, kann mit dem ersten Euro beginnen.
Wie man heute anfängt
Drei Schritte, die zusammen weniger als eine Stunde dauern.
Erstens: Einen Neobroker wählen. Anbieter wie Trade Republic, Scalable Capital oder ING sind kostenlos und in wenigen Minuten eröffnet.
Zweitens: Einen ETF wählen. Für Einsteiger: ein breit gestreuter Weltmarkt-ETF auf den MSCI World oder MSCI All Country World Index. TER unter 0,25 Prozent, Fondsvolumen über 500 Millionen Euro.
Drittens: Den Sparplan einrichten. Betrag festlegen, Startdatum wählen, fertig. Der Sparplan läuft automatisch. Keine täglichen Entscheidungen, keine Marktbeobachtung, kein Aufwand.
Was danach kommt: nichts. Der Sparplan arbeitet.
Was der richtige Betrag wirklich ist
Es gibt ihn nicht. Den richtigen Betrag.
Was es gibt, ist der Betrag, der heute ohne Stress investiert werden kann. Ob das 10, 25, 100 oder 500 Euro sind, ist zweitrangig. Was zählt, ist dass es passiert. Regelmäßig. Monat für Monat.
„Ich höre immer wieder, dass Frauen erst anfangen wollen, wenn sie mehr verdienen“, sagt Margarethe Honisch. „Aber wer mit mehr anfängt, fängt immer noch an. Wer heute anfängt, hat den Zinseszins schon auf seiner Seite.“
Fazit
Mit wie viel Geld fängt man an zu investieren? Mit dem, was heute möglich ist.
25 Euro. 50 Euro. 100 Euro. Alle drei funktionieren. Alle drei sind besser als warten.
Der Betrag wächst mit der Zeit. Was nicht wächst, ist die verlorene Zeit.